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Logbuch

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KW 06 2002

03.02.2002 - 09.02.2002

Es ist Sonntag der 3.Februar und wir befinden und noch auf Grenada in der Prickley Bay.
Da wir heute in der Nacht aufbrechen werden, lassen wir es heute ganz langsam und gemütlich angehen und beginnen den Tag mit einem kleinen Frühstück in der Tiki Bar.
Hier in der Prickley Bay liegt eine Yacht von der vor kurzem viel zu hören war, und das durch ein schlimmes Ereignis. Die Seamaster, ein großer Stahlschoner, mit dem der bekannte Segler, unter anderem auch America´s Cup Gewinner in den Jahren 1995 und 2000, Sir Peter Blake unterwegs war. Im Dezember vergangenen Jahres befand sich Blake mit der Seamaster und seiner Crew im Amazonas, als sie von Piraten überfallen wurden und Sir Peter Blake erschossen wurde. Die Seamaster hat hier am Wochenende an einer kleinen Regatta teilgenommen und bei der Siegerehrung wurde in Erinnerung an Sir Peter Blake gedacht.
Auch solch schlimme Dinge passieren.
Die Seamaster verlässt heute Prickley Bay und wir werden es ihnen gleich tun.
So sind wir am frühen Montag Morgen um 2 Uhr in Richtung Trinidad unterwegs.
Das sind gute 80 sm und wir wollen dort am Nachmittag ankommen, deswegen die Nachtfahrt. Wir verlassen die Bucht, wobei wir uns mit Radar und viel Navigation an den Riffen vorbei lotsen. Keine Stunde später sind die Segel gesetzt und mit 7 Kts Fahrt zieht es uns dahin. Eine wunderschöne Nacht um zu segeln, sternenklar und hell, denn erst vor zwei Tagen war Vollmond. Kurz nach Sonnenaufgang hängen wir dann auch die Angel mal wieder raus, doch leider ohne Erfolg. Vermutlich stehen die Fische hier wieder auf andere Köder. Wäre nicht weiter verwunderlich, denn das Wasser hier ist komplett anders als das was wir bisher gesehen haben: richtiggehend grün. Aber nicht schmutzig, nein klares Wasser aber es sieht grün aus. Zwei mal läuft die Angel aus, doch leider bekommen wir das was da dran war nicht an Bord. Dann eben nicht!
Außer einer Bohrinsel ist hier nichts zu sehen.

13 Stunden sind wir unterwegs als wir Boca de Monos erreichen, wo wir mit einem Regenschauer begrüßt werden. Danke! Bei der Durchfahrt haben wir eine extrem starke Strömung gegen uns, so dass wir die Segel einholen und mit den Maschinen nur langsam voran kommen. So erreichen wir den Golf von Paria, der sich zwischen Trinidad von Venezuela befindet, und nehmen Kurs auf Chaguaramas, wo wir zum Einklarieren gehen müssen.
Was wir hier sehen, hat nichts damit zu tun, was man sich so unter Karibik vorstellt. Eine Werft neben der Anderen, Bohrinseln, zahllose Schiffe liegen kreuz und quer vor Anker und der Weg zum Customs Dock ist kaum ausfindig zu machen.
  

