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KW 13 2002
24.03.2002 - 30.03.2002
Es ist Sonntag der 24. März und wir sind in Trinidad in der Crews Inn
Marina.
Schon um 8 Uhr läuft der Grill und darin schmoren ein paar Hühnerbeine.
Nein, das ist nicht das, was wir neuerdings frühstücken, sondern
heute machen wir einen kleinen Ausflug und für den kleinen Hunger zwischendurch
wollen wir unter anderem die Hühnerbeine mitnehmen. Gefrühstückt
wird heute außer Haus und dazu sind wir auf der
S.Y. Julia eingeladen. Um 9 Uhr holen uns Erich und Julia ab. Kaum sind wir
an Deck kommt uns schon der Duft von frisch gebackenen Palatschinken in die
Nase. Hmmm!
Ute steht am Herd und backt diese leckeren Dinger. Mit verschiedenen Aufstrichen,
frischem Obstsalat und einem guten Kaffee haben wir ein vorzügliches
Frühstück und sind für unseren gemeinsamen Ausflug bestens
gewappnet.
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So richtet jeder noch seinen Krempel zusammen und kurz
nach 11 Uhr kann es dann los gehen. Zunächst fahren wir mit dem
Auto in Richtung Port of Spain und durch Zufall sehen wir, dass sich
in den Straßen von St.James gerade eine Art Umzug aufstellt. Heute
feiern hier nämlich die Muslime ein Fest welches "Hosay"
genannt wird. Ein 3 Tage Fest das eine 40 tägige Fastenzeit beendet.
Fast in jedem Monat des Jahres werden hier auf Trinidad Feste dieser
Art gefeiert und das immer von Angehörigen unterschiedlichster
Glaubensrichtungen.
Durch die koloniale Geschichte der Insel kamen hier viele verschieden Rassen mit verschiedenen Konfessionen zusammen: Menschen und Kulturen aus Afrika, Indien, Asien, Europa und dem mittleren Osten haben viele Traditionen und Religionen ins Land gebracht. 25 % der Gläubigen gehören dem Hinduismus an, 6 % bekennen sich zum Islam, 15 % sind Anglikaner und die römisch katholische Kirche ist am stärksten vertreten, ihr gehören etwa ein Drittel der Einwohner an. Der Rest verteilt sich auf Muslime, Juden und andere. Einen Parkplatz gesucht und den Wagen geparkt, stellen auch wir uns an die Straße und warten, bis der Zug sich in Bewegung setzt. |
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Es ist kein großer Umzug doch sicher wurden die
Wagen die hier durch die Straßen gezogen und geschoben werden
mit großem Aufwand hergestellt. 5 oder 6 Wagen sind es nur und
jeder zeigt einen kleinen Tempel. Geschmückt mit Blumen und viel
Glitzerzeug, begleitet von Männern die große und kleine Trommeln
sowie kleine Becken schlagen.
Eine Gruppe, die, die den ganzen Zug anführt, trägt ein Gebilde mit sich, welches das Grabmal des Hussein darstellen soll. Dieses wird von den Männern, die alle nur weiße Socken an den Füssen tragen, abwechselnd auf der Schulter getragen, wobei der Träger sich nach rechts und nach links im Kreis dreht. Scheint ziemlich schwer zu sein, dieses Teil. |
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Wir bleiben bis die Wagen an uns vorbeigezogen sind, dann machen wir uns
wieder auf den Weg zu unserem eigentlichen Ziel für heute, zu den Caroni
Swamps.
Die Caroni Swamps sind mit 80 km² das drittgrößte Sumpfgebiet
der Insel und bieten Lebensraum für 138 Vogelarten. Darunter viele Enten-,
Teichhuhn-, Möwen- und Taubenarten ebenso wie seltene Reiher. Um den
Schutz der Tiere zu erhöhen, sind nur bestimmte Routen durch den Sumpf
mit kleinen Booten zu befahren.
