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KW37 2001
09.09.2001 - 15.09.2001
Es ist Sonntag der 09.09. und wir befinden uns noch an der Costa del Sol
in der Bucht vor La Herradura. Nach einer relativ ruhigen Nacht lassen wir
es auch heute gemütlich angehen. Wir haben hin und her überlegt wie unsere
Route denn nun weitergehen soll, laufen wir Marbella an oder nicht, hin und
her. Doch für einen schönen Tauchgang kann man Marbella ausfallen lassen,
oder!? Denn wir haben ja bereits gestern festgestellt, das es hier einen interessanten
Tauchplatz geben muss, da ein Schlauchboot nach dem Anderen an uns vorbei
fährt und nur 500 m von uns entfernt Taucher absetzt.
Boote besetzt mit über 20 Tauchern. Da ist was los!
Wir warten ab bis zur Mittagszeit und es wird tatsächlich ruhiger an der Tauchecke.
Dann kommt unser Einsatz. Rein ins Dingi und los geht es.
Wir machen einen halbstündigen wunderschönen Tauchgang. Sehen große Steckmuscheln,
einen irre großen Seestern und Unmengen schöner bunter Fische die äußerst
nah an uns herankommen und mit uns mitschwimmen.
Schön wars! Zurück an Bord die Tauchausrüstung wieder spülen und trocknen
und verräumen passiert heute nicht mehr viel.
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Abends, so gegen 19.00 Uhr dröhnt es in der Bucht und es naht ein doch
etwas größeres Schiff, sieht irgendwie nach Marine aus. Die fahren ganz
schön nah an uns vorbei, und verschwinden dann aber hinter dem nächsten
Kap. Da dauert es keine 30 Min. kommt ein Schlauchboot angedüst, besetzt
mit 4 Männern, die wollen zu uns. Kaum haben wir die gesehen, haben
sie auch schon bei uns festgemacht und zwei von ihnen sind an Bord.
Freundlich und doch streng erklären sie uns das sie vom Zoll sind und
uns und das Schiff überprüfen wollen. |
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Erst mal tief durchatmen! Schon ganz schön komisch, wenn da plötzlich vier
bewaffnete Männer anrauschen und an Bord kommen. Naja, war sicherlich nicht
das letzte Mal. Zur Entspannung kriegen wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang
zu sehen.
Für den heutigen Montag haben wir uns mal wieder eine längere Strecke vorgenommen,
also heißt es um 08.00 Uhr Anker auf und los. Wir setzen die Fock und das
bringt tatsächlich einen knappen Knoten mehr Geschwindigkeit. Doch es dauert
keine 10 Minuten ist der Wind wieder weg. Also Fock rein und Angel raus. Heute
scheinen willige Fische unterwegs zu sein, denn der Köder zappelt keine halbe
Stunde im Wasser da hat auch schon einer angebissen. Kein besonders großer,
doch mit noch so einem zusammen reicht es für ein Essen für zwei. Wenn das
so ist, dann kommt die Angel natürlich gleich noch einmal raus. Hört sich
etwas erfunden an, doch es ist wieder keine halbe Stunde später da hängt der
nächste am Haken. Die Leine eingeholt stellen wir allerdings fest, das ist
noch einer von den Kleineren, und da er noch quietschfidel ist, darf der wieder
zurück ins Wasser. Wir haben ja noch einen Fisch im Tiefkühler also reicht
das eh.
Doch was ist das schönste was man unterwegs sehen kann ? Genau, Delphine!
Und da sind sie wieder, lange keine mehr gesehen. Zuerst sind es nur zwei,
dann werden es immer mehr. Sie kommen aus allen Richtungen. Wir können 10
Stück zählen, die direkt am Schiff mitschwimmen. Zwischen den Rümpfen, neben
den Rümpfen und unter den Rümpfen. Da hüpfen sie aus dem Wasser und sind dann
wieder pfeilschnell zurück am Schiff. Eine viertel Stunde schwimmen diese
schönen Tiere mit uns mit, bis von hinten ein Fischer angedröhnt kommt. Und
da Delphine ja sehr intelligent sind, scheinen sie zu wissen das dieses Geräusch
für sie Gefahr bedeuten kann und ruck zuck sind sie weg.
Denn diese Fischer sind mit langen Schleppnetzen unterwegs, und das kann für
Delphine gefährlich werden.
Es ist bereits nach 12 Uhr, als wir etwas langsamer fahren um wenigstens eine
Kleinigkeit zu frühstücken ohne das uns der Kaffee entgegen schwappt, denn
wir haben mal wieder nur Wind von vorne und eine unangenehme Welle. Also schaukelt
es uns ganz ordentlich durch. So auch noch die nächsten 15sm ehe wir bei Torremolinos
versuchen zu ankern, denn mittlerweile fahren wir gegen 25 Kts. Wind direkt
von Vorne an und das macht wahrlich keinen Spaß. Doch hier vor Torremolinos
scheint kein guter Platz zum Ankern zu sein, also fahren wir noch ein Stück
weiter bis nach Benalmadena. Dort schlängeln wir und durch die unzähligen
und unsinnigen Bojen entlang der Bucht durch und ankern dann schließlich nordöstlich
des Hafens von Benalmadena.
