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KW 16 2002
14.04.2002 - 20.04.2002
Es ist Sonntag der 14. April und wir liegen ganz alleine in der Anse Bateau
in der Nähe von Speyside, auf Tobago.
Heute ist tauchen angesagt und zwar werden wir heute einen geführten
Tauchgang machen. Direkt beim Hotel BlueWaters Inn ist eine Tauchbasis, Aquamarine
Dive.
Da es heute Vormittag noch ziemlich bewölkt ist, melden wir uns für
einen Tauchgang am Nachmittag an, in der Hoffnung das die Lichtverhältnisse
sich etwas bessern.
Um 13 Uhr sitzen wir dann mit unserer Ausrüstung im Dingi und machen
uns auf den Weg zur Tauchbasis. Dort müssen wir leider feststellen, dass
unsere Automaten nicht auf deren Tauchflaschen passen und so fährt Thomas
nochmal zurück an Bord um unsere eigenen Flaschen zu holen.
Eine halbe Stunde später sizten wir dann zusammen mit 4 anderen Tauchern
und 2 Dive Master von Aquamarine Dive im Tauchboot und wir heizen zum Tauchplatz
der den Namen Inner Place hat.
Dort angekommen, ich von dem heißen Fahrstil schon halb seekrank, muss
es dann schnell gehen, denn es ist ziemlich viel Strömung und ordentlich
Seegang.
Los geht es, alle Mann rein ins Wasser und runter!
Kaum sind wir unten, schon starrt uns ein ziemlich große, grüne
Moräne an.
Wenn es auch immer wieder ein großes Glück sein soll diese Tiere
zu sehen, mir persönlich sind sie etwas unheimlich. Auf jeden Fall ein
interessanter Beginn für unseren Tauchgang, wir dürfen also gespannt
sein. Für mich ist das heute eh wieder etwas Neues, denn das ist mein
erster Drifttauchgang.
Dann lassen wir uns mal "treiben".
Also der Jaques Cousteau Park auf Guadeloupe war ja unsagbar schön, dass
hier, das ist auch unsagbar schön, aber eben anders schön. Solch
eine Vielzahl an Fischen, Korallen, Pflanzen, man weiß gar nicht wohin
sehen und es kommt einem so vor als würde alles einfach an uns vorbeiziehen.
Also nicht alles, denn die große Seezuge die wir sehen, die bleibt natürlich
regungslos am Meeresgrund liegen.
Anders der Stachelrochen, der kommt schnell in Bewegung und wart nicht mehr
gesehen nach unserem Erscheinen. Beeindruckend!
Doch, es kommt noch dicker! Wir sehen einen Hai! Was ein Erlebnis!
Wäre man nicht unter Wasser würde man den Mund vor staunen nicht
wieder zu bekommen, doch hier geht das ja wohl schlecht.
Wir treiben weiter und das in gut 20 Meter Tiefe. Zum ersten Mal sehen wir
hier auch Tarpons, etwas größere silbern schimmernde Fische, ein
ganzer Schwarm zieht vorbei.
Teilweise werden die hier auch gegessen, doch dieser Fisch soll sehr viele
Gräten haben. Fast hätte ich etwas vergessen, die Becherschwämme,
in allen Größen, Farben und Formen lassen sie den Abhang als Kraterlandschaft
erscheinen.
Leider brauch ich nach wie vor ziemlich viel Luft unter Wasser und der Blick
auf den Finimeter zeigt für mich, für uns, das baldige Ende des
Tauchgangs an und so tauchen wir langsam auf. 40 Minuten waren wir unten,
40 Minuten staunen.
Doch was an der Wasseroberfläche los ist, lässt einen auch staunen.
Ein Seegang, puh!
Wir deuten dem Tauchboot, das uns wieder einsammelt, und nach und nach kommen
dann auch alle anderen Teilnehmer hoch. Nach einem anstrengenden Einstieg
ins Tauchboot kann die ruppige Fahrt zurück an Land kann losgehen.
Am Steg angekommen spülen wir unsere Ausrüstung, verfrachten alles,
einschließlich uns selbst ins Dingi und es geht zurück an Bord.
