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KW 11 2002

10.03.2002 - 16.03.2002

Es ist Sonntag der 10. März. Na, wer hat eine Idee, wo wir uns befinden?
Genau, immer noch in Charlotteville, Tobago! Langsam könnte der Eindruck entstehen wir schaffen den Absprung von hier nicht mehr. Doch ganz so schlimm ist es noch nicht. In der vergangenen Woche los zu fahren war einfach nicht möglich, denn wir können nur dann zurück, wenn die See einigermaßen ruhig ist. Außerdem möchten wir vorher noch einen Abstecher auf die andere Seite der Insel machen, denn dort sollen ein paar tolle Tauchplätze sein. Draußen ist es bereits etwas ruhiger, also wird es ja vielleicht bald was.
Am späten Vormittag kommt ein Fischer zu uns an Schiff gefahren und fragt ob wir Fisch brauchen. Ich verneine, denn Thomas angelt ja für uns. Dann sagt der Fischer er wolle nichts verkaufen aber er möchte uns sehr gerne einen Fisch schenken. Da staunen wir aber.
Im Logbuch der vergangenen Woche haben wir von Black Mouth erzählt, der Gewinner des Wettbewerbs der Einheimischen. Und genau der ist jetzt bei uns. Wir sprechen ihn darauf an und stolz erzählt er uns, was er alles gewonnen hat. So schenkt er uns also einen kleinen Thunfisch, worüber wir uns sehr freuen und er anscheinend auch.

Thomas filetiert und mariniert den Fisch direkt und somit ist auch das heutige Abendessen gesichert. Am Nachmittag gehen wir ein wenig an Land, mal sehen was da so los ist, denn neben dem "normalen Gedröhne" klang es heute Morgen schon nach Marschmusik.
Tatsächlich, eine Cadetten- Band spielt auf dem Sportplatz. Doch das ist noch nicht alles.
Wie es scheint sitzt auf der Tribüne mal wieder Prominenz, wie wir später erfahren u.a. der Minister von Tobago. Obwohl, der sitzt recht unbeteiligt auf seinem Stuhl. Ganz im Gegensatz zu ein paar uniformierten Herren die kräftig mitwippen zu den Rhythmen der Steel-Band die hier ihr Können zeigt. Eine Armee mit eigener Steel-Band, nicht schlecht, oder!?
   Steelband

Auch die Zuschauer bewegen sich im Takt, groß und klein, jung und alt, es sind wieder alle auf den Beinen. Da entdecken wir auch dieses kleine Mädchen, niedlich, oder?!

Mädchen
   Schade ist, das teilweise zeitgleich mit deren Musik auch Musik aus den großen Boxen ertönt, das passt nicht wirklich zusammen.
Wir gehen wieder zurück in die Straße wo heut wieder alle unterwegs sind und es dauert nicht lange, bis wir Ute und ihre Tochter Julia treffen und auch Stephanie lässt nicht lange auf sich warten. So stehen und sitzen wir bei und auf einem Fischerboot, ratschen und beobachten das Treiben in den Straßen. Souvenir-Stände gibt es heute sogar, die sind sonst nicht hier.
Dieses Fishing Tournament hat Charlotteville ein ganz anderes Publikum beschert; überall rennen sie mit ihren Handys rum, trinken in Unmengen Bier und warten bis die Siegerehrung des heutigen Tages stattfindet.

Bei einem kann man es verstehen, das er Unmengen trinkt, und zwar der Mann der in einer überdimensional großen Coronaflasche aus Plastik hier rumrennt.
In dem Teil ist es sicher heiß ohne Ende und das macht auch ganz bestimmt ziemlich durstig.
Corona sponsert das Ganze und somit trinkt man dieser Tage hier mexikanisches Bier.