Anker hält und es ist auch einigermaßen geschützt. Gegen Abend wird es dann
auch ruhiger, nachdem die ganzen Jetskis und sonstigen lärmende Gerätschaften
verschwunden sind. 23:00 Uhr und Zeit um zu Bett zu gehen, eigentlich!
Doch leider nicht für uns, denn der Wind dreht sich komplett und wird zunehmend
stärker, was für uns heißt: hier können wir nicht bleiben. Also Anker auf
und weg von hier. Eine Nachtfahrt gibt es also und das direkt nach Gibraltar.
Dienstag Morgen um 01:20 Uhr. Der Mond geht auf und Thomas für ein paar kurze
Stündchen zu Bett. Da der Mond leider ziemlich abnehmend ist, ist es auch
gut dunkel heute, und unterwegs ist auch kaum einer. Ein Frachter taucht in
weiter Ferne auf und später noch ein Segler, das war es auch schon. Was angenehm
ist, wir segeln! Nur die Fock gesetzt so geht es mit bis zu 6 Knoten dahin.
Da der Wind stark zugenommen müssen wir die Fock verkleinern, was leider heißt
Thomas kann nicht durchschlafen. Danach darf er noch ein gutes Stündchen und
um 03:30 Uhr ist er schon wieder an Deck.
Später darf auch ich schlafen. Um 07:00 Uhr kann sich Thomas noch Mal hinlegen,
doch keine Stunde später wird er wach weil ich die Maschinen starte. Absolut
kein Wind mehr und das Segel fällt einfach in sich zusammen. Von jetzt auf
gleich und dann dreht der Wind wieder komplett und hinter uns geht die Sonne
auf.
4 Stunden später erreichen wir den Europa Point von Gibraltar und eine Stunde
später haben wir bereits längsseits in der Queensway Quay Marina festgemacht.
Geschafft!
Am Nachmittag checken wir gleich, wo wir Wäsche waschen können, einkaufen
können, dann brauchen wir noch ein paar neue Seekarten, also machen wir uns
auf den Weg in Richtung Stadt.
Was wir dort allerdings mitkriegen, erschütternd.
Wir sehen in den TV - Apparaten der Pubs und der Geschäfte die schreckliche
Nachricht über den Anschlag auf das World Trade Center in Amerika. Schrecklich!
Mittwoch Morgen und die Flaggen überall auf Halbmast und doch geht auch hier
alles weiter, muss es ja auch, doch die aktuelle Situation beängstigt. Überall
nur ein Thema, dieser furchtbare Anschlag.
Auch bei uns geht es weiter. Das Schiff muss geputzt werden, die Wäsche gemacht,
etc. Dann geht es wieder in die Stadt um die nötigten Karten zu bestellen,
damit wir diese am nächsten Tag abholen können.
Heute bekommen wir Besuch. Es ist Donnerstag und Andreas Müller aus München
( Andi ) kommt an.
Andi wird uns die nächsten zwei Wochen begleiten und kommt heute an Bord.
Da wir hier in Gibraltar nur spärlich Nachrichten mitbekommen haben, es keine
deutsche Zeitung gibt und die Englische Presse eher Revolverblätter sind wie
unsere Bildzeitung es ist und die Deutsche Welle hier auch mehr als schlecht
zu empfangen ist, bringt Andi sozusagen auch die neuesten Nachrichten mit.
Dass das alles noch nicht ausgestanden ist, das ist klar. Doch was wird da
noch kommen?! Wir machen uns am Nachmittag auf den Weg unsere Karten abzuholen
und inspizieren mal den Gemüsemarkt, damit wir wissen wo wir dann morgen einkaufen
werden.
Jeder hat noch ein paar Dinge zu erledigen, ehe wir abends gemeinsam zum Abendessen
gehen. Hier im britischen Gibraltar gehen die Uhren etwas anders als wir es
aus Spanien gewohnt waren. Die Geschäfte sind um 18:00 Uhr dicht und in den
Restaurants wird bis 22:00 Uhr etwas zu essen serviert und zu trinken gibt
es bis 23:00 Uhr dann ist Schicht im Schacht.
Wir haben ein vorzügliches Abendessen in einem Restaurant direkt neben der
Marina, 5 Schritte vom Schiff.
Waterfront heißt das Restaurant und ist wärmstens zu empfehlen. Genial!
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Freitag ist Einkaufstag! Doch zuerst gehen wir noch
auf große Rocktour. So nennt man hier die Touristenattraktion auf Gibraltar.
Eine Tour mit dem Bus oder Taxi auf den Berg von Gibraltar.
Dort besichten wir St. Michaels Cave, den Europa Point, fahren ganz hinauf zu den Berberaffen die hier frei leben und gehen ein paar Schritte in den Tunnel der hier vor zig Jahren durch Handarbeit in den Fels geschlagen wurde wofür die Arbeiter 1 Jahr benötigten. In diesem Tunnel stehen dann in alle Himmelsrichtungen positioniert alte Kanonen. Schaut man vor dem Eingang des Tunnels den Berg hinunter, dann sieht man allerdings ziemlich neue Kanonen, was einem mulmig werden lässt. |
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Wenn man den Blick wieder etwas hebt, dann sieht man direkt rüber nach
Spanien. Gibraltars Flughafen und dann kommt direkt die Grenze zu Spanien.
