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KW28 2001

08.07.2001 - 14.07.2001

Es ist Sonntag der 08.07. und wir sind noch auf Menorca in Cala Fornells. Und da Sonntag ist, darf man auch mal länger schlafen. Also lassen wir es ganz gemütlich angehen. Da es vor zwei Tagen hier ja mal wieder ganz ordentlich Wind hatte, haben wir sicherheitshalber noch einen zweiten Anker ausgebracht, also holen wir heute zwei Anker ein. Doch das dauert, denn die Anker und die Kette bzw. die Leine vom Zweiten sind voll mit Schlick und Schlamm. Das machen wir doch erst mal ordentlich sauber, dann geht es aber los. So verlassen wir Fornells und passieren bei der Ausfahrt aus der Bucht eine Regatta. Doch das ist keine normale Regatta, es ist eine Oldtimer Regatta. Richtig alte Segelschiffe, mit viel Holz, herkömmlichem Segeltuch und ohne high tech. Sowas bekommt man heutzutage unterwegs nicht mehr zu sehen. Ein schönes Bild, wie sie dahingleiten. Um so krasser der Kontrast, neben einem solch ursprünglichen Schiff eine dicke Motorbootjacht zu sehen.

Nur 15sm entfernt von Fornells liegt Cala de Algayerens. Das ist auch schon unser Ziel für heute. Eine schöne weitläufige Bucht mit zwei Sandstränden und diesem schönen türkisgrünen Wasser. Bei unserer Ankunft ist hier noch ziemlich viel los, was sich jedoch abends meist ändert, denn viele fahren dann zurück in einen Hafen, eine Marina. Abends sind dann auch die Strände leer, dann hat man den ganzen Strand für sich alleine. Nicht schlecht, oder! Diese Gelegenheit nutzen wir natürlich und paddeln mit dem Dingi an den Strand. Und wo wir schon mal hier sind, schauen wir uns auch ein wenig um und gehen ein wenig durchs Gestrüpp. Angeblich liegt hinter dem Strand eine Lagune mit viel Natur und Tierleben. Ahja, viel Tierleben! Was wir erblicken sind zwei Schafe die dumm schaun. Fernab stehen zwei schwarze Rindviecher und das wars.  


Um eine etwas bessere Aussicht zu haben gehen wir einen kleinen Hügel hoch und kommen an ein Tor. Auch da müssen wir doch schaun was es zu sehen gibt! Doch außer mehreren alten, ziemlich tiefen, Brunnen ist nichts zu sehen. Aber zu hören, denn da raschelt es im Gebüsch. Oh oh, da stehen schwarze, zwar kleinere aber gehörnte Tiere. Plötzlich kann da eine ganz schnell laufen; soviel Natur muss nun doch nicht sein. Natur, hier hat die Natur auch wieder so ein Kunstwerk geschaffen. Mit Blick auf das Meer hat man den Eindruck, da schaut noch jemand. Ein Fels der aussieht als wäre es ein Gesicht im Profil.

Keine Ahnung ob jeder das darin sieht, wir sehen das jedenfalls so. Für den heutigen Montag haben wir eine etwas längere aber doch überschaubare Strecke vor. Mallorca heißt das Ziel. Sind nur knapp 40 Meilen, also leicht in einem halben Tag zu schaffen. Es sei nur kurz erwähnt: wir haben wieder welche gesehen, Delphine. Auf Mallorca angekommen wollten wir in der Cala Formentor ankern, doch Ankerverbot. Hier gibt es jetzt Muringbojen, also wird da festgemacht. Die Boje angesteuert, kommt auch schon ein Schlauchboot mit zwei Personen an, die beim Festmachen behilflich sind und auch gleich kassieren, mit 40.- DM sind sie dabei. In der Bucht gibt es jedoch nichts besonderes, es gibt hier ein wohl sehr bekanntes und sehr teures Hotel und dann ist da noch die Isla de Formentor die wohl von hunderten von Möwen bewohnt wird, denn die kreischen da die ganze Nacht rum.  