So tasten wir uns durch dieses Gewirr und legen um 16:15 Uhr am Customs Dock an, was teuer wird. Wenn wir auch recht flott unterwegs waren, so haben wir doch etwas länger gebraucht als gedacht, und somit geht unsere Rechnung nicht ganz auf. Hier kann man nämlich bis 16:00 Uhr normal einklarieren, kommt man später, so wird man kräftig zur Kasse gebeten da eine Art Überstundenzuschlag zu zahlen ist. Es hilft alles nichts, man muss bei Ankunft direkt einklarieren und darf nicht bis zum nächsten Tag warten. Fast eine Stunde dauert das Prozedere, dann machen wir uns auf den Weg um einen Ankerplatz zu finden, da in der Marina, in die wir gerne gegangen wären momentan kein Platz frei ist. So finden wir um die Ecke ein ganz ruhiges und lauschiges Plätzchen wo wir uns kurz nach 18 Uhr mit Anker und Heckleine festmachen. Hier sieht es etwas gemütlicher aus, doch eines kann man hier sicherlich nicht: schwimmen gehen, denn hier schwimmt eine Unmenge Öl rum.
Geduscht, gekocht und zu Abend gegessen reicht es dann auch für heute, und morgen sieht man dann weiter.
Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht machen wir uns am Dienstag morgen auf den Weg um die Lage zu checken. Wir wollen nach wie vor in die Marina, bzw. müssen, denn wir haben Probleme mit dem Vorsegel, mit der Rollfock stimmt etwas nicht.
Folglich müssen wir jemanden finden, der sich mit Riggs auskennt um das in Ordnung zu bringen, es gilt ausfindig zu machen, wo Wäsche gewaschen werden kann, und und und.
Bei unseren Erkundungen sehen wir das sich auch Bobby Schenk zur Zeit in der Karibik befindet; zu mindest steht sein Segelboot, die Thalassa, hier in einer Marina.
Wem der Name Bobby Schenk nichts sagt:
Schenk ist ein Richter aus München, der schon mehrfach die Welt umsegelt und auch etliche Bücher geschrieben hat. Anfangs hat Schenk Einrumpfboote, Monos, gesegelt und hat an Mehrrumpfbooten kein gutes Haar gelassen. Mittlerweile hat er seine Meinung darüber wohl drastisch geändert und segelt nun selbst einen Katamaran.
Am frühen Nachmittag gehen wir zurück zum Schiff, essen einen Happen dann geht es weiter. Thomas geht noch Mal los und ich bleibe an Bord, denn das Logbuch ist wieder mal nicht fertig, also hat jeder was zu tun.
Abends passiert nicht mehr viel, denn morgen müssen wir früh raus.
So ist Thomas am Mittwoch bereits um halb acht Uhr bei dem Rigger und im Anschluss macht er das mit dem Liegeplatz in der Marina klar und wir machen uns dann auch umgehend auf den Weg dort hin.
Am Außensteg angelegt mache ich mich direkt auf den Weg ins Reisebüro, denn unser Programm für Karneval in Trinidad steht schließlich noch nicht. Um einen kleinen Vorgeschmack zu bekommen geht es gleich heute Abend los. Wir fahren in zwei Camps, in denen diese gigantischen Kostüme für Karneval hergestellt werden.
Mas Camps werden diese Häuser, bzw. Hallen genannt. Mas ist die Abkürzung von Masquerade. "Do you the mas" wird man nur gefragt und gemeint ist ob man am Karneval teilnimmt. Um 18 Uhr werden wir abgeholt und fahren nach Port of Spain, die Hauptstadt Trinidads. Dort geht es hoch hinauf zu Fort George, eine alte Verteidigungsanlage aus britischen Tagen ( 1777-1779 ) und von hier hat man eine phantastische Aussicht auf Port of Spain.

   Nach einem Rumpunsch bei der Ankunft gibt es ein kleines Abendessen ehe wir wieder die steilen, engen Straßen hinunterfahren und direkt das erste Mas Camp ansteuern, das der Band Barbarossa. Jede Band hat einen Namen, und für jeden Karneval hat jede Band ein Thema worauf dann die Kostüme abgestimmt werden. In einem kleinen Raum werden die verschiedenen Modelle ausgestellt und auch verkauft. Vor dem Camp stehen Sicherheitskräfte und die Halle in der die Kostüme hergestellt werden ist mit Gittern verbarrikadiert. Das ist leider ein Bild was hier häufig zu sehen ist; alles vergittert. Wohnhäuser ebenso wie ein einfacher Imbiss an der Straße oder eine kleine Bar, selbst dort hängt ein Gitter über dem Tresen. Scheint hier doch ziemlich rau zuzugehen.