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Apropos Snack, es ist Zeit für unseren kulinarischen Ausflug.
Kein Snack sondern ein leckeres ayurvedisches Rezept:
Rigatoni mit Spinat
Heute ohne Mengenangaben, je nach Bedarf und Geschmack kann das gekocht werden
Riagtoni Nudeln (al dente) kochen und beiseite stellen
Pfanne mit Olivenöl erhitzen,
Pfeffer und Knoblauch (Scheibchen) hinzufügen,
einen geraspelten Apfel und dann
Spinatblätter hinzugeben
solange garen, bis der Spinat zusammenfällt
in einer zweiten Pfanne Pinienkerne rösten,
die Rigatoni Nudeln hinzugeben und sich daran erfreuen, wie die Pinienkerne
sich in die Nudeln verkriechen
Guten Appetit!
Es ist Samstag der 15.09. und heute wollten wir eigentlich los fahren, doch
leider macht das Wetter nicht mit. In der Straße von Gibraltar herrscht Sturm
bis zu Windstärke 8 und zu den Azoren ist Hurrikan Felix unterwegs. Also bleiben
wir noch einen Tag in der Marina und warten besseres Wetter ab. Wir nutzen
den Tag um am Schiff ein paar Arbeiten zu verrichten.
Am späten Nachmittag machen wir uns fertig und gehen nach Spanien. Wie bereits
erwähnt liegt Spanien direkt hinter Gibraltars Flughafen, die Stadt La Linia.
Wir beginnen unseren Fußmarsch durch die Straßen von Gibraltar und dann geht
es quer über die Landebahn des Flughafens. Die ( einzige ) Straße die nach
Spanien führt, geht ebenfalls quer über die Landebahn, und immer wenn ein
Flugzeug landet oder startet wird diese Straße komplett gesperrt.
Lustig. Eben auf der anderen Seite der Landebahn angekommen ertönt ein Signal
und die Schranken schließen sich. Ein Flieger kommt an! Wow!
Einen Überblick über den Flughafen, die Straße, die Grenze und La Linia gibt
das letzte Bild oben!
Rechts und links des Flughafens ruht der Verkehr und zig Fußgänger, so auch
wir, stehen hinter den Schranken und sehen zu, wie das Flugzeug auf der doch
sehr kurzen Landebahn aufsetzt. Ein echtes Erlebnis!
Wieder ertönt ein Signal, die Schranken öffnen sich und der Verkehr rollt
wieder. Auch wir setzen unseren Fußmarsch fort und zeigen an der Grenze schön
brav unsere Pässe her. Also das ist schon äußerst fragwürdig; es gibt eine
EU und sowohl die Spanier als auch die Briten gehören der EU an und doch muss
man sich hier ausweisen. Spanien will das so! Wir sind also nun in La Linia.
Und wohin gehen wir jetzt hier? Wir gehen nirgendwo hin, wir fahren. Direkt
vor unserer Nase steht nämlich so eine Minilokomotive mit 4 Wagons, und einsteigen
tun Touristen aus einem Reisebus. Da schummeln wir uns dazwischen und steigen
einfach mit ein in den Minizug und los geht es. Die Fahrt durch La Linia ist
äußerst kitschig aber auch amüsant. Es scheint als wäre das eine Neuigkeit
hier, denn die Einheimischen in den Straßen winken und rufen uns zu und scheinen
einen rechten Spaß daran zu haben. Wieder beim Reisebus angekommen gehen alle
zum Bus und wir setzten uns ab und machen uns wieder zu Fuß auf den Weg nach
Gibraltar. Zur Stärkung gönnen wir uns noch einen gemütlichen Cappuccino in
der Fußgängerzone und dann geht es wieder über die Grenze über das Rollfeld
nach Gibraltar.
Dort ist heute auf einem Platz in der Main Street ein Rockkonzert und da gehen
wir hin. Da staunen wir aber wie wir da ankommen. Eine Bühne ein Band und
von vor der Bühne stehen tatsächlich 6 Leute. Ringsum in den Cafes und Restaurant
sitzen zwar etliche Menschen doch dieses Konzert scheint niemanden hier in
der Stadt zu interessieren, weder jung noch alt. Schade eigentlich!
Wir gehen dann auch mal was essen und machen uns dann auf den Weg zurück an
Bord. Denn mit etwas Glück bessert sich die Wetterlage und wir können morgen
aufbrechen zu den Kanaren, was da heißt ca. 5 Tage und Nächte unterwegs sein.
Somit sagen für heute und für diese Woche tschüss.
Was uns die neue Woche so alles gebracht hat ... in einer Woche wieder hier:
gleiche Welle, gleiche Stelle!
so long
Grüße von
Diana + Tom






