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KW 14 2002

31.03.2002 - 06.04.2002

Ehe es etwas Neues zu berichten gibt, muss ein Fehler korrigiert werden:
Nach der Umstellung auf Sommerzeit sind wir zwischen 16 und 17 Uhr MESZ telefonisch und per Fax erreichbar.

Es ist Ostersonntag der 31.März und so langsam ist es an der Zeit mal wieder etwas zu segeln, also machen wir einen kleinen Ausflug. Hierzu haben wir jemanden eingeladen, und das sind Yannick und seine Freundin Hazel die hier auf Trinidad leben. Um halb zehn sind die Beiden da und es kann auch gleich losgehen. Hazel ist zum ersten Mal auf einem Segelboot, und so fahren wir auch nicht so weit, nur ein paar Meilen, rüber nach Chacachacare.
So sind um 10 Uhr die Leinen los und wir unterwegs. Raus aus Chaguaramas Bay dann sind auch schon die Segel gesetzt. Es sind nur knapp 10 Meilen. Wir kreuzen ein wenig auf und sind nach 1 ½ Stunden bereits am Ziel und ankern in der Sanders Bay.
Chacachacare war vor 30 Jahren eine Leprakolonie und ist mittlerweile das Ausflugsziel der Einheimischen schlechthin. Alle sind sie da mit ihren Motorbooten und Fischerbooten. Sicherlich sind auch etliche Segler hier, auch Tagesausflügler, wie wir es heute auch sind.
Es ist Lunchtime und für Lunch haben Yannick und Hazel freundlicherweise gesorgt.
So kümmern Hazel und ich uns darum das was zu essen auf den Tisch kommt, die Männer hüpfen erst mal ins Wasser und dann wird gemütlich gegessen. Obwohl es sehr lohnenswert ist, diese Insel zu erkunden, bleiben wir heute an Bord und unterhalten uns einfach ein wenig und haben einen netten Nachmittag.
Das bedeutet allerdings, das wir hier unbedingt noch einmal her müssen, denn hier gibt es sehenswertes, ja, sogar mystisches, doch darüber dann mehr, wenn wir Chacachacare wieder besuchen. Um halb vier brechen wir auf und machen uns wieder auf den Rückweg. Auch jetzt können wir schön segeln. Der Wind dreht zwar ständig, doch das macht nichts, wir haben ja Zeit, machen wir eben einen Schlag mehr. Unterwegs müssen wir leider feststellen, das nach wie vor etwas nicht in Ordnung zu sein scheint, und zwar mit dem Mast da dort ziemlich viel Bewegung drin ist. Also wieder einmal ein Fall für den Rigger.
Um halb sechs Uhr liegen wir wieder längsseits in Crews Inn und trinken noch einen Schluck zusammen. Yannick und Hazel verabschieden sich und wir erkunden noch ein wenig das "Wirtschaftsleben" hier.
Auch hier ist Ostermontag ein Feiertag und somit ist heute nichts mit arbeiten also machen wir heute einen kleinen Ausflug zu Lande. Wir wollen uns das Marval Valley ansehen und einen Blick auf den dortigen Golfplatz werfen. Es lohnt sich durchaus mal in eine andere Richtung als Port of Spain zu fahren, denn hier sieht es ganz anders aus: ruhiger, gemütlicher und auch sauberer. Es ist zwar viel Verkehr, denn auch heute sind alle unterwegs!
Apropos unterwegs: seit 2 Jahren ist Horn 2000 auf einer around the world tour unterwegs. Horn 2000 ist der Name eines Slowenischen Segelschiffs und dieses ist seit gestern auch in Trinidad, Chaguraramas. Dorthin fahren wir auch so langsam wieder und sind froh, das wir nicht in entgegengesetzte Richtung unterwegs sind, denn dort ist ein endlosscheinender Stau.
Alle die am Osterwochenende an den Stränden und Straßenrändern gepicknickt haben machen sich wieder auf den Heimweg. Hier sagt man jedoch nicht picknicken, nein, limen heißt das hier. To lime bedeutet man fährt mit dem Auto irgendwohin, parkt am Straßenrand oder am Strand und im Gepäck befindet sich der halbe Hausrat, was man eben so braucht um einen Tag und manchmal auch die Nacht außer Haus zu verbringen. Leider lassen diese Menschenmassen auch viel zurück, nämlich eine Unmenge an Müll! Es scheint als hätten die Menschen hier keinen Bezug zu diesem Thema und sehen darin auch kein Problem und somit wird alles einfach sorglos weggeschmissen.
To lime heißt auch, sich ein Bier oder sonst was kaufen und dann einfach raus auf die Straße.
So sieht es abends in vielen Stadtteilen aus: auf den Straßen stehen, was trinken und dazu laute Musik.
Wir limen heute allerdings an Bord, denn bei uns ist heute noch ein wenig Heimkino angesagt. Eine Schüssel Popcorn und ein Videofilm und unser Programm für den Abend ist gemacht.
Dienstag und die Feiertage sind ( zum Glück ) vorbei und mit den Arbeiten geht es hoffentlich voran, denn wir wollen ja nicht ewig hier im Hafen bleiben.
Leider ticken hier die Uhren etwas anders, und so kann es leicht sein, dass man den ganzen Tag auf jemanden warten muss, obwohl derjenige gesagt hat er kommt am Vormittag. Es hilft nichts, muss man mit leben und akzeptieren, warten und die Wartezeit sich mit Arbeit vertreiben, denn es gibt viel zu tun.
