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KW 07 2002
10.02.2002 - 16.02.2002
Es ist Sonntag der 10. Februar und heute geht es für uns los: Karneval
in Trinidad!
Da wir eine lange Nacht vor uns haben ist tagsüber so wenig wie möglich
angesagt um am Abend fit zu sein. Wir werden um 18 Uhr abgeholt und fahren
nach Port of Spain in den Queens Park Savannah zu einer Veranstaltung die
den Namen trägt: Dimanche Gras. Hier werden heute Abend die Kings and
Queens of the Bands gewählt und heute ist das Finale, denn vergangene
Woche Dienstag und Freitag fanden bereits Vorentscheidungen statt, wer zum
Finale darf. Jede der Karneval Bands hat also einen König und einen Königin,
und das sind die, die die prachtvollsten Kostüme tragen.
Hier im Queens Park Savannah sind rechts und links Tribünen mit Sitz-
und Stehplätzen wie in einem Stadion und dazwischen ist die große
Showbühne. Diese ist durchgehend präpariert ist wie eine Straße
und misst sicherlich über 200 Meter Länge und locker 20 Meter Breite.
Wir haben Sitzplätze und da sitzen und harren der Dinge die da kommen
und ahnen schon
Geniales, denn die überdimensionalen Kostüme ragen über die
hohen Wände hinaus und wir sehen wie sie blinken und funkeln.
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Die Show wird eröffnet und dann geht es auch Schlag auf Schlag.
Eine Stunde lang werden die Kostüme vorgeführt und ziehen
an uns vorbei von rechts nach links. |
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Hier findet heute noch ein Calypso-Wettbewerb statt. Auftritte von Interpreten
die hier in Trinidad wohl sehr bekannt sind. Wenn die Massen dann euphorisch
werden ist auch für uns klar, das dass jetzt ein ganz besonderer Interpret
sein muss. Eine nette Abwechslung, doch das ganze zieht sich recht lange hin,
und da uns die Musikszene hier alles andere als bekannt ist, sagt uns das
nicht all zu viel und wird mit der Zeit auch leicht fad.
Ehe die Prämierung der Kings and Queens of the Bands in die zweite Runde
geht, gibt sich noch ein ganz hohe Persönlichkeit die Ehre. Der Premierminister
von Trinidad und Tobago kommt mit seinem Daimler auf die Bühne gefahren
und im Park bebt es, die Menschen jubeln ihm zu. Da steht er und winkt, sagt
ein paar Worte und fährt wieder weg. Nach diesem hohen Besuch geht dann
auch der Calypso-Wettbewerb (leider) in die zweite Runde und im Anschluss
daran ziehen noch einmal die prachtvollen Kostüme der Kings and Queens
an uns vorbei, dieses Mal von links nach rechts. Das Ende der Veranstaltung
bekommen wir leider nicht mehr mit, denn wir müssen uns langsam auf den
Weg zu unserem Treffpunkt machen, wo wir um 23Uhr wieder abgeholt werden.
Auf dem kleinen Fußmarsch zu dem vereinbarten Treffpunkt bekommen wir
dann den Premierminister noch einmal zu sehen, und das aus nächster Nähe.
Wir sehen den Autokorso anrollen und bleiben am Straßenrand stehen,
sehen die Limousine des Präsidenten und winken und er winkt tatsächlich
freundlich zurück. Das war doch gutes Timing.
Manch einer fragt sich jetzt vielleicht: "Warum gehen die denn schon,
der Höhepunkt der Veranstaltung kommt doch erst noch?" Gute Frage,
stimmt eigentlich auch, aber, wir fiebern einem ganz anderen Spektakel entgegen
und das heißt J´Ouvert.
J´Ouvert ( sprich: Schurweei) und Monday Night Mas ist DER eigentliche
Auftakt des Karnevals und beginnt am Montag Morgen um 4 Uhr und da dürfen
wir doch nicht fehlen, oder?! Auch hierfür haben wir einen Transport
und Tickets und dafür heißt es um 1:30 Uhr umgezogen parat zu sein.
