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KW 05 2002

27.01.2002 - 02.02.2002

Es ist Sonntag der 27. Januar und wir sind noch in Port Elisabeth auf Bequia.
Zum Frühstück frische Croissants und frisches Brot, so fängt der Tag doch gut an, oder!?
Ehe wir uns auf den Weg machen, machen Thomas und ich mit dem Dingi noch eine kleine Spritztour zum Strand, Princess Margaret Bay. Muss man einfach von nahem gesehen haben.
Zurück an Bord werden Dingi und Außenborder wieder verräumt, dann kann es los gehen.
11:15 Uhr und wir machen die Leine von der Muringboje los.
Tschüss Bequia und Mustique wir kommen! Das ist unser Ziel für heute und das ist auch schnell erreicht, denn bis Mustique sind es nur 13sm. Die Segel gesetzt geht es zügig dahin und so sind wir in guten zwei Stunden schon fast am Ziel.
Nur fast am Ziel weil wir einen kleinen Stop zum Tauchen einlegen und das am Montezuma Shoal, ein Riff, welches nur eine halbe Meile vor Mustique liegt. Wir ankern direkt bei dem Riff und können somit auch vom Schiff aus zum Tauchen gehen. Leider können wir nicht alle gehen, da der Anker zwar hält, aber bei dem Seegang der hier herrscht es von Vorteil ist, wenn einer an Bord bleibt. So gehen nur Christina, Bernd und ich zum Tauchen und Thomas bleibt an Bord.
Schade dass wir nicht alle zusammen gehen konnten, denn das ist eine wirklich sehenswerte Unterwasserlandschaft. Korallen ohne Ende in den tollsten Formen und Farben.
Korallen die aussehen wie zu groß geratene Pilze, für die Bayern: Schwammerl :)
Teilweise konnten wir uns nicht alles so genau ansehen wie wir wollten, denn die Strömung hat uns einfach weitergetragen. Kurz und knapp, schön und heftig!
Raus aus dem Wasser, Anker auf und rüber nach Mustique, in die Grand Bay.
Dort finden wir so zu sagen in erster Reihe direkt vorm Strand eine freie Muringboje.
Daran festgemacht ist es gerade mal 16 Uhr und traumhaft schönes Wetter.
Bewaffnet mit Schnorchel, Maske und Flossen geht es zum Schnorcheln. Vorm Strand ein langes und wunderschönes Riff. Hier gibt es alles zu sehen: Kofferfische, Doktorfische in Massen, selbst kleine Seeschlangen, Moränen und ein kleiner Rochen treiben sich hier rum. Auch das Abtauchen auf den Grund macht sich bezahlt denn hier liegt doch die eine oder andere schöne Muschel. Direkt am Strand liegen ganze Berge von Muscheln, doch leider alle kaputt. Die Rede ist von den schönen großen Muscheln, in denen man das Meeresrauschen zu hören glaubt wenn man sie ans Ohr hält. Hier nennt man sie Conch. Und da Conch hier gegessen wird liegen die kaputten Muscheln hier überall herum. In die Muschel wir ein Loch geschlagen wo durch dann das Muschelfleisch heraus gezogen wird. Conch ist in der Karibik weit verbreitet und steht in jedem Restaurant in verschiedenen Variationen auf der Speisekarte.
Es gibt hier in der Karibik Inseln, auf denen Touristen und Yachties durchaus gern gesehen sind, doch es gibt auch Inseln, auf denen die Bewohner lieber unter sich bleiben. Auf Mustique ist das beispielsweise so. Der Grund sind die berühmten und reichen Bewohner! Hier stehen Villen von Schauspielern, Designer, Popstars und sogar von blaublütigen.
Um ein paar Namen zu nennen: Tommy Hilfinger, Raquel Welch, Mick Jagger, ja sogar Prinzessin Margaret besitzt hier eine Luxusvilla die auch angemietet werden kann und dass für schlappe 7000 US Dollar die Woche, inklusive Hauspersonal, Köchin und Auto!
Nun ja, wer´s braucht! Ein paar solcher Luxusbauten sind von Bord zu sehen, aber hopla.
Was von Bord aus auch zu sehen ist, ist eine Bar am Strand und von dort klingt Musik über die Bucht. Das ist nicht irgend eine Bar, das ist Basil´s Bar. In Basil´s Bar einen schönen Cocktail zu trinken ist einfach Pflicht wenn man auf Mustique ist, und das werden wir nach dem Abendessen auch tun und bis dahin genießen wir noch die Blues - Rhythmen die zu uns herüber klingen. Bei unserer Ankunft in der Bar erfahren wir das es Live Musik war, doch für heute leider schon Schluss ist. Bereits in Bequia haben wir ein Musikfestival um einen Tag verpasst, und hier kommen wir wieder zu spät. Da es sich um ein Blues Festival handelt geht
es hier morgen zwar weiter, doch dann sind wir leider nicht mehr da. Dann schlürfen wir unsere Cocktails eben nicht zu Live Musik sondern zu Musik aus der Konserve, wodurch das Teufelszeug nicht schlechter schmeckt.
Kurz vor Mitternacht schließen wir so zu sagen die Bar und fahren mit dem Dingi wieder zurück an Bord. Schnell in die Kojen, denn morgen geht es früh los.
Um 06:30 Uhr ist die Leine los und wir sind unterwegs und dann gibt es auch Frühstück. Nein, wir haben heute keine große Strecke vor uns, doch einen guten Grund uns früh auf den Weg zu machen. Die Tobago Cays sind unser nächstes Ziel. Schon lange keine Geheimtipp mehr, denn die Tobago Cays zählen zu den schönsten Inseln der Karibik und werden wohl von keinem Grenadine - Segler ausgelassen. Daher darf man hier mit vielen anderen Yachten rechnen und daher bietet es sich an dort früh an zu kommen um einen schönen Ankerplatz zu ergattern. Ein anderer Grund ist die Ansteuerung. Die Tobago Cays sind umgeben von Riffen und da ist es ganz hilfreich wenn man bei der Ansteuerung die Sonne im Rücken hat damit man die Riffe gut erkennen kann.
Eines der größten Riffe überhaupt ist das Horseshoe Reef, das seinen Namen seiner Form verdankt, da es in Form eines Hufeisens 4 der Cays umschließt.
So laufen wir dieses Traumziel zu einer guten Zeit an: 10:30 Uhr, da brechen die Ersten schon wieder auf und es gibt Platz.