Gegen 14 Uhr kommen wir bei den Caroni Swamps an und ehe wir etwas unternehmen
packen wir erst unser kleines Picknick aus und stärken uns ein wenig.
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Die Touren durch den Sumpf starten erst um 15 bzw. 16
Uhr denn erst gegen Abend kommen viele Vögel wieder zurück an
ihre Schlafplätze. So sichern wir uns Tickets für eine Tour um 16 Uhr und fahren bis dahin noch ein wenig in der Gegend rum. Wir suchen uns ein Plätzchen um eine Tasse Kaffee zu trinken dann geht es wieder zurück zum Sumpf. Dort angekommen hat sich der Parkplatz deutlich gefüllt und etliche Touristen stehen da und warten. Doch ehe es losgeht gilt es etwas Wichtiges zu tun: einschmieren und das doppelt, nämlich mit Sonnenschutz und Moskitoschutz. Zusammen mit gut 20 anderen Leuten steigen wir dann in ein grünes Holzboot und ein Guide (Führer) steuert das Boot. Los geht es! Wir fahren auf kleinen Kanälen durch das Mangrovendickicht. |
Der Krach des Außenborders ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig,
doch hier zu rudern wäre wirklich vermessen. Wenn unser Guide oder aber
auch ein Teilnehmer was entdeckt wird angehalten und wir können das Tier
in aller Ruhe betrachten. Am Anfang sehen wir so viele kleine Krabben und
Austern die an den Wurzeln der weißen Mangroven wachsen. Die Mangrovensümpfe
erstrecken sich über eine Fläche von über 4 km² und stehen
unter Naturschutz.
Unser nächster Stop ist etwas spektakulärer. Auf einem Ast der über
uns in den Kanal ragt liegt zusammengeringelt eine Schlange, eine Mangroven
Boa. Schluck! Na hoffentlich träumt die nicht schlecht und fällt
runter! Gut das wir weiter fahren.
Immer wieder hält der Führer an, zeigt uns Vögel und nennt
uns ihre Namen, welche wir leider oftmals nicht genau verstehen. Hinter uns
im Boot sitzen ganz offensichtlich ein paar Fachleute, also Vogelkundler die
mit lateinischen Namen und Bezeichnungen um sich werfen.
Wenn wir auch nicht von jedem dieser Tier den Namen kennen ist es nicht weniger
interessant die Tiere zu begutachten. Manchmal mimt der Guide die Vogelstimmen
nach und die antworten tatsächlich. Immer wieder sehen wir Reiher stehen,
starten, fliegen und landen. Doch die Hauptattraktion hier ist ein ganz anderer
Vogel nämlich der Scharlachibis oder auch Roter Sichler genannt und hier
heißen sie Scarlet Ibis.
Der Scarlet Ibis ist einer der Nationalvögel Trinidads und Tobagos.
Hier in den Sümpfen gibt es ein paar ganz bestimmte Plätze an die
diese Vögel abends zurückkehren. Auf dem Weg dort hin sehen wir
allerdings noch ein Tier welches etwas respekteinflössend ist, ein Kaiman.
Oder ganz laienhaft gesagt, ein Krokodil.
Regungslos liegt es da im Wasser, ziemlich nah am Ufer und man kann grad so
die Augen und die Stirn sehen, sofern ein Krokodil bzw. ein Kaiman eine Stirn
hat.
Das liegt da so regungslos das man meinen könnte es wäre nicht echt.
Nach weiteren 15 - 20 Minuten Fahrt durch den Sumpf kommen wir dann in das
Gebiet, wo die Ibisse ihre Nachtquartiere haben. Dort sind schon 4 andere
Boote und warten auf das Spektakel. Das ist genau das richtige Wort: Spektakel!
In einer kleinen Bucht direkt gegenüber stehen bereits etliche dieser
prächtigen roten Vögel,
und mit dabei auch ein paar andere Weiße.