Also gehen wir jetzt zurück an Bord, ziehen uns um, trinken noch ein
Tässchen Kaffee und einen Fruchtsaft und dann machen wir uns auf den
Weg.
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Für J´Ouvert haben wir "Kostüme":
ein Band T-Shirt und Shorts dazu, und ganz wichtig, ein kleines Armband
( wie im Cluburlaub ) und ohne das geht gar nichts.
Nur in diesem Dress und mit diesem Armband ist man mit dabei, kommt man in das Camp der Band und bekommt während der Veranstaltung was zu essen und jede Menge zu trinken. "Desert Rats" heißt die Band mit der wir mitgehen. So werden wir um punkt 1:30 Uhr wieder abgeholt und erneut nach Port of Spain gefahren, doch dieses Mal außerhalb der Stadt, ins Lions Cultural Center, denn dort ist das Camp der Desert Rats und hier wird die Meute in Stimmung gebracht und das mit jeder Menge Drinks und Musik. |
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Musik die aus riesengroßen Boxen strömt. Musik aus der Konserve,
aber auch Live Musik wird geboten. Seit Tagen hören wir im Radio einen
Interpreten namens Rupee der wirklich gute Musik macht. Und genau der hüpft
hier auf die Bühne und singt ein paar Titel und sorgt ordentlich für
Stimmung. Das alles läuft total unkompliziert ab. Bei ihm auf der Bühne
tanzen die Fans um ihn herum, und da gibt es kein großes Gehabe mit
security und ähnlichem Kram. Wie er dann von der Bühne geht nutze
ich die Gelegenheit um auch mal eben "hallo" zu sagen und siehe
da, Rupee spricht tatsächlich ein paar Worte deutsch. Da staun ich aber!
Wenn Rupee auch weg ist, die Party geht jetzt erst richtig los. Doch, was
ist überhaupt J´Ouvert?
Eigentlich ist J´Ouvert eine Schlamm und Farbenschlacht mit Musik und
Party und das alles findet in den Straßen von Port of Spain statt, beginnt
um Schlag 4 Uhr und hat open end.
Unter Schlamm und Farbenschlacht ist wirklich zu verstehen, das man sich damit
gegenseitig einschmiert. Tja, und wir, wir sind irgendwie noch ziemlich sauber,
was sich schnell ändert.
Immer wieder taucht jemand mit so einem Farbeimer auf und schmiert einem dieses
Zeug ins Gesicht, an die Klamotten, in die Haare, wo auch immer, Hauptsache
man wird ordentlich eingesaut. Wir haben zwar keine Farbe dabei, doch man
darf schon mal in einen "fremden" Farbeimer reingreifen und jemanden
ein wenig einsauen, was tierisch Spaß macht.
Ach ja, seit heute gibt es auf Trinidad übrigens einen neuen Tanz.
Der Schuhbladdler wurde kultiviert, und wie.
Felix versucht einem Einheimischen das Schuhbladdeln bei zu bringen. Ein Bild
für Götter. Wir haben uns halb kaputt gelacht bei diesem Anblick
und andere standen daneben und hatten überhaupt keine Idee was hier passiert,
geschweige denn was das ist.
G n a d e n l o s gut!
Die Stimmung ist also bestens und so langsam macht sich in der Meute Aufbruchstimmung
breit. Und Aufbruch heißt, das sich ein Zug von mehreren hundert Menschen
in Begleitung von zwei großen Musiktrucks und mehreren Getränkewagen
in Bewegung setzt. Auf den Musiktrucks sind diese großen Boxen montiert
und DJ´s legen fetzige Musik auf und die Getränkewagen versorgen
unterwegs die ganze Meute mit kühlen Getränken.
Und wenn ich sage der Zug setzt sich in Bewegung, dann heißt das nicht
das man hald durch die Straßen geht, nein, es wird durch die Straßen
getanzt. Jeder tanzt zu dieser genialen Musik; Soca, Calypso und was das alles
ist. Ein Rhythmus, da kann man gar nicht anders als tanzen, und das jeder
mit jedem. Da das Camp ja etwas außerhalb gelegen ist, dauert es eine
ganze Weile bis wir auf andere Bands und auch Menschen an den Straßen
in Port of Spain treffen.
