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KW35 2001
26.08.2001 - 01.09.2001
Es ist Sonntag der 26.08. und wir sind wieder zurück in Denia und wieder
an Bord. Richtig gelesen, zurück in Denia. Höchste Zeit etwas aufzuklären,
denn der angekündigte Service war eine klitzekleine „Notlüge".
| Hintergrund, Bernd Schierlohs´ 40. Geburtstag! Da Bernd diesen Geburtstag gar nicht feiern wollte, hat seine Frau Christina eine Überraschungsparty organisiert und wir, das sind Birgit und Ziggy, Sabine und Tim, Thomas und ich, wir haben den frischgebackenen 40iger überrascht. Und da das Ganze in Bayern stattgefunden hat, und um das Ganze geheim zu halten, brauchten wir sozusagen ein Alibi um dort hin zu kommen und das war eben der angebliche Service. Einen kleinen „Service" gab es dennoch, nämlich für uns beide: die letzten Impfungen, Zahnarzt und solche Kleinigkeiten. Wenn im Oktober / November dann wirklich der Service fürs Schiff stattfindet werden wir unseren persönlichen Service auch abschließen und sind somit hoffentlich gut gewappnet für den großen Törn. |
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An dieser Stelle also ein sorry und wir hoffen ihr nehmt uns diesen kleinen
Schwindel nicht krumm. War ja für eine gute Sache!
Ab heute geht es hier wieder seinen gewohnten Gang und das ohne schummeln
und schwindeln, versprochen!
Der Montag ist Einkaufstag. Es gilt wieder den Kühlschrank und den Tiefkühler
zu füllen, eben Proviant für die kommenden Wochen zu kaufen. Bis alle Einkäufe
erledigt sind und alles verräumt und verstaut ist, ist der Tag um und wir
freuen uns auf eine leckere Holzofenpizza bei El Golos, etwas außerhalb von
Denia. Dort angekommen müssen wir leider feststellen das heute geschlossen
ist. Auf dem Weg zurück hüpfen wir in eine andere Pizzeria und bekommen grad
noch was zu essen, denn es ist bereits eine Stunde vor Mitternacht.
Auch der Dienstag steckt voller Arbeit und Aktivitäten. Das Schiff muss von
Außen geputzt werden, die Wassertanks wieder gefüllt, Mietwagen abgeben werden
und noch die eine oder andere Erledigung, denn morgen geht es schließlich
wieder los.
Mittwoch und unsere Abreise verzögert sich ein wenig, denn wir bekommen noch
Besuch vom Leiter der Marina. Bei unserem ersten Besuch in der Marina de Denia
wurden uns, wie berichtet, durch die vergammelten Murings die Schiffsrümpfe
ziemlich zerkratzt. Dies haben wir selbstverständlich im Büro der Marina gemeldet
und die Herrschaften angehalten dies doch während unserer Abwesenheit zu reparieren
und in Ordnung zu bringen. Da nichts gemacht wurde und dies bei der Bezahlung
der Liegegebühren angesprochen wurde, gab es an Bord einen Termin mit dem
Leiter der Marina um die Sache in Augenschein zu nehmen. Unter dem Vorwand
seiner schlechten Englischkenntnisse wurde ein weiterer Termin in seinem Büro
vereinbart, direkt im Anschluss, eine halbe Stunde später.
Doch der „Herr Leiter" hielt es nicht für nötig sich zu der Sachlage zu äußern
und hat zwei seiner Mitarbeiter vorgeschickt, die uns verständlich machen
wollten und sollten das dies unser eigenes Verschulden sei und wir die Murings
ja nicht hätten nehmen müssen. Tatsache ist, das diese Murings schlichtweg
ungepflegt und vermutlich noch vom Bau der Marina total verdreckt sind. Und
den Liegeplatz in einer Marina sucht man sich ja nicht aus, den bekommt man
zugewiesen.
Also wenn das Management einer solchen Einrichtung dies nicht im Verantwortungsbereich
der Marina sieht, so kann man nur hoffen das nicht nur die Marina sondern
auch das Management dort kräftig ausgebaut und renoviert wird, denn mit einer
solchen Arroganz und Ignoranz gibt es an dieser Stelle noch viel zu tun.
