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KW 37 2002

01.09. - 07.09.2002

WENN alles glatt läuft, dann fahren wir morgen los. So sagten wir noch am Mittwoch den 03.09.
Doch Erstens kommt es anders und Zweitens als man denkt.
Die Ankerwinsch war wohl angekommen, wir haben sie problemlos aus dem Zoll bekommen, doch als der Karton geöffnet wurde, da war die Überraschung groß.
Es war nicht die Richtige!
Ja ist das denn die Möglichkeit.
Da stehen wir nun, verproviantiert und alles klar zur Abreise, und da kommt das falsche Teil an.
Sofort wurde per Express in ST. Martin nochmal geordert, mit der Aussicht auf Lieferung am Freitag.
Klappt dass, dann holen wir das Ding noch am Freitag aus dem Zoll und Lui, ein Mechaniker von Aikane,
wird für uns Wochenendarbeit leisten und die Winsch am Samstag installieren.
Dann harren wir der Dinge die da kommen.
Wenn wir auch nicht endgültig wegfahren, so machen wir am Donnerstag doch einen kleinen Ausflug.
Am späten Nachmittag, als die letzten Arbeiten erledigt sind, machen wir die Leinen los und fahren nach Chacachacare.
Mit Julia´s haben wir uns nämlich dort verabredet, denn wir wollten gemeinsam nach Venezuela segeln.
Wir sind kaum durch das Ankerfeld vor Chaguaramas durch, da werden auch schon die Segel gesetzt.
Mit gepflegten 7 Kts. geht es dahin. Bis zu unserem Ziel sind es nur knappe 10 sm, also eine kurze Strecke.
Und doch ist die Strecke lange genug um von einem Regenschauer erwischt zu werden und um endlich
wieder einmal Delphine zu sehen.
Zwei von ihnen schwimmen ein Weile mit uns mit; spielen wieder mit den Rümpfen.
Wenn das hier auch schon unzählige Male stand: es ist wunderschön diese Geschöpfe zu sehen und
ihnen zuzusehen!
Am Ziel angekommen finden wir Julia´s in einer schönen ruhigen Bucht. Wir legen bei ihnen längsseits an,
denn ohne Ankerwinsch lässt sich bekanntlich schlecht ankern.
Nach einem kleinen Anlegetrunk und einem Sprung ins kühle Nass wird das gemeinsame
Abendessen vorbereitet, es gibt lecker Kaiserschmarrn!
Ist das ein Genuß hier. Das saubere Wasser, die Ruhe, endlich wieder Natur und nette Gesellschaft.
So bleiben wir über Nacht und fahren erst am Freitag wieder zurück nach Chaguaramas.
Am Freitag frühstücken wir gemeinsam bei uns an Bord.
Mit der Gemütlichkeit ist es allerdings schlagartig vorbei als der Wind sich dreht und somit auch wir
anders liegen, und dass ziemlich nah an Land mit etwas wenig Wasser unterm Kiel.
So verabschieden wir uns schnell, machen los und fahren zurück nach Chaguaramas.
Auch heute haben wir schönen Wind zum Segeln. Wir kreuzen ein wenig auf und machen auch heute
gute 7 Kts. Fahrt, und dass mit gerefftem Groß.
So können wir auch nochmal die letzten Arbeiten am Rigg testen. Gehen also hoch an den Wind und
holen die Segel so dicht wie nur irgendmöglich und es ist wieder alles so wie es sein muss.
Perfekt! Es ist ein gutes Gefühl und auch eine ungemeine Erleichterung zu sehen und zu wissen, in diesem Fall sogar zu spüren, dass das wieder in Ordnung ist.
Auch heute sehen wir ein paar Delphine, doch diese kommen nicht zum Schiff, nur aus der Entfernung
und gegen 12 Uhr sind wir zurück in Crews Inn.
Der Nachmittag ist mit hier einer Kleinigkeit erledigen und da noch was tun schnell vorbei.
Heute Abend ist dann die Stunde der Wahrheit: kommt die Winsch, und dieses Mal auch die Richtige.
Hoffen wir einfach mal das Beste und schliessen mit einem Abendessen im Lighthouse.
Samstag der 07.September und nach einer kurzen Nacht sitze ich bereits um 06:30 Uhr im Auto und bin
auf dem Weg nach Port of Spain zum Markt, denn wenn wir dann losfahren wäre ein wenig frisches Obst
und Gemüse doch ganz schön.
Wie ich zurück an Bord komme ist das langersehnte Schmückstück schon eingebaut.
Lui macht noch die letzten Anschlüsse fertig und dann schnurrt das Teil wie eine Eins. Endlich!
Jetzt heisst es nochmal schnell Wäsche waschen.
Wenn ich hier am Steg mit den Wäschesäcken unterwegs bin, macht sich schon ein allgemeines Schmunzeln breit.
Der Grund: nach unserer Ankunft in Crews Inn war ich sicherlich eine ganze Woche lang mehrfach
täglich mit diesen Wäschesäcken unterwegs.
Aus welchem Grund auch immer, war teilweise ziemlich viel Feuchtigkeit im Schiff, was dazu führte,
dass in machen Teilen des Schiffes die Wäsche anfing zu muffen oder gar schon richtige Stockflecken hatte und alles gewaschen werde musste.
So hole ich mir heute die letzten dummen Bemerkungen ab, und gut.
Thomas erledigt noch die Formalitäten mit Zoll und Immigration. Mit den Ausklarierungspapieren geht es noch kurz in den Duty Free Shop um ein wenig Bier, Wein und Rum zu kaufen und dann aber nichts wie weg hier.
In Crews Inn die Leinen los gemacht und nur schräg gegenüber an der Tankstelle nochmal kurz angelegt um noch ein paar Liter Diesel zu tanken, verlassen wir Chaguaramas ein für alle Mal.
Auch heute geht es nach Chacachacare, doch mit Segeln ist nichts, und Delphine sind auch keine unterwegs.
Naja, wären sie immer unterwegs, dann wäre es ja bald nichts Besonderes mehr.
Wer nicht mehr das ist, sind Julia´s. Jetzt hat ihnen das mit unserer Ankerwinsch dann doch zu lange gedauert, und sie sind schon losgefahren.
Es dauert ein wenig, ehe wir einen einigermaßen vernünftigen Ankerplatz finden, denn am Wochenende ist hier ja immer viel los und der Ankergrund lässt stellenweise doch sehr zu wünschen übrig.
Kurz vor 19 Uhr rasselt die Ankerkette zum letzten Mal durch die neue Winsch in der Sanders Bay wo wir dann über Nacht bleiben werden.
Das war es dann mal wieder für diese Woche.
Morgen werden wir Trinidad verlassen und nehmen Kurs auf Venezuela.
Unsere Fahrt dort hin und was die neue Woche uns gebracht ...

... in einer Woche wieder hier:
gleiche Welle, gleiche Stelle!

so long

Diana + Thomas