Unter anderem ist ein Besuch bei der Einwanderungsbehörde fällig da unsere Aufenthaltsgenehmigung bald abläuft. Doch sooo einfach wird die nicht verlängert. Wir bekommen einen Termin, bis dahin werden wir "überprüft", ob wir auch schön artig waren, und dann müssen wir beide vorstellig werden. Na dann!
So vergehen der Dienstag und der Mittwoch mit arbeiten und warten und warten und arbeiten.
Donnerstag und um 8 Uhr stehen wir Beide im Büro der Einwanderungsbehörde. Schön alle Papiere ausfüllen, Pässe kontrollieren und stempeln, bezahlen und mit unserer Verlängerung in der Tasche dürfen wir dann wir wieder gehen.
Zurück an Bord gehen dann die Arbeiten an unserem Tiefkühler weiter und ich mach mich auf den Weg nach Port of Spain ein paar Besorgungen machen.
Zurück an Bord heißt es dann dass der Tiefkühler abgeschaltet werden muss. Späßchen!
Was ein Glück dass ich am Wochenende jede Menge Fleisch und Gemüse eingefroren habe und der Tiefkühler ziemlich voll ist.
Freundlicherweise können wir das ganze Zeug bei jemanden vorübergehend tiefkühlen.
Also alles in Kühlboxen und -Taschen packen, wegbringen und dort wieder einräumen.
Wir haben hier immer zwischen 35 und 38°C und man ist selbst nach der kleinsten Bewegung schweißgebadet. Da machen solche Aktionen doppelt Spaß.
Heute, Freitag, sollen nun endlich die Arbeiten am Rigg beendet werden. Auch heute ist warten angesagt und erst am späten Nachmittag tauchen die Herren auf. Wichtig ist das sie da sind und dass sie das Eine oder Andere machen können und das in der Hoffnung dass wir der Lösung unseres Problems wieder einen Schritt näher kommen.
Dann benötigen wir noch eine "Lösung": Schatten an Bord heißt das Problem.
Derzeit spendet nur das Bimeni ein wenig Schatten und das reicht bei weitem nicht und um uns auch zukünftig ein wenig mehr vor der niederprassenden Sonne zu schützen, kommt heute noch jemand der ein paar Maße nimmt um uns ein passendes Sonnensegel zu basteln, was bei Katamaranen, wegen der Breite, nicht ganz einfach ist, doch das sind ja Fachleute, also fällt denen da bestimmt was ein.
Bis alle weg sind und wir alles aufgeräumt haben ist es schon nach 18 Uhr und somit höchste Zeit für uns, uns fertig zu machen, denn heute Abend ist in Tropical Marine BBQ.
Wir kommen dennoch etwas zu spät, doch es gibt noch was zu essen und bei unseren Stegnachbarn am Tisch finden wir einen Platz, mehr braucht es nicht.
Samstag, der 06.04. und Samstag ist Markttag also heißt es früh aufstehen. Um 20 vor sieben hole ich Ute und ihre Tochter Julia ab. Außerdem ist Candia mit dabei, Candia ist von der
S.Y. Moonshadow und sie ist mit ihrem Mann David und ihren Kindern Justin und Lana bereits seit 15 Jahren mit dem Schiff unterwegs. Respekt!
So fahren wir nach Port of Spain um auf dem Markt frisches Obst, Gemüse und Fleisch zu kaufen. Doch zuerst heißt es einen Parkplatz finden, was heute anscheinend nicht so einfach ist, denn wir werden direkt von einem Polizisten weitergeschickt. Hm!
Zwei Minuten später gibt uns derselbe Polizist Zeichen, wir sollen auf einen eingezäunten Parkplatz fahren. Dieses Angebot nehmen wir doch gerne, wenn auch verwundert, an.
Beim Verlassen des Geländes lässt uns der Polizist noch wissen, das er schon Feierabend haben wird, bis wir wieder zurück sind, doch seinen Kollegen informieren wird das dieser darauf achtet das wir 4 wieder unversehrt zurück kommen. Ist das nicht nett!?
Unsere Einkäufe so ziemlich erledigt ist der Metzger unsere letzte Station und dort passiert es, das ein anderer Kunde, versehentlich, mein Fleisch einpackt und weggeht. Als ich das bemerke sind der Metzger und ich gleich entsetzt, denn es war so ein schönes Stück; das hat mich geärgert. Für den Metzger hingegen war es ein echtes Verlustgeschäft, denn der andere hat zwei Kotelett bezahlt und mitgenommen hat er 2 Kilo Rindfleisch.
Ich mach mich auf den Weg diesen Mann zu finden, was auf dem großen Gelände eigentlich ein recht aussichtsloses Unterfangen ist, bei so vielen Menschen.
Und doch, ich habe ihn gefunden. Der Herr war ziemlich überrascht und ohne Weiteres ist er mit mir zurück zu dem Metzger gegangen.
Es empfiehlt sich einfach, sich die Menschen die neben einem stehen genau anzusehen.
Das Missverständnis geklärt gehen wir zu zurück zu unserem Auto.
Erst als uns auf diesem Parkplatz ein vollbesetzter Streifenwagen entgegen kommt und die Polizisten uns freundlich hupen und winken, stellen wir fest, wo wir uns hier eigentlich befinden, wir sind auf dem Parkplatz der Polizeistation von Port of Spain, also in besten Händen. Auf dem Heimweg stoppen wir noch kurz bei einem Supermarkt und dann geht es zurück an Bord. Wieder heißt es Einkäufe verarbeiten und verräumen. Das ist ja nun das zweite Mal in einer Woche, das wir uns eigentlich auf die Abfahrt vorbereitet haben, und dann leider doch nicht fahren konnten. Hoffentlich klappt es dieses Mal!

