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KW30 2001

22.07.2001 - 28.07.2001

Es ist Sonntag der 22.07. und wir sind auf Ibiza und es ist fast wie in dem Film „ Täglich grüßt das Murmeltier". Denn heute ist wieder mal flüchten angesagt. Immer wieder sonntags!
Schwell und Seegang haben uns die ganze Nacht durchgeschaukelt uns nimmt noch mehr zu, so dass wir um kurz nach 09:00 Uhr den Anker aufholen und Cala Talamanca verlassen. Schlaflose Nächte sind auf Ibiza sicherlich keine Seltenheit. Aber doch nicht so!!! Dabei wollten wir doch auch das Nachtleben auf Ibiza kennen lernen und ein wenig mitmischen bei der großen Sause. Aber, Satz mit x, war wohl nix. Es hatte sich bereits am Samstag Abend abgezeichnet, das da wettertechnisch was kommt und deshalb war es auch besser an Bord zu bleiben.
Also fahren wir einmal mehr um die Ecke, in die Bucht bei der Hafeneinfahrt, um dort wenigstens zu frühstücken. Das ist dann auch die Gelegenheit noch eine aktuelle Zeitung zu erstehen.
Das Dingi aufgeholt und festgemacht machen wir uns auf den Weg nach Formentera. Den Weg nach Formentera zu finden ist ganz leicht, kann man gar nicht verfehlen. Einfach dem Schwarm hinterher, oder einfach mit dem Schwarm mit. Es ist unbeschreiblich was auf dem Weg dorthin los ist. Ein Schiff neben und hinter dem Anderen pilgern und pesen in die selbe Richtung, Formentera.
Nach nur 11sm dort angekommen ist es nicht verwunderlich, das alle hierher kommen. Cala Espalmador! Wunderschöne Strände und riesige Buchten, traumhaftes Wasser und alles gerammelt voll.
Man muss es einfach gesehen haben, es zu beschreiben ist schwer möglich! Ebenso schwer zu beschreiben ist, was hier bereits vor Jahren von einer Hippiekolonie Hinterlassen wurde . Eine ganzer Strandabschnitt ist übersät mit aus Müll kreierten „Kunstwerken" aus dieser Zeit. Was ganz witzig aussieht sind kleine Steingebilde. Steine so aufeinandergestellt und geschichtet das es von Ferne wirkt als würden dort Menschen stehen. Erst am Abend ist richtig zu sehen, wie wunderschön das Wasser tatsächlich ist, wenn die vielen Schiffe und Boote, nicht zu vergessen die Yachten, wieder verschwunden sind. Auch wir holen den Anker nochmal auf, allerdings nur um die Seite der Bucht zu wechseln; eben dort hin, wo nachmittags alles gesteckt voll war. Dort scheint es ein wenig geschützter zu sein und das ist für die kommende Nacht von Vorteil, denn es soll ziemlich windig werden. 02:00 Uhr in der Nacht und wir treiben durch die Bucht; unser Anker ist geslipt. Noch völlig schlaftrunken muss es jetzt aber schnell gehen ; Anker auf um dann wieder neu zu ankern. Und das bei stockdunkler Nacht, und bei bis zu 35 Kts Wind die uns um die Ohren pfeifen. Mit dem Ankern klappt es nicht direkt beim ersten Versuch, doch beim Zweiten. Nicht das es einen beruhigen würde, nicht die einzigen zu sein, die durch die Bucht getrieben sind, da sind noch zwei andere unterwegs. Was den Adrenalinspiegel dann direkt wieder steigen lässt, ist zuzusehen, wie einer von den Beiden direkt auf uns zu treibt. Schluck! Doch die Crew hat zwischenzeitlich bemerkt was los ist und so fahlen sie dann grad so steuerbord an uns vorbei. Auch ein Erlebnis!
Nach diesem Spektakel wagen wir es uns wieder aufs Ohr zu hauen, doch nicht für lange. Keine Stunde später knallen wieder fette Böen.

Nach dieser Nacht lassen wir den Montag langsam angehen. Am Nachmittag machen wir uns mit dem Dingi auf den Weg nach Formentera und schlendern dort ein wenig durch die Straßen und sehen uns auch eine schöne Lagune an. Ein ganz nettes Inselchen. Da uns bereits am Sonntag Abend der Geruch von Gegrilltem in die Nase stieg, haben wir beschlossen dort hin zu fahren, wo dieser Duft herkam. Eine kleine Bude am Strand. Dort angekommen staunen wir nicht schlecht. Mal wieder alles in deutscher Hand.

Und wie es scheint sitzt man hier den ganzen Tag uns zwitschert sich einen. Dies hat zur Folge das um diese Zeit nichts mehr drin ist mit was leckerem vom Grill; der Grill ist aus. Um diese Zeit wird dann nur noch getrunken. Eine Kleinigkeit bekommen wir aber noch. Der Blick von dieser Strandbude hinaus aufs Meer ist genial. So gesehen kann man schon verstehen das sich hier manche den ganzen Tag aufhalten. Lustig fanden wir das die sogar eine Art shuttle service haben. Es waren kaum noch Gäste da, doch sicherlich 4 Beiboote deren Besitzer wohl nicht mehr ganz „fahrtüchtig" waren und die dann anderweitig zurück zu ihren Booten gebracht wurden. Wir sind zwar noch nüchtern aber schön müde, also machen wir uns auch auf den Heimweg.