Doch da sind noch etliche andere Leute denen es ziemlich heiß ist; die Männer und Frauen, Jungen und Mädchen der Armee. Die marschieren hier, von Marschmusik begleitet, in voller Montur durch die Stadt und das bei ca. 34 °C Lufttemperatur, und die, die dürfen kein kaltes Corona trinken.
Stattdessen stellen sie sich zum Schluss und Schuss noch einmal in Reih und Glied vor der Tribüne auf und feuern einige Saltutschüsse ab. Das war es dann also für die Armee und so kommen langsam auch die Herrschaften von den Tribünen unters "Volk". Aus den großen Lautsprechern ertönt nach wie vor laute Musik und wie es scheint spricht die den Herrn Minister eher an, denn ruck zuck sind Jacket und Krawatte abgelegt und er ist in Bewegung. Geht doch!
   Kadetten

Auf ein Bier gehen wir zum Corona Stand, verabreden uns für den morgigen Tag zum Kaffeeklatsch auf der S.Y. Julia, dann machen Thomas und ich uns auf den Weg zu unserem schwimmenden zu Hause, denn es ist gegen 17 Uhr und das ist genau die richtige Zeit um ein wenig zu angeln.
So wird unser Fischgericht etwas erweitert. Was ganz was leckeres schmeißt sich an den Haken; ein Seezunge! Dieses Tier zu studieren ist echt spannend. Wenn es auch ein noch so interessanter Fisch ist, er landet doch in der Pfanne.
Auch am Montag bekommen wir Besuch von Black Mouth. Heute fragt er, ob wir mit ihm zum Fischen rausfahren möchten. Doch heute geht nicht, denn wir sind mal wieder mit der verflixten Technik beschäftigt: Ende Der Vernunft = EDV!
Wir lehnen also ab. Da kommt direkt die Frage was mit morgen ist! Warum eigentlich nicht, dann also morgen. Als er uns sagt wann das los geht sind wir dann doch leicht überrascht:
Um 6 Uhr will er hier sein! Da ist früh zu Bett gehen und zeitig aufstehen angesagt.
Bis dahin plagen wir uns noch ein paar Stunden mit dem Computer, tun ein bisschen dies und ein bisschen das, dann geht es auch schon zur S.Y. Julia denn dort ist heut ja Kaffeeklatsch. Gegen Abend bricht mal wieder das Angelfieber aus und Thomas geht ein wenig angeln während ich noch beim verlängerten Kaffeekränzchen weile.
Eigentlich wollte Thomas mich in einer Stunde wieder abholen, doch dass er gegangen ist, ist sicherlich schon zwei Stunden her. Hm! Keine viertel Stunde dauert es mehr und er ist wieder zurück und das nicht mit leeren Händen. In einer Hand zwei Zitronen, was man bekanntlich zum Fisch braucht, und in der Anderen ein Eimer mit einem schönen, großen Red Snapper und einem jungen, kleinen Baraccuda. Petri heil!
Das heißt kochen! Spontan wie wir sind zaubern wir ein schmackhaftes Abendessen; den Fisch aus dem Ofen ( wie wird mal ein "Kulinarischer" ) mit Kartoffeln und einem Krautsalat.
Zwischenzeitlich sind auch Bananas und seine Freundin Marsha dazugestoßen und so verlieren wir fast die Zeit aus dem Auge. Jetzt aber nix wie zurück an Bord und ab in die Koje, denn um 5 Uhr klingelt schließlich der Wecker, fischen!