Und für uns mal wieder einer von den Schönsten.
Der Anker rauscht auf den Grund und wir liegen mitten im Paradies. Kein Bild kann so schön sein, wie dass was hier zu sehen ist. Ein wenig erinnert es an diese Fototapeten die es früher gab; gell Christina!
In dieser Idylle muss man auch schwimmen gehen und so bringt Thomas Christina und Bernd mit dem Dingi an den Strand, wo die beiden ganz schön Schnorcheln gehen. Während die Zwei noch schön am plantschen sind und nichts ahnen sichert Thomas das Abendessen und somit Bernds Abendbeschäftigung, denn nun sind wir zu sechst an Bord; zwei Lobster liegen da in einem mit Salzwasser gefüllten Eimer und warten auf ihren Einsatz.
  
   So werden wir heute von Bernd mit Spaghetti in delikater Hummersoße bekocht. Ganz fein!
Doch heute bekommen wir draußen auch was geboten was vom Feinsten ist, es ist Vollmond.
Da hängt er über den Palmen und ein schöner Tag zu geht zu Ende.
Unser Plan sah eigentlich vor zwei Tage in den Tobago Cays zu verbringen denn hier wollten wir auch tauchen gehen. Doch leider ist die Brandung am Riff so stark, dass das nicht besonders schön sein dürfte. So entscheiden wir am Dienstag Morgen die Tobago Cays zu verlassen. Auch heute haben wir nur wenige Meilen vor uns, doch leider wieder ein Behördengang zu erledigen, wir müssen mal wieder ausklarieren.