Es wird Zeit das wir mal wieder einen Hafen ansteuern, also nehmen wir am Dienstag Kurs auf Puerto de Alcudia. Wir steuern direkt die Tankstelle an um mal wieder ein wenig Diesel und Wasser aufzunehmen. Während dessen geh ich los um nachzufragen ob die hier noch für einen Tag ein Plätzchen für uns haben; sie haben! Ist um diese Zeit gar nicht mehr so einfach, denn mittlerweile ist hier überall ziemlich viel los. Zuerst checken wir, was es alles gibt und erledigen das Nötigste wie Wäsche wegbringen und Müll entsorgen.
Auf dem Weg durch den Hafen entdecken wir auch schon Tom´s Abendessen. Da hängen 5 Rinderseiten über einem offenen Feuer und werden so gegrillt. Asada Argentina nennt sich das Ganze und wird serviert in dem Restaurant Ipanema Brasil, nicht schlecht. Bis diese Ripp(chen) fertig sind dauert noch und bis dahin muss noch was gearbeitet werden. Von SILVER BLUE wird die Salzkruste entfernt und das Großsegel muss saubergemacht werden, denn das hat vergangene Woche bei dem Scirocco in Fornells auch was abbekommen.
Abends stürzen wir uns ins Gewimmel von Alcudias Strassen. Wahnsinn was hier los ist, und alles in deutscher und englischer Hand. Naja. Am Strand ist eine kleiner Menschenauflauf zu sehen, was da wohl sein mag? Junge Leute haben aus Sand Tiere gemacht, gebaut. Da ist aus Sand ein überdimensional großer Seestern, ein Krake und ein Delphin. Ausgeschmückt und angestrahlt mit Teelichtern. Auch eine Art Kunstwerk.

Am Mittwoch morgen gibt es zum Frühstück eine Süddeutsche Zeitung und frisches Brot vom Bäcker; Tom war schon früh unterwegs. Die Wäsche abgeholt geht es um 11:00 Uhr dann wieder los. Auch heute machen wir ein paar Meilen mehr. Auf den 42sm kommen wir unter anderem an Cala Millor und Cala Ratjada vorbei, relativ bekannte Urlaubsorte. Mit dem Fernglas sehen wir, wie übervoll die Strände sind und alles zugebaut ist mit großen Hotels. Wem´s gefällt. Unterwegs gibt es ein kleines Rennen mit einem anderen Katamaran und dann kommt auch noch ein Trimaran an. Doch gegen denn haben natürlich beide Kats keine Chance. Wir müssen nun eh den Kurs etwas ändern, denn wir wollen nach Puerto Christo und dort vor der Hafeneinfahrt ankern. Also Segel runter und weiter in Richtung Hafeneinfahrt. Leider ist hier alles voll, kein Platz für uns. Hier können wir also nicht bleiben, und in irgendeine Bucht können wir heute nicht.
So fahren wir weiter nach Puerto de Colom. Hier sieht es kaum besser aus, auch alles voll. Aber, wir schummeln uns noch irgendwo dazwischen, und hier bleiben wir. Es ist 21:00 Uhr wie der Anker auf den Grund donnert. Und da es wirklich eng ist, bringen wir vorsorglich ein paar Fender aus. Anschließend machen wir uns noch auf den Weg um die Gegend zu erkunden, denn morgen müssen wir unter anderem ein wenig einkaufen. Wir sehen in dieser Stadt nicht viel schönes, sieht irgendwie komisch aus. Doch das was wir brauchen gibt es und damit soll es mal reichen, wir wollen hier ja nicht verweilen, nur jemanden abholen.

Heute bekommen wir Besuch. Es ist Donnerstag und wir erwarten Petra und Martin aus Hildesheim. Die beiden werden mit uns ein verlängertes Wochenende verbringen und uns bis Sonntag begleiten. Nach einem kleinen Frühstück und ein wenig einkaufen holen wir den Anker auf und verlassen Puerto Colom. Wir haben uns eine schöne Bucht ausgekuckt und steuern die an. Hmm, auch hier, übervoll. Ist doch nicht wahr, oder! So geht es Bucht für Bucht. Auch die Caleta Mondragó sieht so aus, doch wir ankern trotzdem hier.
Endlich kann man mal wieder in schönes sauberes Wasser hüpfen, also nichts wie rein. Es war eine gute Entscheidung hier zu bleiben, denn abends verkrümelt sich einer nach dem anderen und die Bucht gehört uns alleine. Ein gemütliches Abendessen an Bord und ab in die Kojen, denn wir sind alle ziemlich müde.