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Es ist zirka eine dreiviertel Stunde vor Sonnenuntergang,
als die ersten Ibisse über die Baumspitzen geflogen kommen. Zu
Anfang sind es nur wenige. Dann werden es wirklich von Minute zu Minute
mehr und letztendlich kommen Schwärme mit an die hundert Vögel.
Die roten Ibisse werden bis zu 64cm lang und haben eine Spannweite von bis zu 1m. Den Namen haben diese Vögel wegen der prächtigen rosa bis tiefroten Färbung des Gefieders. Bei der Geburt sind die Jungibisse allerdings schwarz und erst ab dem zweiten Lebensjahr setzt die rote Färbung des Federkleids ein. Die Rotfärbung betrifft das gesamte Gefieder mit Ausnahme der allerletzten Flügelspitzen, |
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diese bleiben schwarz. Vereinzelt fliegen direkt über uns ein paar hinweg und so können wir diese schönen Stelzvögel mit ihrem prächtigen Federkleid aus nächster Nähe sehen. Früher wurden diese Vögel rücksichtslos gejagt, doch heute genießen sie zum Glück hier auf Trinidad und teilweise auch in Venezuela Schutz. Im Venezuelanischen Oriniko-Delta nisten sie zwischen April und Juli, wo sie jeweils zwei Eier in 21-23 Tagen ausbrüten und anschließend wieder nach Trinidad zurückkehren wo insgesamt ca. 3000 Brutpaare nisten. Auch jetzt am Abend kommen sie zurück von Venezuela um hier in den Baumkronen zu schlafen. |
Auch für uns ist es langsam Zeit zurück zu fahren und so machen
wir uns wieder auf den Rückweg. Da wir mittlerweile ablaufendes Wasser
haben gestaltete sich das streckenweise etwas schwierig und wir setzen mehr
als ein Mal mit dem kleinen Holzboot auf. Doch unser Guide kennt sich ja aus
und so jongliert er uns durch den Sumpf. Leider stinkt es jetzt ein wenig
da durch das niedrige Wasser der ganze Schlamm an die Luft kommt, was stellenweise
doch recht unangenehm ist. Wir sehen noch einmal ein Schlage und in dem Kanal
in dem wir den Kaiman gesehen haben sehen wir den ein zweites Mal und dieses
Mal recht lebendig. Also doch echt, der Beweis ist erbracht!
Viel interessantes und imposantes haben wir heute mal wieder gesehen und so
geht es nach einem langwierigen Weg zum Ausgangspunkt wieder zurück zum
Auto und ab in Richtung Chaguaramas. Auf der Rückfahrt legen wir beim
Chinesen einen kleinen Stop ein um den Hunger zu stillen und das war es dann
für heute.
Der Montag ist wieder ein wenig Arbeitstag. Thomas macht Generatorpflege,
ich habe ein paar Dinge in Port of Spain zu erledigen und am Nachmittag wird
der Catwalk ausgebaut, denn der muss zur Reparatur. Im Moment scheint dass
die einzige Reparatur zu sein, die am Schiff zu machen ist. Keiner kann uns
genau sagen wo das Problem her kommt und sonst sind keine Schäden sichtbar.
Uns soll es nur recht sein, wenn das alles ist.
Sicher ist, ohne Catwalk können wir nicht weg, also hoffen wir, dass
das Ding vor Ostern fertig ist und wir uns dann wieder auf den Weg nach Tobago
machen können.
Bis dahin finden wir hier sicher noch was zu tun und zu erkunden, doch damit
geht es morgen weiter und für heute sitzen wir noch mit Ute und Erich
auf einen Drink zusammen und lassen so den Tag langsam ausklingen.
Der Dienstag bringt für uns beide leider etwas Unwohlsein mit sich. Ob
da bei dem Chinesen etwas nicht ganz echt war, man weiß es nicht. Nun,
bis heute Abend müssen wir wieder fit sein, denn dann geht es auf große
Tour, Turtle Watch, Schildkröten kucken!