Ein Gutes hat die Verzögerung, denn dadurch können wir heute Abend eine tolle Veranstaltung besuchen: Pan of the 21. Century.
Ein Wettbewerb zwischen 13 Steel Bands. Eigentlich hätte diese Veranstaltung bereits in der Woche nach Karneval stattfinden sollen, doch da gab es wohl einige Unstimmigkeiten und somit findet das erst heute statt; schön für uns.
Wir fahren mal wieder mit Jesse James und der holt uns um viertel vor sechs abends ab und bringt uns nach Port of Spain, Queens Park Savannah wo das Spektakel um 19 Uhr beginnt.
Steel Pans werden hier nur noch Pan genannt, und im Grunde genommen ist eine Pan nichts anderes als der Boden eines Ölfasses, denn daraus werden diese Instrumente hergestellt.
  
   Angeblich liegt der Ursprung dieses Instruments in einer alten, verbeulten Keksdose auf der Mitte der 30er Jahre bei einem Fest jemand rumgetrommelt haben soll.
Heute hat dieses Instrument hier richtig Tradition und die Personen die sich Pan Tuner nennen, die also diese Instrumente stimmen, genießen in Trinidad und Tobago ein großes Ansehen. Mit gutem Gehör und viel Gefühl wird der Fassboden mit Hammer und Beitel bearbeitet ehe bis zu 32 verschiedene Töne zu hören sind. Die Tonlage ist abhängig von der Größe des Fasses, also der Länge. Die Kurzen bringen die hohen Töne hervor, die Langen die tiefen Töne.
Für die Darbietungen des heutigen Abends waren sicherlich einige Tuner nötig um die Instrumente gut zu stimmen.
Die erste Band inszenierte "Phantom der Oper", dann wurde von Stevie Wonder "I just call to say i love you" gespielt, oder von Shaggy "Angel". Bekannte Titel die dann doch so anders, und doch so gut klingen. 30 - 40 Personen starke Bands kommen auf die Bühne und mit ihnen kommen die Pans. Da stehen die Pans, oder besser gesagt, hängen sie in Gestellen und Wagen. Eine Band hatte 12 Trommeln in einem Wagen und diese wurden von einer Person gespielt.
Zum Teil legen sich die Musiker richtig ins Zeug und ein paar junge Männer spielen ihre Pan sogar über Kopf; Kunststück. Alle haben sie sich was einfallen lassen und viel Mühe gegeben, doch den ersten Preis gibt es nur einmal und dafür aber kräftig:50.000 $TT erhält der Gewinner, das entspricht 10.000 €. Nicht schlecht.
  

Wir sehen und hören alle 13 Bands, doch die Bekanntgabe der Gewinner hören wir nur noch im Radio, denn kurz vor Mitternacht befinden wir uns schon wieder auf dem Weg nach Chaguaramas und das soll es dann auch für heute und diese Woche gewesen sein. Ob wir denn morgen losfahren und ...


... was uns die neue Woche so gebracht
... in einer Woche wieder hier:
gleiche Welle, gleiche Stelle!

so long

Diana + Thomas


Kulinarisch gibt es heute was schnelles, süßes:

Kirsch - Gratin mit Joghurtguss
(Mengenangaben pro Person)

250g entsteinte Kirschen in eine flache Auflaufform geben, 1 Eigelb mit 1 TL Zucker (5g) schaumig rühren. 30 g Joghurt unterrühren. Guss über die Kirschen gießen.
Gratin im vorgeheizten Backofen bei 220°C 10 Minuten backen.
Schnee von 1 Eiweiß und 1 TL Zucker auf dem Gratin verteilen und für weitere 5 Minuten backen.
Guten Appetit!

Noch ein kleine Voranmeldung: Ab dem 01.Mai sind wir für 2 Monate über unsere "alte" Email-Adresse Katsilverblue@aol.com erreichbar, und das ausschließlich.