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KW 34 2003
18.08. - 24.08.2003
Tja Freunde, versprochen war für dieses Mal ein längeres Logbuch,
den geplant war ein verlängertes
Wochenende in der Hauptstadt Kolumbiens, in Bogota. Die Tickets waren schon
gekauft und die Tasche
gepackt, Samstag früh sollte es losgehen.
Aber dann gab es am Samstag um 07.00 Uhr ein böses Erwachen, wir wurden
in der Nacht beraubt !
Der Inhalt der Tasche für die Reise nach Bogota ist im Salon und im Cockpit
verstreut, es fehlen
umgerechnet ca. 300,- Euro, unsere Handy`s, unsere Armbanduhren, die Digitalkameras
und ein
Laptop.
Ihr werdet euch jetzt sicher fragen, wie kann das passieren, denn wir befinden
uns ja noch immer im
Club Nautico in Cartagena. Das fragen wir uns auch, denn es gibt viele Ungereimtheiten
und eindeutige
Hinweise darauf, das eine Person innerhalb des Clubs beteiligt ist.
Aber der Reihe nach; wie ist das unbemerkte Eindringen möglich? Nun,
wir schlafen wie allgemein
üblich zwecks besserer Belüftung mit geöffneten Salontüren
(es gibt ja auch ein Security-Service, der
aber offentsichtlich seinen Namen nicht wert ist, dazu später noch mehr)
und haben ausserdem z.Zt.
für mehr Zirkulation einen grossen Ventilator in der Koje, der natürlich
auch nicht lautlos läuft. Die Spuren
und Umstände deuten darauf hin, dass sich die Person auf SILVER BLUE
auskannte. Beim Eindringen
wurden die zahlreichen Bereiche gemieden, die beim Laufen Geräusche verursachen
und eine der
Digitalkameras befand sich unten im Steuerbordrumpf zum aufladen. Mit das
bedenklichste an der Sache
ist, dass man eindrang, während wir im Schiff schliefen. Das ist sehr
ungewöhnlich, denn damit hat die
Person bewusst riskiert, entdeckt zu werden und dann angegriffen zu werden.
Ob die Person womöglich
bewaffnet war, und es vielleicht besser war, das wir nichts bemerkt haben,
ist alles reine Spekulation,
aber die Sache hinterlässt ein sehr bitteren Geschmack und bei Luznela
leider auch einiges an Angst,
verständlich.
Glücklicherweise wurden unsere Papiere und die Kreditkarten nicht geraubt,
obwohl sie sich zusammen
mit dem Bargeld in unseren Geldbörsen befanden und der Laptop fand sich
nach kurzer Zeit an der Seite des Clubgebäudes.
Was allerdings wieder einige Fragen aufwirft, denn die Person muss somit ca.
100 Meter auf der beleuchten Pier dahin zurückgelegt haben und die Stelle
ist ca. 10 Meter von dem Platz entfernt, an dem sich üblicherweise der
"Security-Mensch" befindet.
Der Meinung, dass da einiges faul ist, ist auch die Polizei. Die einzuschalten,
war allerdings nicht so einfach.
Die wollte erst aktiv werden, wenn eine schriftlich Anzeige vorliegt (das
ist geltendes Recht in Kolumbien!).
Dafür gibt es spezielle Stellen , "officinas de denuncias"
, die allerdings am Samstag garnicht oder nur spärlich besetzt sind.
Nach 4 Stunden haben wir es aber endlich geschafft unsere Anzeige loszuwerden
und dann wurde uns angedeutet, dass mehr heute wohl nicht passieren würde,
denn es sei ja Wochenende und die Kollegen würden sich ausruhen.
Nach einem Lachanfall meinerseits und der Frage, ob es denn in Kolumbien am
Samstag keine Polizei gäbe, ging alles sehr schnell. In 10 Minuten waren
2 Kommisare und zwei Mann von der Spurensicherung da, später tauchten
auch noch 2 uniformierte Polizisten auf.
Wie deren zukünftiger Einsatzwille und Erfolg ist, ist allerdings fraglich,
obwohl für sie auch klar ist, das sich mindestens eine beteiligte Person
innerhalb des Club Nautico befindet, und mit hoher Wahrscheinlichkeit innerhalb
der zahlreich vertretenen Familie der Marinabetreiber.
Somit sehe ich das im Moment noch als internes Problem an, und habe auf weitere
Warnhinweise auf einschlägigen Internetseiten für Segler vorerst
verzichtet und auch dieser Bericht sollte im Moment als reine Information
angesehen werden.
Ob meine Meinung allerdings so bleibt, hängt massgeblich vom Einsatz
der Marinaleitung ab, das faule Ei innerhalb des Club Nauticos zu finden und
zu entfernen.
Mehr Infos zu dieser Sache vielleicht im Logbuch in der kommenden Woche, das
dann eventuell auch wieder Fotos hat.
Bis dahin.............allles Gute !
TOM