Für den heutigen Dienstag haben wir ein paar Meilen mehr vor uns. Wir kehren den Balearen den Rücken und nehmen Kurs auf die Spanische Ostküste. Somit ist um 07:30 Uhr der Anker oben uns wir wieder unterwegs. Da sich der Wind ja gerne des Nächtens verausgabt haben wir die ersten paar Meilen eine richtige Flaute. Also fahren wir die ersten 2 Stunden unter Motor. Dann werden aber die Segel gesetzt und wir segeln gemütlich und doch zügig bis in den späten Nachmittag. Heute wurde auch mal wieder der Köder gebadet, doch die Fische beißen nicht. Seit dem herben Verlust des Superduperköders war nichts mehr mit Petri heil. Doch, der Erfolg ist mit den Hartnäckigen, also, nicht aufgeben!
Nichts desto trotz gibt es heute ein Fischrezept und somit sind wir bei unserem kulinarischen Ausflug. Heute gibt es Fischbällchen Man nehme:
2/3 Gekochten Langkornreis und 1/3 rohen Weißfisch. Am Besten eignet sich Reis vom Vortag. Diesen relativ scharf würzen mit Cayenne-Pfeffer, Curry und ein wenig Salz. Den Fisch in kleine Würfelchen schneiden, säuern, salzen, pfeffern. Das Ganze vermengen, bei Bedarf nochmal würzig abschmecken, frische gehackte Petersilie dazugeben und mit Mehl und Ei(ern) so abbinden, das sich aus der Maße kleine Bällchen formen lassen. Diese Bällchen dann in Paniermehl gewendet im heißen Fett schwimmend ausbacken. Fertig!
Solo ist dies ein leckerer Snack oder auch ein schöner Starter. Mit einem Salat dazu sicherlich auch mal als Hauptgericht denkbar.
Einfach mal probieren und genießen. Gutes Gelingen und guten Apettit! Bei uns ist es noch nicht ganz so weit, 20 Meilen vor unserem Ziel schläft der Wind wieder ein, dann muss eben die Dieselfock wieder ran.
Dieses Stück Küste ist schön anzusehen. Viel grün, eine schöne Vegetation und dazwischen schöne Häuser. Direkt daneben richtig hohe und imposante Steilklippen. Unterhalb einer solchen Steilklippe machen wir einen schönen Tauchplatz aus, den wir morgen besuchen wollen. Da dieses Plätzchen allerdings nichts für die Nacht ist umfahren wir noch ein Kap und ankern bei Javea in einer kleinen Bucht. Ein kleiner Kiesstrand und ganz oben am Berg eine Burg sind das einzige was es hier gibt. Außer uns ist noch ein anderer Katamaran hier, die gehen jedoch bei Anbruch der Dunkelheit; so haben wir die Bucht für uns alleine und die Nacht kann kommen. Mit der Nacht kommt auch ein Regenschauer, doch nur kurz.

Mittwoch morgen und heute wollen wir endlich mal wieder tauchen gehen. Wir fahren wieder um das Kap herum und suchen uns einen Ankerplatz in der Nähe des gestern ausfindig gemachten Tauchplatzes. Isla de Portichol . Dort geankert und den Anker gecheckt machen wir uns daran unsere Ausrüstung herzurichten. Dabei stellen wir leider fest, das ein Tauchjacket einen Defekt hat und man damit nicht tauchen kann. Somit fällt unser Tauchgang im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.
Während wir uns dann fertig machen um wenigstens ein wenig zum Schnorcheln zu gehen kriegen wir Besuch. Ganz nah am Schiff schwimmt eine relativ große Qualle vorbei. Interessant zu beobachten wie sie sich aufpumpt um sich vorwärts zu bewegen und dabei die Tentakeln im Wasser rumwackeln. Und dann hat sie noch so einen lilafarbenen Saum.
 