Das ist eine etwas lästige Angelegenheit die sich leider nicht vermeiden lässt da bei einem Karibik Törn der Anker manchmal fast täglich in einem anderen Hoheitsgewässer fällt. Fast auf jeder Insel weht eine andere Flagge. Einige Inseln sind eigenständig, andere sind wiederum französisch, und und und, alles alt her gebracht, politisch und geschichtlich, koloniale Vergangenheit was eben einfach dazu gehört. So heißt es für dieses Mal Union Island anlaufen, denn hier wird ausklariert und dann dürfen wir noch 24 Stunden hier bleiben ehe wir uns verdünnisieren müssen. Um 11 Uhr in Union Island angekommen geht Thomas zum Ausklarieren während Christina noch ein wenig frisches Obst und Gemüse kauft.
Kurz vor 13 Uhr sind wir schon wieder unterwegs und keine Stunde später fällt der Anker vor Petit St. Vincent.
Petit St. Vincent ist eine reine Hotelinsel - es gibt nichts anderes dort. Das Hauptgebäude des Hotels, die kleinen Bungalows der Hotelgäste, ein Restaurant und eine Bar und das wars.
Doch bei dem kleinen St. Vincent gibt es ein schönes Riff was zum Schnorcheln geradezu prädestiniert ist. So packen wir unsere sieben Sachen zusammen, schmeißen uns ins Dingi und machen uns auf den Weg.
Beim Riff angekommen bringen wir den kleinen Dingianker aus und es kann los gehen. Doch ehe wir gleich alle vier reinhüpfen geht von den Männern erst mal einer schauen. Sieht schlecht aus. Hier ist so viel Strömung das es unmöglich ist, beim Dingi zu bleiben. Dann fahren wir einfach weiter und suchen uns eine andere Stelle, doch das ist einfacher gesagt als getan, da der Dingianker sich so verhakt hat, dass der kleine Teufel nicht wieder auf zu holen ist. Folglich hupft Bernd noch einmal rein und macht uns los. Wenn uns einer beobachtet, zum wegschmeißen.
Jetzt können wir zwar schauen wo es besser sein könnte, doch es ist nirgendwo wirklich besser. Überall ziemlich starke Strömung so dass wir wieder nicht alle zusammen gehen können. Thomas bleibt im Dingi und wir drei gehen ins Wasser und lassen uns von der Strömung an den Riffen vorbei und über die Riffe hinweg ziehen und Thomas sammelt uns dann wieder ein. Es gab zwar schon was zu sehen, doch um einen genauen Blick zu riskieren musste man unheimlich strampeln um nicht vom Strom mitgerissen zu werden, also zu anstrengend um es zu genießen. Und da es so auch kein Spaß macht dauert das Ganze auch nicht all zu lange bis wir uns nach einer anderen Stelle umsehen. Das ist dann unser letzter Versuch, denn die Sonne ist schon weg, dann sieht man eh kaum noch was unter Wasser und noch weniger sieht man, wenn vom Grund Sand und Sedimente aufgewühlt werden, wie es auch der Fall ist. Also zurück an Bord und gut isses!
Was nicht so gut ist, ist das es mal wieder kräftig regnet. Die Regenschauer hier sind ja zwar meist ziemlich kräftig doch nur von kurzer Dauer, und eine kleine Dusche kann ja nicht schaden. Obwohl man sich beim Duschen durchaus aufregen kann. Steuerbord von uns liegt ein Segelboot und auf diesem Segelboot befindet sich eine Person die uns doch tatsächlich beim Duschen filmt. Ja, richtig gelesen, filmt uns mit der Videokamera. Das ist doch die Höhe. Da konnte ich mir nicht verkneifen der "Dame" außer der kalten Schulter noch etwas anderes zu zeigen.

Mittwoch und Zeit Petit St. Vincent zu verlassen. Kurz vor 10 Uhr starten wir und sind schon eine Stunde später in dem nur 6sm entfernten Carriacou, wo Thomas wieder zum Einklarieren gehen muss, und das ganz schnell, denn die haben hier strikte Bürozeiten und um Punkt 12 ist Mittagspause. Doch das hat bestens geklappt und wir holen den Anker wieder auf und weiter geht's nach Sandy Island. Hier soll man schön tauchen und Schnorcheln können. Doch ehe wir uns alle fertig machen checken Bernd und Thomas erst mal die Lage und die ist denkbar schlecht. Da ist nichts mehr zu sehen, alles abgefressen, abgestorben und mit Algen bewachsen. Nichts desto trotz ist das hier ein wunderschönes Plätzchen mit genialem Wasser und einem tollen Strand.
  

Wieder den Anker aufgeholt geht es in die 3sm entfernte Tyrell Bay. Auch diese Bucht ist als eine Bucht zum Tauchen beschrieben doch danach sieht es hier nicht aus.
Damit nicht auch noch der Magen das Knurren anfängt nutzen wir diesen Stop um einen kleinen Mittagssnack ein zu nehmen und holen dann den Anker abermals auf und fahren weiter. Irgendwie haut das mit dem Anglerglück ja nicht mehr so richtig hin.