Da tauchen bekanntlich hungrig macht, machen wir uns zurecht und auf den Weg
nach Speyside. Auch heute gehen wir dorthin zu Fuß, was ja bekanntlich
ein ganz schönes Stück zu gehen ist. Dort besuchen wir heute ein
Restaurant was mittlerweile schon eine touristische Attraktion ist. Jemma´s
ist der Name des Restaurants, welches eigentlich ein Baumhaus ist, da es rund
um einen großen, alten Mandelbaum erbaut wurde und komplett auf Pfählen,
also Stelzen steht. Hinzu kommt die tolle Aussicht zu den gegenüberliegenden
Inseln, Little Tobago und Goat Island.
Wenn das Essen auch verhältnismäßig teuer war, so war es doch
nicht schlecht und so machen wir uns satt und zufrieden auf.
Da der Weg, den wir gehen müssen nicht besonders gut beleuchtet ist,
haben wir vorsichtshalber eine Taschenlampe mitgenommen, und das war gut so,
denn stellenweise ist es wirklich stockdunkel.
Mit Hilfe von unserer Beleuchtung sehen wir auch, was da außer uns noch
so unterwegs ist: fette Frösche, wobei uns direkt "Mountain Chicken"
einfällt, ein Gericht welches in Dominica gegessen wird und nichts anderes
ist als ein Frosch. Igitt!
Einer dieser Kameraden hier auf der Straße hat sich so erschrocken,
das er weggehüpft ist und mit dem Kopf direkt auf den Bordstein geknallt
ist; autsch! Wir mussten darüber allerdings lachen, denn das klang richtig
hohl und dumpf.
Gut die Hälfte der Strecke haben wir hinter uns und der Rest ist nur
noch reines bergab gehen. Ehe wir zurück an Bord fahren, trinken wir
noch einen kleinen Cocktail an der Hotelbar; doch nur einen, denn die sind
so stark das schon ein Zweiter Wirkung zeigen könnte.
Es ist Montag und eigentlich wollten wir hier noch einiges unternehmen, wie
z.B. einen Schnorcheltag oder nochmal tauchen gehen oder ein Besuch auf Little
Tobago, doch das lässt das Wetter leider nicht mehr zu. Wir haben bereits
den angekündigten stärker werdenden Ostwind und somit lässt
auch der Schwell nicht mehr lange auf sich warten, was sich bereits bemerkbar
macht. Das heißt für uns weg hier, und zwar heute.
Um viertel nach zehn ist der Anker oben und wir auf dem Weg zurück nach
Charlotteville, also wieder an die Westküste, und wir werden nicht lange
unterwegs sein denn es sind keine 10sm. Allerdings ist die erste Hälfte
der Strecke nicht ohne, da hier immer starke Strömung ist und stellenweise
auch mehrere Strömungen aufeinander treffen und heute gibt es das ganze
gepaart mit östlichem Schwell.
Kurz gesagt, es geht zu wie in einer Waschmaschine im Schleudergang.
Sowie wir um die Inselspitze herum sind, kommt dann auch die Angel raus, doch
wir fangen nichts. Gibt es eben keinen Fisch!
Kurz nach 12 Uhr haben wir bereits in der Man o´War Bay vor Charlotteville
geankert und machen auch gleich das Dingi wieder klar.
Das ist die richtige Zeit für einen Roti bei Jane, also fahren wir an
Land.
Bei der Gelegenheit können wir dann auch gleich mal nach dem Fischer
Ausschau halten, der uns vergangene Woche unseren Köder abgefahren hat.
Wir finden ihn direkt, und er hat auch etwas für uns, nämlich die
aufgewickelte Leine, doch wo ist bitte der Köder? Tja, den können
wir wohl abschreiben.
Wir gehen zu Jane und dort bleiben wir auch eine ganze Weile, denn unser Freund
Black Mouth stößt noch zu uns und wir unterhalten uns ziemlich
lange, ehe wir wieder zurück an Bord fahren. Wenn man auch bei Jane gutes
Brot kaufen kann, so machen wir uns heute mal wieder ein schönes Vollkornbrot.
Thomas fährt nochmal an Land, heute ist ja schließlich wieder Fußball
in Charlotteville und für heute soll es das gewesen sein.
Dienstag ist Pflegetag: Freundschaft pflegen und Boot pflegen!
Black Mouth kommt uns besuchen und verbringt den ganzen Nachmittag bei uns,
wobei er Thomas ein wenig behilflich ist beim Reinigen der Winschen, während
ich den Tag mit putzen verbringe.
Nach getaner Arbeit mixt Thomas ein Smily-Water für uns und wir genehmigen
uns gemeinsam ein Glas, verabreden uns für den morgigen Tag, dann verlässt
Winston uns wieder.