So ist die Nacht kurz und wir sind am Dienstag tatsächlich kurz nach fünf Uhr bereits "munter". Pünktlich wie die Feuerwehr steht um 6 Uhr Black Mouth parat und die Männer machen sich auf den Weg. Ich bleibe an Bord. Thomas meinte bereits gestern dass die Fischer sicherlich keine Frauen mitnehmen. Da hab´ ich auch gar nicht gefragt und bleib lieber gleich an Bord. Was ganz gut war, denn die Beiden kommen erst nach 5 Stunden wieder zurück. Klatschnass, durchgefroren und hungrig obendrein. Doch es hat sich gelohnt: 1 Wahoo, 2 große Doraden und 1 Thunfisch. Den Thunfisch dürfen wir behalten und die anderen Fische verkauft Black Mouth später. Wir laden ihn auf ein Getränk ein und er trinkt tatsächlich schon um diese Zeit ein "Schmunzelwasser", was ihm offensichtlich sehr gut schmeckt.
Was sich etwas schwierig gestaltet ist das Fischerboot auf Abstand zu halten. So ist einer von uns ständig am rennen und schauen, was leider doch nicht verhindert hat, dass das Ding uns zwei Mal gegen den Rumpf geknallt ist. Nicht schön!
Zur Mittagszeit macht Black Mouth sich dann wieder auf den Weg. Als kleines Dankeschön schenken wir ihm ein T-Shirt auf dem unsere Webadresse steht und der Schiffsname und er freut sich sehr über das Geschenk.
Ich kümmere mich um den Fisch und Thomas erholt sich von dem Ritt ein wenig. Die Beiden waren mit dem kleinen Boot tatsächlich an der Ostküste der Insel, bei Speyside, wo wir zum Tauchen hin wollen .Leider ist die See um die Spitze der Insel herum recht unruhig und in Speyside schwellt es ordentlich. Das bedeutet für uns, dass wir dort nicht hinfahren können. Dann eben ein anderes Mal. Ansonsten ist heute Waschtag; muss auch mal wieder sein!
Zum Abendessen gehen wir an Land in Gails Restaurant. Charlotteville ist ja im Grunde genommen nichts anderes als ein größeres Dorf und so ist es nicht weiter verwunderlich das wir auch heute zuuufällig Stephanie treffen. So essen wir bei Gails zu dritt, bekommen noch Gesellschaft und so ist auch dieser Tag vorbei. Schon nach 22 Uhr, höchste Zeit zurück an Bord zu gehen, war ja ein langer Tag. Doch wir schaffen das noch nicht beim ersten Anlauf, denn die Männer versumpfen auf ein letztes direkt am Steg.
Mittwoch und heute schlafen wir ein bisschen aus. So kommt es, dass wir noch mit dem Frühstücksabwasch beschäftigt sind als ein Fischerboot ganz zielstrebig auf uns zu kommt.
Black Mouth kommt von der Arbeit. Direkt bei uns holt er seine letzten Leinen ein, oder besser gesagt, was davon übrig ist. Irgendwie hat es ihm die ziemlich verspult. Thomas fragt ihn ob er nun wohl nicht mehr alleine fischen könne, weil er niemanden hat der ihm die Leinen einholt. Da lacht er aber. Die Dinger wieder zu entwirren ist jedoch gar nicht ohne und Thomas steigt zu ihm ins Boot und hilft ihm dabei.