Bis dahin heißt es also etwas kurieren, etwas Wäsche waschen und
dies und das bis wir um 17 Uhr von Jesse James abgeholt werden. Ute und Erich
kommen auch mit und so fahren wir mit Jesse in Richtung Ostküste. Unterwegs
ein kleiner Stop um den Durst zu stillen und sonstige Bedürfnisse zu
befriedigen ehe es weiter geht und somit ab in die Pampa.
Nach gut 2 Stunden Fahrt erreichen wir Matura Bay. Alle Mann aussteigen und
los geht es in Richtung Strand. Dort erwartet uns schon unser Guide für
heute Nacht, ihr Name ist Marissa und sie ist eine von den Leuten die hier
ehrenamtlich arbeiten. Wir werden instruiert wie es ablaufen wird, wenn eine
Schildkröte gesehen wird, das entlang des Strandes Kollegen von ihr stehen
die über Funk melden wenn sie was sehen, und warum wir hier nicht mit
Taschenlampen rumfuchteln sollen ( dazu später mehr ).
Doch was sind das eigentlich für Schildkröten, auf die wir hier
warten?
Es sind die Leatherback Turtles, zu deutsch Lederrücken Schildkröte.
Diese Schildkröte ist die weltweit größte Art der Seeschildkröten
und kann bis zu 725 kg schwer und 1,85m lang werden. Giganten also! Von Mai
bis August kommen die weiblichen Schildkröten an ein paar bestimmte Strände
Trinidads und Tobagos um hier ihre Eier zu legen und genau das wollen wir
hier heute mit erleben. Selbstverständlich weiß niemand wann eine
Schildkröte an Land kommt und wo genau, also heißt es warten! Damit
wir nicht verhungern hat Jesse einen Snack mit dabei und so werden wir mit
leckeren Sandwich, Früchten, Kaffee und Fruchtsäften versorgt. Die
Nacht kann also kommen und das tut sie. Es ist fast Vollmond und somit ziemlich
hell heute Nacht. So vergeht Stunde um Stunde und nichts geschieht. Zwischendurch
nickt man mal ein wenig ein, doch auf halb acht am Baumstamm schläft
es sich nicht wirklich gut und schon gar nicht, wenn man noch im feuchten
Sand sitzt. Wir sind alle ziemlich müde und glauben schon fast nicht
mehr daran das heute überhaupt eine Schildkröte hierher kommt.
Doch kurz nach Mitternacht hat Marissa über Funk die Nachricht erhalten
das östlich am Strand eine an Land will. So machen wir uns alle auf den
Weg dort hin. Das ist wirklich am anderen Ende des Strandes und wir stapfen
mindestens eine halbe Stunde durch den Sand.
Die Tide kommt und somit wird es an einer Stelle recht schwierig diese trockenen
Fußes zu passieren. An besagter Stelle angekommen ist leider keine Schildkröte.
Eine tote Schildkröte haben wir unterwegs am Strand liegen sehen, diese
hatte sich in einem Netz verfangen, das war alles. Für uns heißt
es also wieder zurückmarschieren und wieder warten. Noch auf dem Weg
zum Ausgangspunkt kommt die Nachricht das nun doch eine da sein soll. Und
wo? Genau, genau in entgegengesetzter Richtung. Also stapfen wir in die andere
Richtung. Doch dieses Mal nicht umsonst. Da ist sie! Sie hat sich schon mit
ihren vorderen Flossen eingegraben und hat schon damit begonnen mit den hinteren
Flossen ein Loch in den Sand zu graben in das sie dann die 80 - 125 Eier legt.
Faszinierend wie akribisch dies geschieht, die Flossen werden zu richtigen
Schaufeln geformt und der Sand damit richtiggehend weggeschleudert. Die Grube
ist sicher mehr als einen halben Meter tief und gute 40 cm breit. Kaum ist
das Loch fertig, fängt sie auch schon mit der Eiablage an. Erst jetzt
darf auch gefilmt und fotografiert werden, ja wir dürfen sie sogar anfassen.