Mittwoch und heute gehen wir mit Winston in den Wald.
Wir treffen uns mittags, und es ist fast zu heiß um nichts zu tun, und
so wollen wir durch den Wald marschieren?!
Um halb drei geht es dann los. Winston voran, dann Thomas und ich hinterher.
Am Anfang ist der Weg noch einigermaßen gut begehbar, doch je weiter
wir in den Regenwald rein kommen, desto stärker wir das Dickicht. Doch
das ist kein Problem, denn die beiden Männer haben ihre Macheten dabei
und schlagen den Weg frei.
Hier im Wald scheint die Luft zu stehen, wir sind wirklich im eigenen Saft
gegart und dann muss man auch noch lange Hosen tragen. Doch das ist allemal
besser, als von den Moskitos aufgefressen zu werden.
Winston erklärt uns viel, erzählt uns wie sie in den Wäldern
manchmal jagen gehen, welche Pflanzen gefährlich sind, und wir sehen
auch ein paar Vögel deren Namen er uns dann nennt. Witzige Namen haben
die Vögel teilweise, wie bspw. Wututu. Also so wird der Name ausgesprochen,
geschrieben wird er vermutlich anders, aber egal!
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Was es hier in rauhen Mengen gibt ist eine bestimmte
Blume, deren Name ich leider nicht kenne. Thomas und ich sind uns allerdings
einig, das der Anblick dieser Blumenpracht und -Fülle einem Floristen
die Tränen in die Augen treiben muss.
Mannshoch und noch größer wachsen diese Blumen hier überall, phantastisch! Zwischendurch gibt es zur Erfrischung Wasser und Grapefruit. Black Mouth schält die Grapefruit mit seiner Machete, als wäre es ein Küchenmesser. Keine Ahnung wie weit wir gegangen sind, doch es ist langsam an der Zeit den Rückweg anzutreten, denn bei Dunkelheit hier im Wald, das muss nicht sein. Ausgerechnet hier, am weit entferntesten Punkt, steht ein schöner Bambussbusch, und ich möchte unbedingt einen Stamm davon haben. Bekomme ich auch, doch der will auch getragen werden! So ist der Rückweg doppelt anstrengend und nicht weniger schweisstreibend. Jetzt haben wir aber nichts mehr zu trinken, hm! Doch es gibt etwas anderes gegen den Durst, Zuckerrohr. Winston kommt damit an und zeigt uns, wie das gegessen wird, besser gesagt, ausgekaut wird. |
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Und tatsächlich, das löscht den Durst! Was es doch nicht alles
gibt!
Nichts desto trotz haben wir nach mehr als 3 Stunden Fußmarsch bei unserer
Ankunft am Steg einen Riesendurst und der wird direkt in der Bar gelöscht.
Dort treffen wir auf Gerda und Franc die mit ihrem Katamaran Silver unterwegs
sind und John ist auch da. Später gesellt sich noch ein Zollbeamte zu
uns und wir haben eine richtige Gaudi zusammen und bemerken mal wieder nicht,
wie die Zeit zerrinnt und es langsam an der Zeit ist, zurück an Bord
zu gehen.
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Auch am Donnerstag bekommen wir Besuch von Black Mouth, denn er muss
uns seinen Fang zeigen. Einen ziemlich großen Kingfisch (Wahoo) hat er gefangen, dann noch einen etwas kleineren Kingfisch, doch eine andere Art, welche wohl nur selten gefangen wird und mehrere Thunfische. Das kann sich doch sehen lassen, oder?! Jetzt haben wir schon so viel und so oft über Winston geschrieben, oder wie ihn in Charlotteville alle nennen, Black Mouth, jetzt ist es auch an der Zeit, das wir ihn hier vorstellen. Übrigens, Winston hat neuerdings auch eine Email-Adresse: WinstonAyres@hotmail.com. Am Freitag bekommen wir von einem anderen Fischer Besuch, der uns bittet doch zu verholen, also umzuankern, da sie ihre großen Netze ausbringen wollen. Auch wenn sich das kaum noch lohnt, da wir ja morgen eh von hier wegfahren werden, machen wir das selbstverständlich. So holen wir den Anker auf und fahren etwas weiter nach Vorne und ankern erneut. Da wir morgen abfahren heißt es wieder einmal Papierkram zu erledigen, das macht Thomas, und ich geh mit Winston ins Internet-Cafe, ein wenig üben, denn vielen emails wollen ja beantwortet werden. |
Gegen 16 Uhr verabschieden wir uns, doch nicht für lange, denn gegen
20 Uhr treffen wir uns wieder, denn heute Abend findet in der Banana Boat
Bar eine Party statt. So geht jeder nach Hause und an Bord um noch etwas zu
erledigen, zu Abend zu essen und dann geht es wieder los. Thomas und ich holen
Gerda und Franc ab, denn deren Dinig ist derzeit außer Gefecht und wir
fahren gemeinsam an Land. Da auch hier die Partys für gewöhnlich
immer erst etwas später beginnen, sitzen wir zuerst in unserer Bar am
Pier zusammen, limen also ein wenig, ehe wir gegen 22 Uhr zur Banana Boat
Bar gehen. Dort treffen wir neben ein paar anderen, mittlerweile bekannten,
Einheimischen auch auf Lisa und Gerry die ebenfalls mit dem Schiff unterwegs
sind. Alle zusammen haben wir viel Spaß und es ist deutlich nach Mitternacht
als wir uns auf den Heimweg machen.