So, nun geht es aber zum Schnorcheln. Wir hatten recht, ein schöner Tauchplatz. Eine schöne Unterwasserwelt, eine Steinlandschaft mit tiefen Unterwasserschluchten, bewohnt von zahllosen Fischen, große wie auch kleine. Korallen, lilafarbene Korallen, die in einer Art Unterführung wachsen, vor dem Sonnenlicht geschützt. Schön!
Wir können nicht all zu lange bleiben, denn wir haben noch einen Termin. Heute ruft Michael Wegmer von SWR3 an um ein kleines Interview aufzuzeichnen, da ist es von Vorteil, wenn wir an Bord sind. Also geht es zurück zum Schiff.
Den Anker oben, fahren wir wieder ein Stück Richtung Norden, nach Denia. Dort werden wir in die Marina gehen und für ein paar Tage bleiben. Es ist 18:30 Uhr und die Leinen sind fest, wir sind in der Marina de Denia. Gangway raus, Strom und Wasser anschließen, dann passiert heut nicht mehr viel. Doch eines muss noch gemacht werden, die Bugspitzen vom Dreck von den Murings reinigen. Also diese Murings sind der Hammer. Total bewachsen mit Muscheln, so das sie alles zerkratzen. Ärgerlich so was!
Auch sonst ist diese Marina nicht unbedingt Renner. Wie es scheint haben sie baulich großes vor und das schon seit geraumer Zeit. Nur halbfertig, Sanitäre Einrichtungen nur provisorisch in einer Art Baukontainer, also nicht unbedingt empfehlenswert. Doch jetzt wo wir schon mal da sind bleiben wir auch hier. Zumal im Club Nautico, eine andere Marina direkt nebenan, alles voll ist.
Was imposant ist, ist der große Berg an dessen Fuß die Marina de Denia liegt, ein schöner Anblick.

  

Abends machen wir einen Fußmarsch in die Stadt und nach einem schönen Abendessen geht auch dieser Tag um kurz nach Mitternacht zu Ende.

Der Donnerstag ist Badetag. SILVER BLUE bekommt mal wieder eine große Wäsche. Einmal volles Programm. Tom putzt von Außen und ich von Innen. Es ist schon verständlich, das in diesen Breiten nachmittags keiner was macht außer Siesta. Für alles andere ist es einfach viel zu heiß. Doch bei uns fällt die Siesta aus, wir schrubben. Nachdem dann auch wir unsere Dusche genommen haben geht es wieder ab in die Stadt. Wir müssen ein paar Dinge besorgen und erledigen für die wir ein Auto brauchen, also nehmen wir uns einen Mietwagen.

Wir bringen das defekte Teil von dem Tauchjacket zur Reparatur, machen noch kleine Besorgungen und schauen uns ein wenig die Gegend an. Dieses Denia ist ganz schön groß. Und einen richtig schönen, breiten und irrsinnig langen Sandstrand gibt es hier.
Was etwas komisch ist, hier steht relativ oft mein Name irgendwo geschrieben, an Straßen, Geschäfte, Restaurants; doch das ist nicht weiter verwunderlich, denn: Um 600 v. Chr. errichteten hier die Griechen zu Ehren Ihrer Göttin Artemis ( Schutzpatronin der Phokäer ) einen Tempel. Später gaben dann die Römer der Stadt den Namen Dianium, benannt nach ihrer Göttin Diana, die der griechischen Artemis entspricht.

Freitag und wir gehen mal wieder einkaufen. Wenn wir schon ein Auto haben, dann müssen wir das ausnutzen und ordentlich Wasser bunkern. Das ist das einzige was am einkaufen unterwegs etwas nervig ist, Wasser schleppen. Also fahren wir in einen Supermarkt und decken hier unseren Wasservorrat. Auch Denia ist ziemlich eingedeutscht. Da steh ich doch in der Gemüseabteilung, dann schiebt eine Frau ihren Einkaufswagen vorbei und fragt lautstark ihren Gatten: brauchad mir no Tomada? Schreiben wie man spricht, das ist schwäbisch und heißt: brauchen wir noch Tomaten. Da konnte ich mir ein breites Grinsen natürlich nicht verkneifen, als Schwäbin!
Unsere Einkäufe erledigt und verstaut wird es Zeit, das wir uns fertig machen, denn wir bekommen Besuch. Wir treffen uns mit der Familie Glaser aus Nufringen. Die Glasers, das sind Katja und Rainer mit Ihren 3 Söhnen Philip, Tobias und Simon. Rainer ist ein früher Arbeitskollege von mir und die 5 machen hier in Denia ein paar Wochen Urlaub. So gehen wir zu einem gemeinsamen Abendessen in ein Restaurant, direkt am Strand mit schönem Blick aufs Meer. Anschließend genießen wir noch den einen oder anderen Schlummertrunk in deren Feriendomizil, dann wird es höchste Zeit den Heimweg anzutreten.

Es ist Samstag der 28.07. und wir verlassen Denia. Wir fahren noch einmal zu dem entdeckten Tauchplatz, doch in der Bucht ist zu viel Schwell so das wir dort nicht tauchen gehen können. Also fahren wir weiter bis Isla de Descubridor und bleiben dort für ein paar Stunden. Am Abend holen wir den Anker auf und fahren noch 5 Meilen weiter südlich, wo es etwas geschützter ist; denn es ist ja wieder die Nacht auf den Sonntag, und, „Täglich grüßt das Murmeltier" muss nicht sein. Der Anker fällt und hält in El Rinconet, eine Bucht direkt vor Moraira und damit ist für heute und diese Woche Schluss.

Was uns die neue Woche so alles gebracht hat ... in einer Woche wieder hier: gleiche Welle, gleiche Stelle! so long

Grüße von Diana + Tom