   Vielleicht sollten wir einfach mal einen etwas farbenfroheren Köder ausbringen. Möglich das die karibischen Fische eher auf was buntes stehen!?
Pah, und genau so ist es. Keine halbe Stunde nachdem die Angel mit dem grün gelben Köder draußen ist, FISCH! Und was für einer, ein schöner Wahoo oder auch King Fish genannt.
Petri heil Thomas!
Wahoo ist in Restaurants manchmal als Fisch des Tages zu bekommen. Ein schöner Fisch mit festem weißem Fleisch. Wow!
2 Stunden später sind wir bei Ronde Island und hier bleiben wir auch. Leider ist es auch hier nichts mit tauchen aber Schnorcheln geht; das ist doch auch was.

Heute Nacht wird was probiert, heute wird eine Reuse ausgebracht. Doch das ist nicht irgendeine Reuse, nein, ein richtig altes erfolgsträchtiges Ding. Ein Geschenk von Thomas und Bernds Freund Flocke und der hat die noch von seinem Opa.
Also werden die Fischabfälle von dem Wahoo in die Reuse gepackt, das Dingens präpariert und ab damit. Wie sagte Bernd doch gleich: "Damit hat Opa Cordes schon an der Tusfelder Talsperre Fische gefangen!" Na, dann wollen wir doch mal sehen ob das hier auch klappt.
Doch zunächst kümmern wir uns mal um den Fisch der da ist und das ist der Wahoo.
Um korrekt zu sein kümmern sich unsere Männer darum. Ich weiß ja gar nicht ob ich mich trauen kann hier schon wieder zu schreiben wie vorzüglich wir gespeist haben?!
Na gut, also: als Vorspeise Fischtartar auf irischen, gebratenen Kartoffeln und Avocado und als Hauptgericht Wahoo a la Thomas, aus dem Ofen mit Kartoffeln und Karotten.
Ein Gedicht! Da macht man den Abwasch hinterher doch gerne und kann zufrieden zu Bett gehen.
Der Donnerstag beginnt wieder etwas eher, denn wir haben knappe 30sm vor uns und wir wollen heute unbedingt noch tauchen gehen, denn das ist die letzte Möglichkeit ehe wir dann in Grenada wieder vor Anker gehen.
Leider wird es nur ein kleiner Tauchgang. Klein im Sinne von Tiefe und im Sinne davon was es zu sehen gibt, denn auch heute macht uns eine starke Strömung einen Strich durch die Rechnung. Doch wir sehen ein paar schöne Fische, schöne Korallen und sehr schöne Gorgonien. Das wars dann und weiter geht's.
Um halb drei Uhr befinden wir uns auf den letzten paar Meilen bis Grenada, wo wir zwei Stunden später in der Prickley Bay ankern.

Hier werden wir ein paar Tage bleiben und hier heißt es auch wieder Abschied nehmen, denn hier werden uns Christina und Bernd wieder verlassen.
Übrigens, von den Beiden gab es im vergangenen Jahr hier schon mal was zu lesen. Unser "Service" der keiner war sondern eine kleine Notlüge um bei einer Überraschungsparty zum 40.sten Geburtstag auf zu tauchen. Das war Bernds Geburtstag und Christina hat ihn mit der Party überrascht, was ihr ziemlich gut gelungen ist.
Jetzt müssen wir doch erst mal in Erfahrung bringen, was hier so los ist und wo man so hingeht. Und wo erfährt man(n) das am Ehesten, genau, an der Bar. So gehen die zwei Männer auf einen sundowner an die Bar und Christina und ich tun es ihnen an Bord gleich.
  

Etwas später machen wir Mädles dann das Abendessen und das soll es für heute dann auch gewesen sein.
Heute, am Freitag, checken wir noch einmal die Lage wie es mit einem Liegeplatz an dem Ministeg aussieht, und es sieht schlecht aus. Das einzige was uns gelingt ist noch kurz vor Mittag rüber zu huschen um Wasser und Diesel zu tanken, dann gehen wir wieder zurück und ankern. Zum Glück hat es heute Nacht geregnet und das Salz ist teilweise schon vom Schiff ab. Dann gibt es noch eine kleine Wäsche von Außen und dann müssen wir auch schon langsam los, da wir für heute Nachmittag eine Inselrundfahrt geplant haben. Auch hier auf Grenada sehen wir uns einen Teil der Insel mit dem Taxi an. So fahren wir die Westküste entlang in Richtung Norden. Unseren ersten Stop machen wir bei Fort Frederick, von dort hat man einen tollen Blick auf St. George, die Hauptstadt Grenadas. Doch es geht noch weiter bergauf und auch wieder runter bis an die Küste, an die längsten und bekanntesten Strände Grenadas, allen voran die Grande Anse Bay. Dazwischen passieren wir kleine, in die Berghänge gebaute Fischerdörfer mit so sympathischen Namen wie Happy Hill. Man ist hier gut damit bedient, sich per Taxi fort zu bewegen, den hier geht es auf den Straßen eng und heiß her und nicht zu vergessen hier herrscht auch Linksverkehr.
Wieder auf einer Straße zwischen zwei Ortschaften hält Traver, unser Fahrer, einfach an. Er macht uns die Türen auf und fordert uns auf aus zu steigen. Was kommt denn jetzt?!
Er geht auf ein paar Bäume zu, bückt sich und sammelt etwas vom Boden auf.
Dieses etwas ist eine Muskatnuss. An jeder Ecke stehen hier Muskatnussbäume. Nicht nur das, auch Bananenstauden, Kakaopflanzen, Mandarinenbäume, Papayabäume, was man sich nur vorstellen kann.