Es ist Samstag der 20.04. und heute werden wir Charlotteville endgültig
verlassen.
Da es ja doch etwas spät war, sind wir nicht all zu früh wach und
so kommt es, das wir erst um 9 Uhr frühstücken, und hierzu besucht
uns heute ein letztes Mal unser Freund Black Mouth, dann heißt es aber
wirklich lebe wohl zu sagen, denn wir müssen los, wir haben ja ein paar
Meilen vor uns.
Das Dinig noch verstaut und alles klar gemacht sind wir um halb elf unterwegs
und verlassen die Man o´war Bay, wo wir nun doch oft und auch lange
waren.
Wir fahren wieder in Richtung Trinidad, doch nicht an einem Stück, wir
werden in der Store Bay einen Übernachtungsstopp einlegen.
Und bis zur Store Bay wird gesegelt. Wir haben schönen, fast achterlichen
beständigen Wind. So sind die 23sm angenehm zu machen und wir kommen
noch vor 16 Uhr an unserem heutigen Ziel an. Leider haben wir mal wieder einen
Verlust zu verzeichnen, denn heute ist mal wieder nicht nur der Fisch vom
Haken, nein, der Köder ist auch mal wieder weg! Doch deswegen werden
wir das Fischen nicht aufgeben, warum auch. Gleich morgen werden wir es wieder
probieren, wenn wir Tobago hinter uns lassen wieder Kurs auf Trinidad nehmen.
Ob wir hierbei was gefangen haben ...
... was uns die neue Woche so gebracht
... in einer Woche wieder hier:
gleiche Welle, gleiche Stelle!
so long
Diana + Thomas
Ehe der kulinarisch Tipp kommt, ein wichtiger Hinweis:
in der Zeit vom 01.Mai bis Ende Juni werden wir nicht an Bord sein,
sondern für ein paar Wochen nach Hause fliegen.
Während dieser Zeit sind wir aussschließlich über folgende
Email-Adresse erreichbar: katsilverblue@aol.com
Kulinarisch gibt es heute ein Rinderfilet mit Kräuterkruste
Rinderfilet ( Menge nach Bedarf) pfeffern und von allen Seiten in heißem
Öl kurz und scharf anbraten.
Für die Kräuterkruste ca. 8 gehäufte EL Semmelbrösel,
2 - 3 EL mittelscharfer Senf, 1 Ei, und etwas Sahne oder Kondensmilch miteinander
vermengen und glattrühren. 3 EL gehackte Petersilie dazugeben, wer mag
etwas gehackten Dill, ebenfalls untermischen und mit Salz, Pfeffer und Muskat
abschmecken.
Die Mengenangaben sind natürlich abhängig von der Größe
des Filets, sollte jedoch ausreichend sein um das Filet ca. 1/2 cm dick damit
zu besteichen, also je nach Bedarf anpassen.
Das Filet in eine feuerfeste Form legen, mit der Kräutermasse bestreichen
und bei 200 °C für ca. 20 - 30 Minuten in den Backofen, wer kann
schaltet zeitweise den Grill mit ein oder zum Schluss nur Oberhitze wählen,
damit die Kruste knusprig wird, und das Filet noch schön durchziehen
kann und im Innern leicht rosa und saftig bleibt.
Dazu Rösti und Gemüse, fertig!
Mahlzeit