Irre! Das alles muss eine große Anstrengung für dieses Tier sein.
Erst sich an Land zu schleppen, dann dieses Loch zu machen, die Eiablage und
dann macht sie das ja alles am Ende auch wieder zu. Wie anstrengend das ist,
kann man förmlich sehen, wenn sie ihr Maul öffnet und den Kopf nach
oben streckt. Diese Schildkröte ist übrigens die einzige Art, die
ihren Kopf nicht einziehen kann.
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Was noch einzigartig ist, sie schläft nie, schwimmt immer, ist immer
wach. Daher sind die Flossen auch pure Muskelmasse und waren leider ein begehrtes
Fleisch, was auch der Grund für ein sinnloses Abschlachten der Tiere
war. Schlimm so was! Doch das hat ja nun zum Glück ein Ende. Früher
wurden hier an diesem Strand diese Giganten des Meeres regelrecht abgeschlachtet.
Heute sind die Strände zum Glück gesperrt und dies kann nicht mehr
passieren. Außerdem sind diese ehrenamtlichen Helfer an den Stränden
und machen hier auch Wache.
Während sie ihre Eier legt wird sie vermessen und registriert. Mit einer
Nadel wird ein Mikrochip unter ihre Haut gebracht wodurch sie jederzeit mit
Hilfe eines Scanners wieder identifiziert werden kann. Diese wurde noch an
keinem Strand registriert, ansonsten hätte sie nämlich an ihren
hinteren Flossen eine Registrierungsnummer, welche sie somit hier und heute
bekommt. Sie ist 161 cm lang und 117 cm breit. Ist das nicht riesig?
Das Gewicht kann nur geschätzt werden und es soll zwischen 800 und 1200
Pfund sein.
Ebenso kann das Alter nur geschätzt werden. Das einzige was man über
das Alter dieser Tiere weiß, ist, dass sie erst im Alter von 25 - 30
Jahren anfangen Eier abzulegen und erst ab diesem Zeitpunkt, wenn sie mal
registriert sind, kann das Alter mitverfolgt werden.
Das Orientierungsvermögen dieser Tiere ist phänomenal. Eigentlich
können diese Tier kaum sehen, erkennen nur hell und dunkel. Hell bedeutet
Wasser und dunkel bedeutet Land. Darin liegt auch die Begründung dafür,
warum die Tiere nur Nachts an den Strand kommen und warum man nicht mit Taschenlampen
oder ähnlichem rummachen soll. Wäre es am Strand nämlich hell,
würde sie denken es ist Wasser und würde somit wieder umdrehen und
nicht an den Strand gehen, und das kann für diese Tiere tödlich
sein, denn wenn eine Schildkröte Eier in sich hat und diese nicht innerhalb
von 2 Tagen ablegen kann, kann sie daran sterben.
Doch das ist noch nicht alles, diese Schildkröten schwimmen zur Eiablage
immer genau an den Strand zurück, an dem sie selbst zur Welt gekommen
sind. Wenn man bedenkt das diese Tiere sonst im Nordatlantik zu Hause sind,
bspw. bei Afrika, dann ist es doch phänomenal, das sie diesen Weg finden!
Mittlerweile hat sie damit begonnen die Eier wieder mit Sand zu bedecken und
auch dies geschieht mit Präzision, denn die Eier dürfen ja nicht
kaputt gehen. So schaufelt sie den Sand mit den hinteren und den vorderen
Flossen in das Loch und mit den Hinteren wird der Sand richtig festgeklopft
und angepresst. Wenn das alles fertig ist, was natürlich seine Zeit dauert,
dann werden auch noch die Spuren verwischt, damit nicht sofort erkannt werden
kann, wo genau das Nest ist. Über 1600 Schildkröten wurden im vergangen
Jahr in Trinidad gezählt.