Bisher haben wir ja eigentlich fast nur Farbe abbekommen doch das soll sich
schnell ändern, denn jetzt kommt die Schlammparty in Gange. Mud nennen
sie die Masse die aus Erde und Wasser angerührt wird. Es dauert nicht
lange dann hat keiner von uns auch nur noch eine Stelle die nicht mit Mud
oder Farbe beschmiert ist. Ein tolles Gefühl, vor allem, wenn das Zeug
antrocknet, hmmm.
Doch genau so muss es sein und genau so geht es weiter und das für Stunden.
Tanzen, trinken, einschmieren und dabei noch Leute kennen lernen. Einer ist
so baff, dass wir aus Deutschland bzw. Österreich sind, der kann es kaum
fassen. Er verschwindet für einen kurzen Moment und kommt mit einer kleinen
Dose in der Hand wieder. In dieser Dose befindet sich auch Farbe, aber golden,
und genau damit werden wir alle bedacht und rennen somit von jetzt an mit
goldigen Nasen und Ohren rum. Thomas und Gerhard haben am meisten Gold abgekriegt.
Nun ja, bei den beiden war es auch am Nötigsten, denn die haben auch
am meisten Mud am Leib J Wir sind schon seit Stunden unterwegs und es wird
schon langsam hell, und bei Licht betrachtet sehen wir eigentlich alle ziemlich
schlimm aus; doch was soll´s!
Es ist wirklich unmöglich die Atmosphäre die in den Straßen
herrscht zu beschreiben. Es ist wirklich eine einzige Riesenparty, Riesenstimmung,
jeder tanzt mit jedem, jeder lacht mit jedem und null Aggressivität.
Spaß haben, das ist das einzige was hier alle wollen und das haben wir
ohne Ende. Auch wenn J´Ouvert an sich kein Ende hat, so ist bei uns
dann doch ein Ende in Sicht, denn die Rückfahrt ist organisiert, und
ganz übertreiben soll man es ja auch nicht. So machen wir uns wieder
auf den Weg zum Treffpunkt, was leider wieder viel laufen bedeutet und die
Beine sind doch ziemlich müde. Doch wir kommen gut und rechtzeitig an
und werden von Jesse auch schon erwartet, denn der steht da und teilt große
graue Müllsäcke aus. Jeder von uns muss in solch einen Sack, damit
wir nicht die Autositze verdrecken. Selbst das ist noch eine Gaudi. Manch
einer hat dieses Spektakel weniger gut überstanden als wir und ist kaum
noch in der Lage alleine zu gehen. Auch das kommt vor.
So fahren wir zurück und es ist mittlerweile 10 Uhr Montag Morgen als
wir in der Marina ankommen. Ich mach mich auf den Weg zum Schiff um für
uns Duschzeug zu holen. Auf dem Weg dort hin ernte ich etliche komische Blicke
und dumme Sprüche. Eine paar Deutsche sitzen auf ihrem Charterschiff
und rufen: "Ui, die hat es aber böse erwischt"
Da konnte ich mir nicht verkneifen zu erwidern das einem so was selbstverständlich
nicht "passiert" wenn man nur an Bord und in der Marina rumhängt,
und schon war Ruhe.
In den Duschen, ein Bild des Grauens. Wir sind ja nicht die einzigen die von
Kopf bis Fuß verdreckt sind und jeder geht jetzt duschen.
Es war kein Leichtes das Zeug ab zu bekommen und ich hab schon mit dem Schlimmsten
gerechnet was die Haare anbelangt. Doch nach ordentlich einweichen und schrubben
sehen wir fast aus wie neu, und jetzt nichts wie ab in die Koje und schnell
schlafen.
Was eine Fete, wow!
Bei der Hitze ist mit schlafen leider nicht all zu viel drin und so kommt
es das wir am frühen Nachmittag schon wieder unter den Lebenden sind.