Entwirrung
  

Über eine Stunde sitzen die Zwei in dem Boot und sind schwer beschäftigt. Als wieder alles im Lot ist fragen wir ihn ob er an Bord kommen möchte, was er gerne annimmt, genauso wie ein kleines Schmunzelwasser. Heute muss ich einfach mal fragen: warum Black Mouth?
Da erklärt er doch tatsächlich, dass er als er klein war so schwarze Lippen hatte das die Leute seine Mutter darauf ansprachen und er somit diesen Namen schon von klein an hat.
Nun ich meine, die Einheimischen hier sind alle schwarz! Hier in Tobago sind sie sicherlich deutlich dunkler als bspw. in Trinidad, denn hier gab es viele Sklaven aus Afrika.

Black Mouth ist schon ziemlich schwarz und so ist es auch nicht verwunderlich, so finde ich, das seine Lippen ebenso dunkel sind. Wie auch immer, daher kommt auf jeden Fall der Spitzname.
Diese Fischerei ist ja eine ziemlich nasse Angelegenheit und ständig spritzt Wasser ins Boot und überall hin. So kommt es, dass in den Augenbrauen und Wimpern die Salzkristalle hängen nachdem das Salzwasser in der Sonne verdunstet. Ein netter Kontrast.
Heute macht es Black Mouth genauso wie gestern; trinkt was, wir unterhalten uns ein wenig und zur Mittagszeit macht er sich wieder auf den Weg. Interessant!
Thomas geht kurze Zeit später auch an Land und ich mach mich mal ans Backwerk, denn heute Nachmittag ist bei uns Kaffeeklatsch angesagt. Das ganze zieht sich etwas hin, denn da ist jemand an Land ein wenig versumpft. Macht ja nichts, wir haben ja Zeit. So sind kurze Zeit später Ute, Julia und Erich da. Thomas holt Stephanie mit dem Dingi vom Strand ab und Bananas und Marsha kommen auch rüber. Last but not least kommen noch John und sein Hund Nunka!
Rechtzeitig zum Sonnenuntergang, der heute ausnahmsweise von hier richtig gut zu sehen ist, gibt es einen Sundowner und so nach und nach brechen alle wieder auf, denn heute Abend trifft man sich an Land zum Abendessen.
Ein Teil geht zu Gails und ein Teil in die Beach Bar zum BBQ. Wir gehen zum BBQ und sind mächtig enttäuscht über das was es dort gibt. Das hatten wir uns etwas anders vorgestellt. Um so mehr schockt uns dann die Rechnung, losgelöst. Später erfahren wir, dass das hier wohl öfters so gemacht wird: werben mit BBQ und Musik und dann; außer Spesen nix gewesen!
Hier kann man hingehen um etwas zu trinken, doch essen, nein! Eine echte Touristenfalle!
So sehen wir zu dass wir uns wieder auf den Heimweg machen.
Was eine Nacht, ein Regenschauer nach dem Anderen; Luken zu, Luken auf und dass die halbe Nacht. Dann grüßt noch das Murmeltier, denn auch heute ist Black Mouth´s letzte Station bei SILVER BLUE. Mittlerweile sind wir schon Profis darin, wie wir sein Boot festmachen ohne Schaden anzurichten und das Schmunzelwasser steht schon fast parat.
Doch heute will er gar nicht bleiben, er möchte das edle Gesöff in eine Flasche abgefüllt haben damit er seinen Freund davon kosten lassen kann. Wie er möchte. Also bleibt er auch nicht lange und ist fast direkt wieder auf dem Weg. Wir haben auch noch was zu tun, also ran an den Speck!
Die Arbeit ist getan und zur Abkühlung könnte man ein wenig zum Schnorcheln gehen. Marsha macht das auch ganz gern, also fragen wir sie ob sie auch mitkommen möchte. So fahren wir drei mit dem Dingi ein paar Meter, hauen unseren Anker rein und los geht es. Leider scheint die Sonne kaum und so ist das Licht nicht ganz so gut. Trotzdem sehen wir viele schöne Fische und Korallen. Ziemlich viele Hirnkorallen gibt es hier. Wir treffen leider auch auf ein paar weniger Angenehme Meeresbewohner; Quallen!
Jeden von uns erwischen sie, nesseln einen an was ganz schön unangenehm ist.
Wir bringen Marsha zurück und wir gehen auch zurück, doch nur kurz, denn bei Bananas gibt es einen Sundowner ( wenn die Sonne auch nicht scheinte! ) Wir bleiben nicht all zu lange, denn wir müssen für abends noch ein bisschen was herrichten. Am Strand machen ein paar Einheimische mal wieder ein BBQ, wir sind eingeladen, und heute gehen wir auch mal hin.