Theoretisch können diese Tiere alle 10 Tage Eier ablegen und im vergangen
Jahr wurde ein und die selbe Schildkröte 11 Mal am Strand von Matura
gesehen.
Da liegen nun die Eier im Sand und das für 55 - 70 Tage, dann fangen
die Kleinen an zu schlüpfen. 5-6 Tage brauchen die Kleinen um an die
Oberfläche zu gelangen, ein harter Weg. Doch das Schwierigste kommt dann
erst. Die Kleinen watscheln instinktiv zum Wasser und bereits auf dem Weg
dort hin werden viele von ihnen von Vögeln gefressen. Die, die es bis
zum Wasser schaffen haben es auch noch nicht überstanden, denn auch dort
lauern Gefahren.
So gelingt es nur ca. 60% der geschlüpften Tiere ins Wasser zu gelangen
und davon überleben wiederum nur 1 oder 2 welche dann selbst geschlechtsreif
werden.
Huch, jetzt hab ich aber ganz schön viel über diese Riesen geschrieben
und dabei gäbe es noch mehr darüber zu erzählen. Doch wir wollen
unter Umständen noch einmal an einen solchen Strand, nämlich dann,
wenn die kleinen schlüpfen, dann gibt es sicherlich noch mehr zu berichten.
Es ist schon ganz schön spät oder besser gesagt, früh am Morgen.
Wir marschieren also wieder zurück in Richtung Bus, und siehe da, es
ist noch eine gekommen. Eine die ziemlich "jung und neu" ist. Woran
man das erkennt dann beim nächsten Mal. Wenn wir auch nur zwei Leatherbacks
gesehen haben, es hat sich gelohnt. Das ist ja auch erst der Anfang der Zeit
zu der sie an Land kommen um die Nachkommenschaft zu sichern. Später
kommen wohl über hundert Schildkröten in einer Nacht!
Um 4:30 Uhr sind wir wieder an Bord und fix und alle. Nichts wie ab in die
Koje.
Doch lange schlafen is nich; um 8 Uhr steht einer auf dem Schiff der ein bestelltes
Ersatzteil bringt. Na dann! Es ist eigentlich sowieso zu heiß um zu
schlafen.
Schon morgens um 8 Uhr ist es richtig warm und spätestens um 10 Uhr zeigt
das Thermometer 30°C im Schatten.
Auch heute kommen wieder ein paar Leute die an Bord was arbeiten sollen. Unser
Tiefkühl- und Kühlschranksystem muss verbessert werden, das Ganze
braucht zu viel Strom. Also hat Thomas sich umgesehen was es so gibt und jetzt
wird erarbeitet, was da gemacht werden kann. Da wir ja eigentlich am Freitag
fahren wollen ist noch einiges zu tun, doch heute werden wir nicht all zu
lange machen denn ein kleines Schlafdefizit haben wir schon.
Am Donnerstag heißt es Einkaufen gehen, denn wir wollen ja wieder weiter,
also verproviantieren, denn in Tobago ist das mit dem Einkaufen ja nicht so
der Renner.
Wir fahren mit dem Auto, und wir das sind Julia´s ( also Erich, Ute
und Julia )
Um zehn Uhr kommen wir an, eine Art Großmarkt, also genau das Richtige
für uns.
So machen wir einen kleinen Großeinkauf und fahren wieder zurück.
Alles verräumt hab ich heute noch einen Termin. Einen Friseurtermin!
Höchste Zeit, 5 Monate ist das her und das muss ich auch ganz schön
büßen, denn es muss ziemlich was abgeschnitten werden.
Was muss das muss, hilft nichts!
Irgendwie muss heute alles schnell gehen, und es ist noch etliches zu tun.