Doch heute werden wir uns ruhig verhalten, wir gehen am Abend noch eine Kleinigkeit
essen und das soll es dann gewesen sein, denn am Dienstag geht es wieder weiter.
Dienstag Morgen und um 8 Uhr werden wir wieder nach Port of Spain gefahren
und es geht wieder in den Queens Park Savannah, Heute ist hier wirklich überall
der Teufel los, heute ist die "Parade of the Bands" das heißt
alle Band, also alle Karnevalsgruppen ziehen voll kostümiert durch die
Straßen und tanzen und feiern was das Zeug hält.
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In Queens Park Savannah ist eine Art Höhepunkt
dieser Parade denn hier auf der Bühne präsentieren sich die
Bands und auch jeder Einzelne. "Play yourself" nennen sie
es, wenn sich die Teilnehmer präsentieren und in den Vordergrund
tanzen und bringen, denn hier sitzt Presse, Funk und Fernsehen. Das
Karnevalsevent schlecht hin. Hier ziehen alle Bands vorbei und sind
kaum in Schach zu halten, ehe sie auf die Bühne dürfen. Sie
stürmen die Bühne förmlich und man kann nichts anderes
tun als nur staunen und begeistert sein.
Da tanzen sie, die kaffeebraunen Schönheiten in ihren glamourösen knappen Kostümen. Alles ist auf den Beinen, jung und alt, groß und klein, schlank und weniger schlank, alle sind sie mit dabei. |
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Was allerdings wirklich lächerlich ist, nein eher peinlich, ist wenn
in mitten der Einheimischen auch Touristen mitmischen, die dann auch diese
Kostüme tragen. Mal abgesehen davon das ein solches Outfit auf bleicher
Haut alles andere als gut aussieht haben sie auch den Beat nicht den es braucht
und somit sieht das Ganze meist ziemlich steif aus, wenn die mittanzen.
Auch hier hat jede Band ihre Trucks dabei von denen Musik tönt oder teilweise
auch dröhnt, und ganz vereinzelt sieht man auch kleine Abordnungen von
Stell-Bands.
Eine Zeit lang sehen wir uns das von unseren Sitzplätzen aus an, dann
machen wir uns auf den Weg raus in die Straßen. Auch heute treffen wir
unterwegs wieder ein wenig Prominenz, heute ist es der Polizeichef von Trinidad
und Tobago der mir die Hand schüttelt und fragt ob es mir denn auch gefällt.
Nett!
Heute ist hier wirklich überall die Hölle los. An den Straßen
ein Getränkestand und Imbiss-Stand neben dem Anderen. Frische Trinkkokosnüsse
werden verkauft und überall stehen unendlich viele Autos bei denen ganze
Familien Picknick machen und einfach mit dabei sind. Man sieht zwar Polizei,
auch berittene Uniformierte, doch es geht sehr friedlich zu, wir sehen nicht
ein Mal das die Polizei einschreiten musste.
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Wir essen einen Happen und dann mischen wir uns wieder ins Getümmel.
So bekommen wir die Teilnehmer der Parade auch aus nächster Nähe
zu sehen und können zu ein paar ganz "hohen Persönlichkeiten"
aufblicken. Es ist der Wahnsinn zu zusehen, wie sich die Leute mit diesen Stelzen bewegen. Diese Vielfalt von Eindrücken, Szenen und Ereignissen alle aufzunehmen ist schier ein Ding der Unmöglichkeit. So machen wir uns gegen 17 Uhr wieder ein Mal auf den Weg zu dem vereinbarten Treffpunkt um die Rückfahrt an zu treten. |
Mit wem fahren wir da eigentlich die ganze Zeit hin und her? Vorhin habe
ich von Jesse gesprochen und gemeint ist damit Jesse James, der Inhaber von
Members only, einem Maxi Taxi Service. Er und seine Frau Sharon betreiben
auf Trinidad diesen Service und wir können nur eines sagen: bei den beiden
ist man in besten Händen. Es gibt nichts, worum sie sich nicht kümmern
oder was sie nicht tun. Für alle Veranstaltungen die wir besucht haben,
haben sie die Tickets und den Transport organisiert. Sie haben einen Fahrdienst
von und zum Flughafen, veranstalten Inselrundfahrten, Sightseeing Touren,
etc. Auch bei alltäglichen Problemen und Fragen helfen sie einem jederzeit
gerne weiter und man hat stets das Gefühl willkommen und gut aufgehoben
zu sein.