   Doch die Muskatnuss ist für Grenada etwas ganz besonderes. Sogar so besonders, dass sie sich auf der Landesflagge wiederfindet, doch dazu gleich mehr.
Bevor es weiter geht sammeln auch wir noch ein paar dieser Nüsse auf und nehmen die auch mit. Ehe wir mehr über die Muskatnuss erfahren besuchen wir noch die Concord Falls.
Erst durchfahren wir das gleichnamige Tal und dann erreichen wir auch schon das schöne Wasserspiel.
Auch um den Wasserfall herum gibt es interessantes zu sehen, so auch eine grasgrüne Eidechse die zunächst regungslos auf einem Ast sitzt und sich dann aufplustert wie ein Frosch. Reusper, jetzt sind wir regungslos, doch das Tier verschwindet zum Glück in einem großen Hibiskusstrauch. Auch hier stehen sie wieder, die Muskatnussbäume.

Aus dem Tal heraus geht es zurück auf die Küstenstraße und kurze Zeit später kommen wir in Gouyave an, mit 5000 Einwohnern die drittgrößte Ansiedlung Grenadas und was die Muskatnuss ( Nutmeg ) anbelangt ein ganz wichtiger Ort, denn hier steht die Grenada Co-operative Nutmeg Association. Also ein staatlicher Verband der Muskatnuss - Farmer.
Hier erfahren wir mehr über dieses Gewürz das irgendwie jeder kennt und doch nicht. Oder wisst ihr das die Frucht wie sie am Baum hängt auf den ersten Blick aussieht wie eine Aprikose? Das wenn die Frucht reift, die Schale aufplatzt und ein brauner Kern zum Vorschein kommt der von einem dunkelroten Netz, der Muskatblüte, umgeben ist und erst in diesem Kern befindet sich die eigentliche Muskatnuss!
7000 Muskatnuss Farmer gibt es auf Grenada und die meisten von Ihnen bringen ihre Ernte hier her. Hier werden die Nüsse gewogen, umgepackt in dicke Jutesäcke und per Hand und Flaschenzug bis zu vier Stockwerke nach oben gezogen. Dort stehen meterlange und meterhohe Regale mit mehreren Böden in denen die Nüsse 6 - 8 Wochen zum trocknen ausgelegt werden. Von dort kommen sie in eine Art Mühle in der die Schale geknackt wird. Von dieser Mühle fallen die geknackten Nüsse in einen Sammelbehälter. Aus diesem werden die Nüsse per Hand von den Schalen getrennt und verlesen. Dann wird noch getestet ob die Nuss auch gut ist und dies geschieht in einem Wasserbad; die schlechten Muskatnüsse schwimmen oben und werden aussortiert und die guten sinken ab. Dann müssen die Muskatnüsse noch einmal ein paar Tage in diesen großen Regalen zum Trocknen ausgebracht werden. Ehe sie wieder in Säcke verpackt und in alle Welt verschifft werden, werden sie noch kategorisiert und dies geschieht mit Hilfe von Lochblechen. Es gibt unterschiedliche Tische mit unterschiedlich großen Lochblechen, und unterschieden wird in 3 Kategorien. Fällt die Nuss durch das Lochblech durch kommt sie in eine kleinere Kategorie. Ach ja, die Muskatblüte gibt es ja auch noch. Also die wird ganz zu Anfang von dem Kern abgemacht und dann ebenfalls in großen Holzkisten getrocknet wodurch sie dann ihre rote Farbe verliert und gelb wird. Dieser Vorgang findet nur teilweise hier statt, da manche Farmer dies schon selbst erledigen und nur die eigentliche Nuss in der Schale abliefern.
Muskatblüte ist in Deutschland zwar nicht unbedingt ein bekanntes Gewürz aber ein sehr gutes.
Frank, der für uns die Führung gemacht hat, erzählt uns das er schon in Hamburg war und er spricht tatsächlich ein paar Worte Deutsch. Es ist fast Frevel wenn man bedenkt, dass eine Muskatnuss in Deutschland ca. 50 Cent kostet und dieser Mann am Tag für 8 Stunden Arbeit 12 Euro verdient! Das sind Relationen.