Die Marina de Denia erhebt für sich den Anspruch sich im Ausbau zu einer Luxusmarina
zu befinden. Mit dieser Serviceleistung und dieser Einstellung dürfte dies
jedoch ein schwieriges Unterfangen sein, diesem Anspruch gerecht zu werden.
Es ist zwölf Uhr mittags und Zeit die Leinen hier los zu machen und diese
Marina ein für alle mal hinter uns zu lassen.
Wir nehmen Kurs auf Calpe und nach 20 Meilen gehen wir in Rada de Levante
de Calpe vor Anker.
Bei unserer Ankunft sind noch mindestens 15 andere Boote hier doch am Abend
haben wir die Bucht ganz für uns alleine.
Donnerstag Morgen und feinstes Wetter. Wir sind keine Stunde unterwegs wird
der Genaker gesetzt und so geht es die nächsten 6 Stunden dahin.
Seit ca. 12 Uhr befinden wir uns bereits auf der westlichen Halbkugel.
Unsere Route geht weiter entlang der Costa Blanca, vorbei an Benidorm in Richtung
Alicante. Es bietet sich einem einen Anblick der mit mediterran leider ganz
und gar nichts zu tun hat. Nur Hochhäuser und ein Hotelkomplex am und neben
dem Anderen, dicht an dicht und alles andere als schön. Dafür ist auf dem
Wasser kaum was los, schön ruhig, das ist doch auch was wert.
Die Maschinen gestartet und den Genaker eingeholt kracht es unterm backbord
Kiel, und die Maschine läuft nicht mehr richtig. Was soll denn das jetzt ?!
Vermutlich hängt irgend etwas in der Schraube. Also fahren wir die letzten
5 Meilen nur noch mit einer Maschine und sehen uns dann genauer an was da
passiert ist.
Ensenada de Albufereta heißt eine Bucht in der Nähe von Alicante und dort
ankern wir. Kaum geankert, schon ist Tom im Wasser um nachzusehen was mit
der Schraube ist. Ein Nylonsack hat sich darin verfangen, Müllhalde Mittelmeer!
Was hier teilweise alles rumschwimmt, viel Plastikmüll, schade eigentlich!
Freitag und heute werden wir mal ein paar Seemeilen mehr machen, denn wir
wollen nach Mar Menor und das sind knappe 50 sm.
An dieser Stelle sei mal kurz erwähnt das eine Seemeile 1,8 km entspricht.
Wir können zwar nicht die ganze Strecke unter Segeln fahren doch es geht gut
voran. Auch das Anglerglück wollen wir heute wieder einmal testen, doch wir
machen (noch ) keine Beute. Das wird sich auch wieder ändern!
Gegen 18 Uhr kommen wir bei Mar Menor an. Mar Menor ist eine Art Binnensee,
der sich ganz außergewöhnlich über 12 sm Länge und 6 sm Breite erstreckt.
Eine Sandbank trennt diesen Teil vom Mittelmeer ab und ist nur über drei Wege
zugänglich. Innerhalb dieses Gewässers befinden sich 5 Inseln, die zum Teil
nicht mal klein sind.