Eigentlich wollte ich von diesem Mas Camp ein Bild machen doch das wurde mir dann direkt untersagt. Um ein Bild von den Kostümen zu bekommen kann man einen Flasche Wein kaufen und dort sind die verschiedenen Modelle dann auf dem Etikett abgebildet. Auch eine Idee, aber nicht unbedingt einen Gute, finde ich. Dann gibt es eben kein Bild und wir fahren weiter ins nächste Camp. Dort geht es etwas lockerer zu. Man kann direkt in die Halle in der alles hergestellt und verkauft wird und auch während wir da sind, Einheimische kommen um sich ihre Kostüme zu kaufen. Ca. 250€ kostet eines dieser glamourösen Kostüme, nicht gerade wenig. Genug gesehen, weiter geht es, und jetzt gibt es was auf die Ohren. Wir besuchen eine Probe der BP Renegades, eine Steelband. Zu Anfang spielen nur 10 - 15 Personen, dann werden es immer mehr und mehr, bis zu guter letzt sicherlich 40 Männer und Frauen aufspielen und ihr Bestes geben. Phänomenal was wir hier zu bieten bekommen.
Doch das war für heute noch nicht alles. Mit dem Bus geht es noch eine Station weiter, zum Victoria Square. Hier stellen sich Mitglieder der einzelnen Bands in vollen Kostümen vor, erzählen und singen über sich. So sehen wir zum ersten Mal diese prachtvollen Kostüme angezogen. Das ist eine von den vielen Veranstaltungen die schon vor einer Woche begonnen haben, und so ist bis Aschermittwoch jeden Tag Party bis zum Abwinken.
22:30 Uhr und Zeit um zurück zum vereinbarten Treffpunkt zu gehen um die Rückfahrt an zu treten.
Am Donnerstag kommt schon früh der Mann, der sich um unsere Rollfock kümmert und ich mach mich wieder auf den Weg nach Port of Spain, die Supermarktlage abklopfen da wir noch einkaufen müssen, denn über Karneval ist hier alles dicht, dann gibt es nichts mehr zu kaufen, folglich gehen auch alle vorher bunkern. Am frühen Nachmittag bin ich dann wieder zurück und Thomas ist mit Billy und seinen Mannen mit der Rollfock zu Gange.
Nun ist es höchste Zeit, das wir uns Tickets besorgen für die eine oder andere Karnevalsveranstaltung. Wenn man nicht weiß wie das hier vor sich geht ist das mal gar nicht ohne. Das bedeutet das ich mich wieder auf die Socken mache und am Abend haben wir dann auch das Programm beisammen. Programm für vier, denn am Samstag kommt Verstärkung aus Österreich; Gerhard und Felix kommen nach Trinidad und zusammen wollen wir den Karneval in Trinidad erleben und mitmachen.
Am Freitag heißt es Kostüme besorgen für die Jouvert Party ( darüber kommende Woche mehr ) und dann ist auch wirklich einkaufen angesagt. Das sind meine Aufgaben und Thomas ist nach wie vor mit der Rollfock beschäftigt und es scheint als könnte sie repariert werden; zum Glück.
Samstag der 09.02. und heute Abend kommen Gerhard und Felix an. Bis dahin ist noch das eine oder andere zu tun, doch als erstes verlegen wir uns innerhalb der Marina. Hier wird ein großes Schiff erwartet und wir wurden gebeten ob wir nicht an einen anderen Liegeplatz gehen würden. Das machen wir doch gerne, zumal an dem Außensteg recht viel Schwell war und ganz zu schweigen von dem Öl das auf dem Wasser schwimmt und am Schiff schön hängen bleibt. Seit wir hier sind war auch große Wäsche angesagt, doch die geht heute zum Glück auch in die letzte Runde. Da heute der erste Tag ist, an dem niemand an Deck rumrennt und arbeitet, wird noch sauber gemacht und das soll es dann gewesen sein.
Um 18:30 Uhr sollen Gerhard und Felix landen. Als sie dann um halb neun immer noch nicht da sind, gibt uns das dann doch zu denken. Völlig unnötig, wie sich keine 10 Minuten später herausstellt als die Rezeption über Funk bescheid gibt, das sie angekommen sind.
Thomas geht los um die beiden ab zu holen, doch irgendwie verfehlen sie sich knapp. Als dann wieder alle an Bord sind geht schon das große Gelächter los. So sitzen wir bei dem einen oder anderen Glas Rumpunsch beisammen, freuen uns auf die kommenden Tage und lassen diesen Tag langsam ausklingen.

... was uns die neue(n) Woche(n) so gebracht ...
das Logbuch der Woche 7 wird spätestens am Freitag den 22. Februar verfügbar sein, also auch verspätet, sorry dafür, doch dann gibt es auch mehr Bilder und ab kommender Woche stimmt es dann wieder wenn es heißt:
... in einer Woche wieder hier:
gleiche Welle, gleiche Stelle!

so long

Diana + Thomas

Nicht das jemand auf den Gedanken kommt, man könnte sich auf nichts mehr verlassen; hier der kulinarische Ausflug in unsere Bordküche:

Überbackene Quarknudeln

200g durchwachsener Speck ohne Schwarte
1 große Zwiebel
250 g Möhren
1 Bund ( glatte ) Petersilie
250 g Farfalle ( Schleifchennudeln )
250 g Magerquark
Salz
Schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 TL Oregano
Fett für die Auflaufform
0,2l saure Sahne


Den Speck in Würfel schneiden und in einer beschichteten Pfanne ohne Fett knusprig anbraten, herausnehmen und beiseite stellen. Die Zwiebel schälen, fein hacken und in dem verbleibenden Bratenfett weich dünsten.
Die Möhren schälen und grob raspeln, zu den Zwiebeln geben und 5 Minuten mitdünsten und vom Herd nehmen.
Petersilie waschen, die Blätter abzupfen und grob hacken und ebenfalls untermischen.
Die Nudeln in Salzwasser 8-10 Minuten garen, so dass sie noch Biss haben und abtropfen lassen.
Die Nudeln mit dem Quark, der Möhren-Zwiebel-Petersilienmischung und zwei Drittel der Speckwürfel vermengen; mit Salz, Pfeffer und Oregano abschmecken.
Eine Auflaufform einfetten, die Mischung einfüllen und die saure Sahne gleichmäßig auf der Masse verteilen und mit den restlichen Speckwürfeln bestreuen.
Im vorgeheizten Backofen bei 250°C auf mittlerer Schiene 20 Minuten überbacken; fertig.
Dazu einen schönen Blattsalat.
Mahlzeit.


Eine nachdenkliche Minute beschert uns diese Woche Johann Peter Hebel:
Alle Gelegenheit, glücklich zu werden hilft nichts, wer den Verstand nicht hat, sie zu benutzen.