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KW 30 2003

21.07. - 27.07.2003

SILVER BLUE liegt noch immer vor Kuanidup, es ist ja auch gar so schön hier.
Mittlerweile haben wir uns mit Miguel angefreundet, der auf der Insel arbeitet. Bei ihm haben wir die Möglichkeit für den Freundschaftspreis von gesamt US $ 3,50 Ananas, Salat, Tomaten, Gurken, Limonen und Bananen zu kaufen. Es sagt, da wir ja nun wieder einiges frisches Gemüse und Obst haben, lönnen wir ja noch ein wenig hier bleiben. Machen wir gerne!
  
  

Und so besuchen wir mit ihm und einigen anderen am Dienstag wieder Rio Sidra, und das mit ihrem Kanu. Dieses ist mit einem Aussenbordmotor ausgerüstet, üblicherweise werden diese "Ulus" gesegelt, und das "Ulu" ist das normalen Fortbewegungsmittel hier.

Der Grund unseres Besuches in Rio Sidra ist eine sogenannte " Chica-Party", ein dreitäges Fest, das zu Ehren der Mädchen veranstaltet werden, die mit 12 Jahren den gesellschaftlichen Wechsel vom Kind zur Frau vollziehen. Hier bekommt das Mädchen ihr erstes, farbenfrohes Gewand der Kuna-Frauen. Sitte ist es, dass der Vater des Mädchen das ganze Dorf zu diesem dreitägigen Fest einlädt, und das wird reichlich ausgenutzt.

Es wir Tag und Nacht gefeiert, der erste Tag ausschliesslich mit "Chica", das ist ausgepresstes Zuckerrohr, das Kaffee versetzt fermentiert wird. Das entwickelt das nach einiger Zeit Alkohol, und das scheinbar nicht wenig, den die zahlreiche Gemeinde scheint am Mittag schon recht angekispelt zu sein, speziell die Damen in ihren prachtvollen Gewändern.
Am zweiten Tag des Festes gibt es ausser reichlich zu Essen ausschliesslich Rum, am dritten Tag genauso, und das Fest endet dann damit, das dem Mädchen die Haare geschnitten werden, als Symbol zur Frau geworden zu sein.
Diese Feste können dem Vater schon einige Tausend Dollar kosten und stellen ein gewaltige finanzielle Belastung für ihn dar. Ein Grund, warum es in Porvenir auch keine Immigrationsbeamten mehr gibt. Der kam nämlich auf die glorreiche Idee, sämtliche Gebühren, die er eingenommen hat, eben für ein solches Fest zu verwenden.

  

Wir kehren nach dem kurzen Besuch der "Chica-Party" zurück, auf SILVER BLUE wartet ausser unserer Geko-Familie ( wir haben mittlerweile 3 gezählt) ein wunderschöner "Mariposa" (links).

In der Nacht haben wir dann den "Culo de pollo", den gefürchteten Südwind, und es bläst mit über 40 Knoten. Nach 20 Minuten ist der Spuk aber glücklicherweise wieder vorbei und am kommenden Morgen bieten Fischer ihren Fang an, 5 schnukelige Langusten, und das für 7 Dollar.

Da muss man doch zugreifen und es wird auch endlich Zeit, ein Rezept meines Freundes Bernd Schierloh, seines Zeichens Meisterkoch, auszuprobieren: Pasta mit Lobster. Aus den Schalen der Tierchen wird hier eine herrliche Sauce zubereitet, zusammen mit dem zarten Langustenfleisch einfach ein Gedicht. Das finden auch Jean und Tania, die wir dazu eingeladen haben.

Jean segelt bereits 5 Jahre hier zwischen den Inseln, und so beschliessen wir am Donnerstag, mit ihm nochmals nach Chiceme zu segeln, er kennt hier eine Kuna-Famile sehr gut. Die Hausherrin bereitet in ihrer Küchenhütte einen Arroz con coco zu, wir grillen einen schönen Fisch und so gibt es einen gelungenen Nachmittag.
Sehr interressant, einmal genau zu sehen, wie die Kunas in ihren palmgedeckten Bambushütten leben. Da die Hütten keinen extra Fussboden haben und es auch keine Schränke gibt, wird alles unter die Decke gehängt und geschlafen wird in Hängematten.

  
  

Ausser einigen Hühnchen lebt hier auch ein niedliches Äffchen, das sogar Ohrringe trägt.

Am Samstag segeln wir dann ins nahgelegene Porvenir, vielleicht kann man jetzt wieder hier ausklarieren, es wird jetzt doch Zeit, das wir nach Cartagena zurückkehren.
Geht leider noch immer nicht, so beschliessen wir, nachdem wir einige Möglichkeiten abgewägt haben, an die Ostgrenze Panamas, nach Puerto Obaldia zu segeln, wo das Ausklarieren möglich sein soll. Unser erster Stop ist am Sonntag nochmal in den Hollandes-Cays, mehr von unserem Weg nach Obaldia in der kommenden Woche.


Bis dahin.....alles Gute !


TOM