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Um ins Innere dieser Welt zu gelangen wählen wir den Weg, der durch
einen Kanal der besonderen Art führt. Denn um diesen Kanal passieren zu
können, muss eine Brücke geöffnet werden. Diese Brücke wird normalerweise von Autos befahren und wird in den Sommermonaten zu jeder vollen Stunde für nur 10-15 Minuten geöffnet um die Schiffe ein- und ausfahren zu lassen und so auch uns. In diesem Kanal ist mächtig viel los und es geht auch ziemlich eng her. Bei der besagten Brücke handelt es sich um eine Brücke die um 90° gedreht wird damit man dann durchfahren kann. Durch Brücke und Kanal hindurch sind wir relativ schnell in Mar Menor. Ein interessanter Anblick doch was wir dann bei genauerem hinsehen entdecken ist der Wahnsinn. |
| Quallen! Zuerst treiben ein paar an uns vorbei. Doch innerhalb weniger
Minuten befinden wir uns inmitten eines Meeres von tausenden, gelben,
schwabbeligen Quallen. Man sieht nicht auf den Grund, in Schwärmen bilden sie gelbe Teppiche im Wasser, und das in sämtlichen Tiefen. Direkt an der Oberfläche bis in die untersten Schichten, soweit man eben sehen kann. Quallen, so weit das Auge reicht. Und wenn man bedenkt was das für ein riesiges Areal ist und was wir davon direkt einblicken können, lässt einem die Vorstellung wie viele dieser Tiere hier rumdümpeln einen Schauer über den Rücken laufen. Eigentlich ist das mit Worten gar nicht zu beschreiben welch Anblick sich einem hier bietet. Eines ist jedenfalls sicher, schwimmen, gehen wir hier nicht! |
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Somit bleiben wir hier einfach über Nacht und werden morgen diese Stätte
wieder verlassen.
Es ist Samstag der 01.09. und wir verlassen zur vollen Stunde durch den Kanal
und die Brücke hindurch das „ Meer der Quallen".
Unsere heutige Route verläuft auf ganz geschichtsträchtigen Pfaden, nämlich
auf denen des Christoph Kolumbus. Wir sind weiter unterwegs in Richtung Süden
und nach ca. 10 sm kommen wir an Cabo de Palos vorbei.
Von hier soll Kolumbus am 03. August 1492 zu seiner ersten Expedition aufgebrochen
sein, um den westlichen Seeweg nach Indien zu entdecken.
Und wenn wir hier schon einen kleinen geschichtlichen Ausflug machen, dann
soll der kulinarische auch gleich folgen!
Heute gibt es Shrimp-Frittata mit Zucchini ( für 4 Personen )
8 Eier
1 EL Butter
1 Zucchini, längs in Streifen geschnitten
Pfeffer aus der Mühle
Currypulver
Paprikapulver
1 Zwiebel, fein gewürfelt
170 g geschälte Shrimps
1 Bund Petersilie, gehackt
100 g Kirschtomaten, halbiert
Den Backofen auf 175°C vorheizen. Die Eier in eine Schüssel aufschlagen und
mit einer Gabel leicht verrühren. 1 EL Butter in einer ofenfesten Form zergehen
lassen.
Zuerst die Eier und Zucchini, dann reichlich Pfeffer, Zwiebelwürfel und Curry
hinzufügen. Shrimps und Salz darüber geben, dann Tomaten und Petersilie oben
auflegen.
Zum Schluss alles mit Paprikapulver betreuen.
Die Frittata 10 - 12 Minuten im Ofen backen, bis sich das Volumen verdoppelt
hat. In Tortenstücke schneiden und noch heiß servieren.
Guten Appetit!!!
Tipp: Die Fritatta schmeckt auch kalt sehr lecker!
Unser kulinarischer Tip kann durchaus mit Fisch sein, auch wenn uns das Anglerglück
noch nicht wieder hold ist.
Nach insgesamt 30 sm sind wir eh kurz vor unserem ausgemachten Ziel, dann
kann die Angel ruhig wieder rein.
Cala Cortina, hier wollten wir ankern. Doch leider sieht diese Bucht in der
Nähe von Cartagena, auf der Karte bedeutend interessanter und schöner aus
als in Wirklichkeit. So beschließen wir kurzer Hand weiter zu fahren und finden
bei La Subida eine richtig schöne große Bucht, Ensenada de Mazarron. Hier
ist ringsum endlich wieder Landschaft, schöne mediterrane Landschaft mit kleinen
Häusern und Palmen und Sandstrand.
19:00 Uhr, der Anker rasselt auf den Grund,hier bleiben wir und somit ist
für heute und diese Woche Schluss.
Was uns die neue Woche so alles gebracht hat ... in einer Woche wieder hier:
gleiche Welle, gleiche Stelle!
so long
Grüße von
Diana + Tom