Ganz großes Kompliment, und sollte von euch mal jemand nach Trinidad
kommen, dann ist das die richtige Adresse: Jesse James und Sharon Rose James
von Members only Maxi Taxi Service, e-mail jessejamesmembersonly@yahoo.com
oder Telefon 633-3486.
Zurück in der Marina endet der Dienstag mit einem Abendessen und mehr
ist nicht mehr zu wollen, denn wir sind alle ziemlich platt. Schee wars!
Für Mittwoch haben wir schon wieder volles Programm, denn es heißt
einkaufen gehen, Schiff klar machen und ab in Richtung Tobago, denn wir müssen
uns ja an einem schönen ruhigen Ort vom Karneval erholen.
So gehen Felix und ich ( mit Jesse James ) zum Einkaufen und Thomas und Gerhard
machen klar Schiff. Doch klar Schiff machen ist heute wirklich nicht einfach,
da in der Marina eine Unmenge von Öl im Wasser ist. An den Rümpfen
hängen richtige Ölklumpen, so viel ist es.
Es ist offensichtlich, das da einer eine riesige Schweinerei gemacht hat.
Nahezu unmöglich dieses Zeug vom Schiff zu entfernen. Thomas und Gerhard
damit also alle Hände voll zu tun. Wir haben auch alle Hände voll
zu tun, denn wir müssen in einer Stunde mit unserem Einkauf fertig sein,
denn dann fährt das Taxi wieder.
So ist es kurz 16 Uhr bis wir alle alles erledigt und verstaut haben und die
Leinen losmachen können. Sicherlich werden wir heute nicht mehr all zu
weit fahren, nein, es geht nur in eine
2 sm entfernte Bucht, die Grand Fond Bay. Hier werden wir übernachten
und morgen in der Früh uns zeitig auf den Weg nach Tobago machen.
Am Donnerstag heißt es um 5 Uhr aufstehen, frühstücken eine
Stunde später sind wir unterwegs doch leider macht das Wetter nicht so
richtig mit. Wir müssen gegen sehr starke Strömung anfahren und
das heißt zunächst unter Motor fahren. Das wäre noch nicht
gar so schlimm, hätten wir nicht auch noch die Welle und den Wind direkt
von Vorne. Wir werden also kräftig durchgeschaukelt und erst nach 4 Stunden
können wir dann die Segel setzen.
Wir kommen dann zwar einigermaßen voran, werden aber auch von zwei Regenschauern
erwischt. Alles in Einem keine all zu schöne Überfahrt nach Tobago,
doch nach gut 13 Stunden kommen wir dort an und ankern in der Milford Bay,
oder auch Store Bay genannt.
Wir machen uns noch etwas zum Abendessen und dann soll es für heute auch
reichen.
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Am Freitag sehen wir erst richtig, wo wir eigentlich
sind. Links von uns ein endlos langer Palmenstrand und davor ein tolles
großes Riff, das Buccoo Reef. Doch ehe wir uns das aus der Nähe
betrachten können bringe ich die Männer mit dem Dingi an Land:
Thomas muss mal wieder zur Behörde Papiere machen und Gerhard und
Felix haben auch etwas zu erledigen.
Später hole ich sie wieder ab, was sich nicht ganz einfach gestaltet, da an dem Strand eine ziemlich starke Brandung herrscht und mich eine große Welle erwischt. Da steht auch schon ein Schrank von einem Mann parat der uns zurecht weist, wie wir wieder vom Strand wegfahren sollen; ein Lifeguard wie früher bei Baywatch, na ja. |
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Zurück an Bord checken Thomas und Gerhard mit dem Dingi die Lage am
Riff und wie die Beiden wieder zurück sind, holen wir den Anker auf und
fahren ein kleines Stück weiter, eben zu diesem Buccoo Reef vor diesen
tollen Strand.