So richten wir unseren Fisch her, Brot und ein Schmunzelwasser, was sich schnell großer Beliebtheit erfreut. Wir werden schon die "Smilywater-Crew" genannt.
Thomas und ich brauchen heute einen extra Schluck von selbigem, denn uns ist das schmunzeln beim Anlanden für einen Moment vergangen. An diesem Strand ist abends ziemlich viel Brandung was es nicht gerade einfach macht, mit dem Dingi dort anzukommen.
So machen wir zeitig den Motor aus und paddeln auf den anrauschenden Wellen das letzte Stück bis zum Strand. Wir sind schon relativ nah am Strand und wollen die nächste Welle abwarten und dann richtig Gas geben. Denkste, die Nächste war eine richtig fette und die ist uns direkt ins Heck eingestiegen und hat uns einfach grad so weggespült. Bingo! Mich hebelt es aus und ich lande unter dem Dingi. Thomas konnte sich festhalten doch das ganze Dingi ist voll mit Wasser und Sand und somit auch recht schwer. Also ist es auf die Schnelle nicht zu bewegen. Wow, das war was. Wir waren nicht die Ersten denen es so erging und wir werden auch nicht die Letzten sein. Zum Glück gibt es ein schönes Feuer um die Klamotten zu trocknen. Auf dem Grill liegt Thunfisch und es scheint keine schlechte Stimmung zu sein, doch der Renner ist das hier nicht. Was allerdings faszinierend ist, sind die zahllosen Lichter im Regenwald. Eigentlich sagt man ja Glühwürmchen dazu, doch so wie es hier leuchtet und funkelt sind das eher ausgewachsene Glühwürmer! Überall blitzen und bewegen sich die Lichter als würde jemand mit einer kleinen Taschenlampe leuchten.
Um 22 Uhr ist die Party so ziemlich vorbei und wir packen langsam wieder zusammen.
Thomas bringt noch Nigel an Land, denn der macht sein Fischerboot an einer Boje fest und damit er nicht an Land schwimmen muss ( und das bei Nacht! ) holt Thomas ihn dann dort ab.
Übrigens, heute haben wir entschieden am Samstag hier die Fliege zu machen. Also haben wir kurzerhand einen Teil der Leute die wir hier kennen gelernt haben, für morgen Abend zu einem kleinen Pasta-Essen eingeladen.
Und da wir Tobago wieder verlassen, müssen wir in Scarborough unsere Papiere abholen und das machen wir am Freitag mit dem Bus.
So sind wir um viertel vor neun bei der S.Y. Julia und geben Bescheid das wir unterwegs sind, denn Erich fährt auch mit, denn sie wollen auch langsam wieder weiter.
Um 9 Uhr soll der Bus kommen, oder auch nicht. 2 Maxi Taxis fahren nur vorbei und nehmen keinen mit. Langsam schimpfen sogar die Einheimischen die hier stehen. Unnötigerweise bekommen wir noch eine kleine Dusche von oben, dann kommt tatsächlich der Bus. Doch der ist schon fast voll. Es steigen noch ein paar Einheimische ein und das wars dann auch. Mittlerweile ist es viertel nach zehn und angeblich soll der nächste Bus in einer halben Stunde kommen, also nach wie vor warten. Die Zeit nutze ich um bei Jane ein Brot zu bestellen, welches dann am Abend abgeholt werden kann.
Eine halbe Stunde später; weit und breit kein Bus zu sehen!
Kurz vor 11 Uhr kommt dann ein Maxi Taxi und wir sehen zu das wir schnellsten einsteigen und einen Platz bekommen. Es hat geklappt, wir sitzen. Eine dreiviertel Stunde fahren wir die Küstenstraße entlang nach Scarborough. Billig ist es ja, nur $ 10 TT was soviel ist wie 2 €.
Termin darf man allerdings keinen haben, denn wie wir ja festgestellt haben, ist es nicht selbstverständlich das man überhaupt wegkommt. Hier ticken die Uhren wirklich total anders.
Wir sind auf jeden Fall um viertel vor zwölf in Scarborough und machen uns direkt auf den Weg zur Einwanderungsbehörde um unsere Papiere abzuholen. Das geht schnell und problemlos und so sind wir eine viertel Stunde später schon fertig. Wir suchen Erich, gehen zusammen etwas Essen und dann gehen wir los in Richtung "Haltestelle". Wir entdecken viele bekannte Gesichter, viele Menschen aus Charlotteville die da sitzen und warten.
Wir fragen ob denn der Bus hierher kommt und wann. Ja er kommt, und er kommt bald.
