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KW24 2001
10.06. - 16.06.2001
Es ist Sonntag der 10.06.2001 und um 10:00 Uhr holen wir den Anker auf,
wir verlassen die verträumte Bucht Tindari.
Ausgeschlafen und erholt geht es los mit Kurs auf Cefalú.
Unsere Route führt uns entlang der Nordküste Siziliens und rechts von uns
befinden sich die Äolischen Inseln, auch Liparische Inseln, genannt.
Die Inselgruppe liegt in dicken gelblichen Rauchschwaden die sich über etliche
Meilen erstrecken und die Inseln nur in Umrissen erkennen lassen.
Die Rauchschwaden sind leicht zu erklären, denn hier gibt es zwei Vulkane,
die heute noch aktiv sind: der Stromboli und der Gran Cratere auf der Insel
Vulcano.
Insgesamt 7 Inseln: Stromboli, Panarea, Filicudi, Alicudi, Salina, Lipari
und Vulcano gehören zu Äolischen Inseln.
Von der Strasse von Messina, hinüber zum italienischen Festland über diese
Äolischen Inseln bis hin zur Insel Ustica wird dieses Archipel auch das „Äolische
Dreieck" genannt. Sozusagen das Bermuda- Dreieck des Mittelmeeres, denn zu
bestimmten Jahreszeiten gibt es hier häufig Starkwinde, Gewitter mit Wolkenbrüchen
und Sturmböen, ohne das diese von der Großwetterlage her zu erkennen wären.
Zum Glück haben wir nichts von alle dem, doch leider gibt es auch so gut wie
keinen Wind. Also motoren wir die Strecke von 54 sm bis nach Cefalú.
| In Cefalú angekommen ankern wir im alten Hafen direkt unterhalb der
Stadt und sind bereits vom ersten Anblick dieser Stadt beeindruckt. Die schmalen hohen Häuser, gebaut dicht an dicht, mit ihren kleinen Balkonen bilden sie unzählige Gassen gefüllt mit Leben. Vom Strand sind Trommelklänge und Musik zu hören. Hier ist schwer was los. Also nichts wie hin! Das Dingi zu Wasser gelassen werde ich von Gondolier Tom zum alten Anleger gerudert und wir haben wieder mal festen Boden unter den Füßen. Durch die Gassen schlendernd halten wir dann auch gleich Ausschau, wo wir am anderen Morgen noch etwas einkaufen können. |
Bereits aus der Ferne haben wir das Wahrzeichen dieser Stadt gesehen, doch
jetzt stehen wir direkt davor. Eine wunderschöne normannische Kathedrale.
Erbaut im Jahre 1131 von einem König Roger als Dank für seine Errettung als
Schiffsbrüchiger.
Auf der großen Treppe die zu der Kathedrale hinaufführt sitzt eine Gruppe
musizierender junger Leute welche die Menschen auf dem großen Platz unterhalten.
In einem gemütlichen und guten Lokal zu Abend gegessen gehen wir noch ein
paar Schritte und dann wieder zurück an Bord und ab in die Koje, denn es geht
wieder früh los.
Eigentlich wollten wir direkt durchstarten nach Sardinien. Doch wenn die
Wetter- und Windlage so bleibt, müssen wir viel motoren und das heisst: Diesel
tanken.
Also steuern wir Capo San Vito an.
Vorbei am Golf von Palermo, mit viel Wind von Vorne kommen wir um 22:30 Uhr
in San Vito an.
Mit den ruhigen Nächten ist es wieder vorbei: 02:30 Uhr und bei 25 Kts Wind
geht es wieder rund. Früh um 06:00 Uhr entdecken wir auf einem Fischerboot,
welches im Hafen liegt, ein paar Männer. Die fragen wir, ob wir bei ihnen
längsseits festmachen dürfen. So liegen wir 1 Stunde später längsseits an
einem Fischkutter und warten, bis um 09:00 Uhr dann die Tankstelle öffnet.
Auf nach Sardinien!
Unser nächster Stop soll Cagliari sein. Das heißt, wir sind wieder die Nacht
hindurch unterwegs.
Mit Wache gehen klappt diesmal leider nicht so gut, so dass Tom kaum schlafen
kann.
Nach 170 sm und 36 Stunden schmeißen wir den Anker in eine Bucht namens Cala
Pira und bleiben dort über Nacht. Die schwere See machte es unmöglich in den
Golf von Cagliari zu kommen und Cagliari anzufahren. Dann machen wir das eben
am morgigen Tag.
Cala Pira ist eine schöne, ruhige Bucht mit einem kleinen Sandstrand und ist
einigermaßen geschützt um dort eine Nacht verbringen zu können.
Donnerstag Morgen und es sind noch 35 sm bis nach Cagliari.
Dort angekommen legen wir in der Marina St.Elmo an. Mit Glück haben wir hier
noch einen Liegeplatz bekommen.
Wenn man so die Logbücher der vergangenen zwei Wochen liest, könnte man sich
fragen, warum wir so oft die Nacht hindurch gefahren sind, oder so wenige
Stops gemacht haben. Sicherlich hätten wir öfters segeln können, wenn wir
nicht den kürzesten Weg gewählt hätten, doch: wir haben einen Termin in Cagliari!
Unsere Freunde Carola und Alex kommen dort an Bord und werden die nächsten
zwei Wochen mit uns verbringen. Auch die Beiden haben etwas umdisponiert,
so dass wir uns bereits am Donnerstag treffen.
Freitag ist Arbeitsdienst angesagt. SILVERBLUE erhält eine große Wäsche,
die Wassertanks müssen gefüllt werden und diverse Kleinigkeiten noch erledigt
werden.
Am Steg neben uns liegt Domenico mit seiner Ketsch „Alex & Co". Von Domenico
werden wir ganz spontan zum Mittagessen eingeladen. Es gab äußerst leckere
Pasta: Pasta Amatriciana.
Am Abend machen wir uns alle vier auf den Weg in einen Supermarkt. Großeinkauf
ist angesagt, denn für die kommenden Wochen brauchen wir ja auch ein wenig
Vorrat.
Bis wir unseren Einkauf beendet und die gekauften Sachen alle verräumt haben
ist es schon wieder spät abends und höchste Zeit für die Koje, denn am Samstag
geht es wieder los.
Am Samstag Morgen, kurz nach 10:00 Uhr machen wir in aller Ruhe die Leinen los und verlassen die Marina St., Elmo. Wir lassen es langsam und gemütlich angehen und nehmen Kurs auf Capo di Pula. 7 Stunden später rasselt die Ankerkette auf den Meeresboden, hier werden wir über Nacht bleiben.
Was uns die neue Woche so alles gebracht hat ... in einer Woche wieder hier: gleiche Welle, gleiche Stelle! so long