Dieser wunderschöne Strand ist sehr bekannt, denn der Reiseführer
sagt, hier wurde der Baccardi Werbespot gedreht.
Das Ankern dauert hier leider etwas länger und mit unserem normalen Anker
haben wir keine Chance. So wird der andere Anker rausgeholt und mit dem klappt
es auf Anhieb und wir können diesen tollen Anblick genießen. Genau
das Richtige um gemütlich einen Sundowner zu trinken und den Tag langsam
ausklingen zu lassen.
Samstag der 16.02. und bereits um halb sieben ist die Nacht vorbei, denn diese
Nacht hat auch der andere Anker nicht überstanden und wir sind etwas
vertrieben. Also heißt es zügig den Anker aufholen und erst mal
weg hier. Wir verlassen also Buccoo Reef und fahren weiter in die Mount Irvine
Bay wo wir erst mal frühstücken.
Um halb elf sind wir dann wieder unterwegs und das in Richtung Norden. Wind
ist da, also Segel setzen und mit 7 Knoten fahren wir dahin. Kapitän
Leutnant Thomas und Admiral Gerhard schippern uns die 30sm dahin und wir kommen
mittags um 16 Uhr in einer traumhaften Bucht an. Dort sind wir auch gleich
am richtigen Platz denn dort ankern wir neben Landsleuten von Felix und Gerhard.
Auch ein Katamaran, Gryllos III und an Bord sind Alexandra und Karl.
Thomas und ich hüpfen schnell ins Dingi um an Land zu fahren noch ein
paar Besorgungen zu machen und Alexandra kommt auf einen Sprung bei uns vorbei.
Das ist genau der richtige Platz für ein wenig Erholung. Natur und Idylle
pur!
Der Name der Bucht klingt zwar nicht sehr idyllisch, Man of war Bay, doch
der Strand, der Regenwald, die Vögel die zwitschern; traumhaft.
So machen wir uns an Bord ein schönes Abendessen, sitzen noch gemütlich
beisammen und das soll es dann für heute und diese Woche auch gewesen
sein.
... was uns die neue Woche so gebracht
... in einer Woche wieder hier:
gleiche Welle, gleiche Stelle!
so long
Diana + Thomas
Gerhard und Felix
Unser Ausflug in die Bordküche geht in die Backstube:
Pfirsich - Mandel - Kuchen
100 g geschälte, gehackte Mandeln
1 kleine Dose Pfirsichhälften ( Abtropfgewicht 250 g)
Für den Teig:
200 g Weizenmehl
2 TL gestr. Backpulver
150 g Zucker
3 Eier ( Größe M )
200 g zerlassene, abgekühlte Butter oder Margarine
2 EL Weinbrand
einige Tropfen Bittermandelaroma
Puderzucker zum Bestäuben
Die Mandeln in einer Pfanne ohne Fett goldbraun anrösten und erkalten lassen. Pfirsiche in einem Sieb abtropfen lassen und in feine Würfelchen schneiden.
Für den Teig das Mehl und Backpulver in eine Schüssel sieben, mit dem Zucker mischen. Eier, Butter oder Margarine, Weinbrand und Aroma zugeben und alles gut verrühren so dass keine Klümpchen entstehen und alle Zutaten gut vermischt sind. Zum Schluss die Mandeln und die Pfirsiche zugeben und vorsichtig unterheben.
Teig in eine gefettete Kastenform füllen und bei 180°C Ober-Unterhitze
oder bei 160°C Heißluft etwa 50 Minuten backen.
Kuchen etwa 5 Minuten in der Form stehen lassen, dann stürzen und erkalten
lassen.
Kuchen mit Puderzucker bestäuben.
Gutes Gelingen!
Und das letzt Wort hat in dieser Woche Friedrich Nietzsche:
Lernen wir besser uns zu freuen, so verlernen wir am Besten, anderen wehe
zu tun.