Freitag der 13.! Na und! Anker auf und segeln. Raus aus der Bucht und um die nächste Ecke herum werden die Segel gesetzt. Kaum sind die Segel gesetzt und getrimmt da holt schon jemand die Angel. Martin hat sich nämlich vorgenommen einen Fisch zu angeln. Mal sehn! Wir haben schönen Wind und können toll segeln. Zwischendurch wird der Genaker gesetzt und wir kommen schön voran. Der Köder wird zwar stundenlang gebadet, doch irgendwie will kein Fisch anbeißen. Zum Glück gibt es Restaurants, dann essen wir unseren Fisch eben dort. Und übrigens, morgen ist ja auch noch ein Tag.
Vor Puerto de Campos geankert geht es erst mal schwimmen und ein wenig schnorcheln. Schon lustig was am Meeresboden alles rumkrabbelt und keucht und fleucht. Wir sehen eine Seezungenfamilie, einen Seestern, Seeschnecken und jede Menge Einsiedler. Einsiedler sind Krebse die in leere Schneckenhäuser „einziehen" und mit denen dann rumlaufen. Schaut lustig aus, wenn die mit dem Schneckenhaus rumsausen. Abends gehen wir in San Jorge an Land und essen eben dort unseren Fisch. Und um dem Anglerglück noch ein wenig nach zu helfen wird auch noch ein neuer Köder gekauft. Als Ersatz für den verlustiggegangenen Superduperköder sozusagen. Apropos superduper, es wird Zeit für unseren kulinarischer Ausflug; ein Nudelsalat, wenn man so will!
Man nehme: 5 Tomaten, in Würfel schneiden, angemacht mit Salz, Pfeffer, gehackte Petersilie, ital. Kräuter ( oder andere Kräuter je nach Geschmack ) Olivenöl und Balsamico Essig. Während das ganze durchzieht 2-3 kleine Packungen Mozarella ebenfalls würfeln. Dann ca. 400gr. Nudeln al dente kochen! Den Mozarella zu den Tomaten gegeben und unterheben. Nun die abgegossenen noch heissen Nudeln hinzugegeben. Das Ganze vermengt, schmiltzt der Mozarella leicht an und ein leichter, schmackhafter Snack ist fertig. Mahlzeit!

Es ist Samstag der 14.07. und wir machen uns auf in Richtung Mallorcas Ostküste. Wenn man sich den Wetterbericht so ansieht, ist dass das Vernünftigste. Wir sind 1 Stunde unterwegs und können endlich Segel setzen, und, Martin kann angeln! Der Erfolg ist mit den Hartnäckigen. Vorbei an El Arenal und Palma kann man leicht feststellen, das Samstags in den Häfen Charterwechsel ist. Aus dem Hafen von Palma kommt ein Segelschiff nach dem anderen. Übrigens konnten wir auch die Kathedrale von Palma gut sehen, zwar nur aus der Ferne, dennoch schön anzusehen. Auch ein imposantes Gebäude. Doch es sind ja nicht nur Segelschiffe die unterwegs, leider. Nein, auch die immer wieder beliebten Motorbootfahrer. Losgelöst, wie manche durch die Buchten pflügen und an den Buchten vorbeidonnern. Und total beknackt ist, wenn sie einen derart am Heck passieren, das sie einem die Angelleine abfahren. Danke! Wochenende, Charterwechsel das bedeutet keine Aussicht auf Besserung was die vollen Buchten anbelangt. So fahren wir auch heute von Bucht zu Bucht, ehe wir was finden wo wir über Nacht bleiben können. Und da wieder stärkere Winde angesagt sind, Mistral, bietet es sich an, sich einen sicheren Platz zu suchen. Bahia de Paguera, hier werden wir fündig und machen uns da gleich richtig breit. Petra und ich bringen die Heckleine aus. So liegen wir hier mit 70 Meter Kette und 100 Meter Heckleine sicher und gut. Hier liegt zur Zeit noch ein Katamaran, so ein Partydampfer. Die nehmen hier am Strand die Leute auf und machen dann eine 2 stündige Rundfahrt während der die Gäste mit Sangria und sonstigem Zeugs abgefüllt werden. Doch die kommen und gehen und somit dürfte es ein ruhiges Plätzchen sein. Auf einen kleinen Gute Nacht Trunk gehen wir noch ein wenig durch Paguera und das wars dann auch und somit ist für heute und diese Woche Schluss.

Was uns die neue Woche so alles gebracht hat ... in einer Woche wieder hier: gleiche Welle, gleiche Stelle!

so long Grüße von Diana + Tom