Zum Abschluss dürfen wir noch Muskatnuss Likör probieren, jeder bekommt einen Minischraubverschlussdeckel voll, doch das ist nichts was wir kaufen möchten, denn soooo toll schmeckt das nicht, eigentlich nur süß, das ist alles.
Beeindruckt verlassen wir Nutmegland und sind wieder etwas schlauer. Man hat eben nie ausgelernt. Und da heute schon so viel übers Essen im Logbuch steht, gibt es heute kein Rezept sondern nur eine Empfehlung: kauft ganze Muskatnüsse und eine kleine Reibe und nicht schon fertig gemahlene Muskatnuss; wer weiß was darin alles landet und frisch gemahlen würzt eh viel besser und ist viel aromatischer.
Dazu ein Gesundheitstipp: wer erkältet ist streut frisch geriebene Muskatnuss in einen heißen Grog aus Rum, Zitrone und Honig. Dieser "hot toddy" schmeckt besser als jede Medizin aus der Apotheke.
Es wird Zeit das wir uns auf den Rückweg machen. So fahren wir wieder die gleiche Strecke zurück. Wieder zurück in der Prickley Bay gehen wir wieder an Bord, machen uns frisch und dann geht es an die Bar, noch ein wenig die Happy Hour mitnehmen ehe wir zum Abendessen gehen. Hier ist heute den ganzen Abend über was geboten. Zuerst spielt eine Steel Band zwei Stunden lang und anschließend noch eine andere Band bis nach Mitternacht.
Dann wird es auch für uns langsam Zeit den Heimweg an zu treten, denn morgen ist Marktbesuch angesagt.
Es ist Samstag der 02. Februar und um 10 Uhr sitzen wir im Taxi und befinden uns auf dem Weg nach St. Georges zum Markt. Hier herrscht buntes Treiben. Jeder der was zu verkaufen hat, hat hier seinen Stand und bietet seine Waren an, Jung und Alt. Obst und Gemüse in rauen Mengen, frisch geschlachtete Hühner, Gewürze und Essenzen ebenso wie Korbwaren und Souvenirs von Grenada der "Isle of Spice" die Gewürzinsel, wie sie auch genannt wird.
Wir kaufen ein paar Gewürze und ein wenig Obst und verlassen diese illustre Stätte denn wir wollen noch den Fischmarkt besuchen. Ein paar Minuten zu Fuß und wir stehen in der Halle.
Überwiegend Frauen stehen an den Ständen, bieten den Fisch an und zerlegen ihn mit großen scharfen Messern. Direkt gegenüber steht das alte Fischmarkt Gebäude und daneben der Fleischmarkt, wo wir auch noch einen Blick riskieren. Hier hält man sich besser nicht all zu lange auf, denn hier herrschen raue Sitten.
Nach einem 10 Minuten Fußmarsch sind wir am Hafen wo wir gemütlich etwas kaltes trinken ehe wir wieder mit dem Taxi zurück fahren.
Zurück an Bord heißt es für Christina und Bernd dann Taschen packen. Damit sie für die lange Reise gestärkt sind, gibt es noch einen feinen Leberkäs mit einem Händlmaier süssen Senf, also typisch karibisch, fehlt eigentlich nur noch das Weißbier!
Gegen 17 Uhr fahren wir dann an Land und genehmigen uns an der Bar einen Abschiedstrunk ehe Christina und Bernd mit dem Taxi zum Flughafen fahren und wir ihnen nach winken.
Bis bald, und kommt gut heim!
Wenige Minuten nach 19:30 Uhr donnert eine Maschine über uns hinweg, da sitzen sie drin.
Wir sitzen noch ein wenig an der Bar und lassen so den Tag und die Woche ausklingen.
... was uns die neue Woche so gebracht
... in einer Woche wieder hier:
gleiche Welle, gleiche Stelle!

so long

Diana + Thomas

Kluge Worte gibt es heute von Samuel Butler:
Leben ist die Kunst, aus falschen Voraussetzungen richtige Schlüsse zu ziehen.