Dann warten wir hier auch. Sitzen und stehen und laufen, die Zeit will und will nicht vergehen. Zwei Gesellen haben einen guten Zeitvertreib. Thomas spielt mit einem kleinen Jungen aus Charlotteville. Die Beiden haben den größten Spaß miteinander.
Was mit "bald" gemeint war ist mir nicht ganz klar. Jetzt heißt es nämlich der Bus käme so ab 15 Uhr. Na toll! Tatsache ist das wir bis um halb fünf Uhr warten bis das erste Maxi Taxi kommt. Nur keine Scheu zeigen und rein in das Gefährt. Geschafft, wir sind wieder auf dem Weg zurück nach Charlotteville wo wir um 17:15 Uhr ankommen.
Der Hammer. Für ein Blatt Papier, welches wir binnen 5 Minuten hatten, sind wir 8 Stunden unterwegs; Wahnsinn. Hätten wir das gewusst, wäre nur Einer von uns gefahren, dann hätte der Andere für heute Abend alles vorbereiten können. Bringt ja nichts: hätte, wäre, wenn!
Sicher ist jedoch, wir werden kein zweites Mal mit dem Bus nach Scarborough fahren.
Und wenn wir das nächste Mal nach Tobago kommen, dann gehen hier in Charlotteville zum Einklarieren. Mittlerweile kann man hier nämlich auch ein- und ausklarieren, was noch in keinem Handbuch steht und nirgendwo erwähnt wird.
Also Segler; wer nach Tobago kommt, denkt dran.
Von dem langen Warten und der Hitze ganz schön k.o. gibt es in der Bar was zu trinken, dann geh ich noch eben zum Gemüsemann, denn es ist ja Freitag und dann hole ich noch das am Vormittag bestellte Brot ab.
Für uns ist es nun höchste Zeit um an Bord zu gehen, denn heute ist doch Pasta Abend. 20 Uhr haben wir jetzt abgemacht, wir haben also noch 1 ½ Stunden. Die Zutaten für die Tomatensoße schnell geschnippelt und auf den Herd damit, so dass das Ganze schön kochen kann und Thomas muss natürlich noch ein Schmunzelwasser ansetzen. Kaum draußen den Tisch gedeckt und die Polster hingelegt schüttet es wie aus Kübeln. Dann wird eben drinnen gegessen. Wie der Regen nachlässt kommen dann nach und nach auch alle an.
Marsha und Bananas haben einen leckeren Salat mitgebracht, Erich und Ute bringen den Nachtisch, feinen Vanillepudding mit Rumrosinen und Stephanie hat für Bier gesorgt.
Damit wir auch die richtige Musik haben bringt John noch eine CD mit Tobago-Musik mit.
Das alles gibt es mit Spaghetti und Tomatensoße satt und wir haben einen wunderschönen Abend zusammen.
Es ist Samstag der 16.03. und heute Nachmittag geht es los. Erst am Nachmittag, damit wir am Sonntag bei Tageslicht in der Früh in Trindad ankommen, denn es sind doch immerhin 80sm. Was allerdings nicht besonders gut aussieht ist das Wetter. Na ja, das kann sich bis zum Mittag ja noch ändern. Zuerst werden mal die Spuren des gestrigen Abends beseitigt.
Ach, da kommt ja Besuch: Black Mouth. Auf ein letztes Schmunzelwasser kommt er noch einmal auf einen Sprung vorbei. Kurz darauf kommt noch ein Boot mit zwei Fischern drin, die kommen auch zu uns. Was ist denn nu los?
Einer von denen sagt zu Black Mouth er möchte auch probieren, doch das war leider nur noch der Rest, knapp 2 Gläser waren noch im Kühlschrank das wars. Black Mouth gibt seinem Kumpel das Glas und ehe es nicht leer ist gibt der es ihm auch nicht wieder zurück.
Da wir nachher eh noch kurz an Land müssen verabreden wir uns dort mit Black Mouth um uns zu verabschieden. Ohje, das Wetter. Es regnet an einer Tour und ein Blick an den Himmel lässt nicht wirklich auf Besserung hoffen. Tja! So fährt keiner raus heute. Bananas wollte heute auch Segeln gehen und hat Freunde eingeladen, doch bei dem Wetter fahren die auch nicht. Am frühen Nachmittag fahren wir dann mal an Land um einen Happen zu essen, apropos, der kulinarische Tipp fehlt ja noch, kommt gleich! Kaum einen Fuß an Land der nächste Regenschauer. Eigentlich wollten wir nur ein kleines schnelles Lunch, doch es dauert ziemlich lange bis wir unser Essen bekommen und wir wieder zurück fahren. Wir verabschieden uns von Stephanie endgültig, die haben wir nämlich getroffen, und wir gehen zurück zum Dingi.