Zurück an Bord sind auch schon die Männer da, die den Catwalk wieder
einbauen, also sind wir wieder seetüchtig und es kann losgehen. Leider
sieht das Teil nach dem Einbau etwas schief aus und wir beschließen
das erst einmal hier zu testen und dann werden wir doch erst später nach
Tobago fahren, und über Ostern hier in Trinidad ein wenig rausfahren.
So kann das Tempo wieder ein wenig gedrosselt werden und alles kann wieder
normal laufen und für heute ist sense.
Normal heißt auch, das man ( wie es sich gehört ) am Karfreitag
Ostereier kocht. Färben ist allerdings nicht möglich, denn hier
Farbe zu kaufen gestaltet sich schwierig bis unmöglich und braune Eier
mit Zwiebelschalen färben, na ja, das ist nun auch nicht wirklich der
Renner.
Dann wird eben von Hand etwas draufgekritzelt doch das hält auch nicht,
denn die Eier müssen in den Kühlschrank und kaum sind sie zwei Minuten
aus dem Kühlschrank läuft die Farbe schon weg. Dann eben nicht.
Aber ein Osterbrot wird noch gebacken, also eine Art Hefezopf mit Rosinen
und Mandeln.
Karfreitag heißt hier Godfriday und ist Feiertag und alles ist auf den
Beinen.
Früh auf den Beinen sind wir am Samstag, denn Ute und ich fahren auf
den Obst- und Gemüsemarkt nach Port of Spain. Um sechs Uhr fahren wir
mit dem Auto weg und eine halbe Stunde später sind wir schon in unserem
Element. Leider ist es heute hier teilweise recht unangenehm. Ständig
werden wir blöd angemacht und mehrfach angebettelt. Beim Fleisch kaufen
will mich einer beschummeln, Ute wird der Rucksack aufgemacht und zu guter
letzt nimmt einer meine Fleischtüte mit. Ich direkt hinterher und ich
finde diesen Mann tatsächlich auch und das Missverständnis wird
geklärt. Das reicht, wir machen uns auf den Heimweg, machen noch einen
kleinen Stop im Supermarkt und dann geht es wieder zurück zum Schiff.
Der Nachmittag geht dafür drauf die ganzen Einkäufe zu verräumen,
zu verarbeiten und zu präparieren. Unter anderem probieren wir eine Art
Bündner Fleisch selbst zu machen. Ob das was wird oder nicht, was uns
der Osterhase und ...
... was uns die neue Woche so gebracht
... in einer Woche wieder hier:
gleiche Welle, gleiche Stelle!
so long
Diana + Thomas
Übrigens, am Wochenende wurde ja wieder die Uhr umgestellt, also sind wir erreichbar zwischen 14 und 15 Uhr MESZ.
Kulinarisch gehen wir heute einen leichten Weg:
Überbackener Blumenkohl mit Salzkartoffeln
1 Blumenkohl , waschen und einzelne Röschen schneiden
150 g gekochter Schinken
100 g Käse zum Überbacken (in Scheiben oder gerieben)
150 ml Milch
½ Becher Sauerrahm
Salz, Pfeffer. Muskat, Kräutersalz
Den Blumenkohl im Salzwasser gut bissfest garen, abgießen und abtropfen
lassen dann in eine feuerfeste Form geben. Mit etwas Salz, Pfeffer und Muskat
wer mag Kräutersalz würzen und mit dem in Streifen geschnittenen
gek. Schinken belegen, alles mit Käse bedecken.
Die Milch mit dem Sauerrahm verrühren und ebenfalls mit den Gewürzen
abschmecken und in die Form gießen.
Kartoffeln ( Menge nach Bedarf ) schälen und in Würfel schneiden
und ebenfalls im Salzwasser garen, zeitgleich den Blumenkohl auf 200°C
zum Überbacken in den Backofen.
Bis die Kartoffeln gar sind ist dann auch der Blumenkohl fertig, wer mag und
kann schaltet zum Schluss im Backofen noch den Grill für ein paar Minuten
an.
Mahlzeit!