Am Anleger treffen wir Black Mouth. Da sitzt er ganz stolz mit seinem neuen T-Shirt.
Wir verabschieden uns und sagen ihm, das wir wieder kommen, woraufhin er uns einlädt.
Ab ins Dingi und bei der S.Y. Julia halten wir kurz an, denn wir müssen noch etwas zurückgeben. Da wir keine Uhr dabei hatten stellen wir fest das es schon fast halb vier ist. Das Wetter hat sich keinen Deut gebessert, und losfahren tun wir so nicht! So gibt es einen Kaffee und wir verschieben unsere Abfahrt auf kommende Nacht. Ein vorerst letztes Mal sitzen wir beisammen und sind am quatschen.
Kurz nach 17 Uhr ist es für uns dann aber doch an der Zeit Auf Wiedersehen zu sagen und zurück an Bord zu gehen. Dort machen wir klar Schiff und bereiten alles vor für die Abfahrt.
21:30 Uhr wir gehen zu Bett und der Wecker ist gestellt auf 02:10 Uhr und somit war es das für heute und für diese Woche mal wieder ...

... was uns die neue Woche so gebracht
... in einer Woche wieder hier:
gleiche Welle, gleiche Stelle!

so long

Diana + Thomas

Jetzt aber, der kulinarische Tipp:

Thunfisch - Lasagne
Zutaten für 4 Personen

2 Bund Frühlingszwiebeln oder 2 normale Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
2 Dosen geschälte Tomaten, oder die gleiche Menge frische Tomaten (ca. 8 Stück)
1 EL Tomatenmark
2 EL Petersilie gehackt
frisch gemahlener Pfeffer, Pepperocini
425 g Thunfisch in Wasser
500 ml entrahmte Milch
2 EL Mehl
2 Eier, geschlagen
1 Prise Muskat (daran denken, ganze Nüsse selbst reiben!)
Öl zum fetten der Auflaufform
12 gebrauchsfertige Lasagneplatten
1 EL geriebener Parmesan
150 g geriebener Käse zum Überbacken
½ TL Paprikapulver

Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden, normale Zwiebeln in feine Würfelchen, Knoblauch schälen, fein hacken und zerdrücken und zusammen in etwas Olivenöl anschwitzen.
Tomaten, Tomatenmark und Petersilie zugeben, alles vermengen und mit Pfeffer und wer hat oder mag Pepperocini gut abschmecken. Wer mal kann auch ital. Kräuter zugeben, je nach Geschmack. Den Thunfisch, Wasser abgießen und vorsichtig unterheben.
Milch und Mehl verrühren und bei geringer Hitze auf dem Herd eindicken lassen. Die geschlagenen Eier und Muskat einrühren.
Die Lasagneplatten nach Anleitung vorbereiten, einweichen.
Eine Auflaufform gut mit Öl fetten, den Boden der Form mit 4 Platten auslegen und die Hälfte der Thunfischmischung darauf verteilen. Wieder eine Lage Lasagneplatten und darauf den Rest der Mischung verteilen und dann das Ganze wieder mit den Lasagneplatten abdecken. Die Sauce darüber geben, mit dem geriebenen Käse ( beide vermischt ) und dem Paprika gleichmäßig bestreuen.
Das Ganze bei 180°C ca. 30 Minuten backen.
Mit einem Salat dazu eine leckere und auch leichte Mahlzeit oder einfach Mal als Vorspeise, dann reicht diese Menge auch leicht für 6 Personen.
Da diese Lasagne auch kalt ganz toll schmeckt, wäre es schade nur die halbe Menge zu verwenden J
Guten Appetit!