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KW 39 2002
15.09.2002 - 21.09.2002
Es ist Sonntag der 15.September, und dieser beginnt früh, bereits vor
7 Uhr stehen wir auf und machen alles klar für die Fahrt nach Isla Margarita.
Um 8:30 Uhr ist der Anker oben und es liegen ca. 50 sm bis zu unserem Ziel,
Porlamar, vor uns.
Eine knappe halbe Stunde nachdem wir Playa Real verlassen haben, sind die
Segel gesetzt, we are sailing!
Auch heute läuft es gut für uns, muntere 6 Knoten machen wir im
Schnitt.
Bei dieser Geschwindingkeit ist es auch angebracht mal wieder die Angel etwas
rauszuhängen.
Wie es scheint ist heute jedoch keiner unterwegs; keine anderen Segler und
auch keine Fische.
| Ein paar grosse Frachter sind unterwegs und das ziemlich nahe, und wie
es scheint mit Kurs auf Panama. Diesen Kurs wird SILVER BLUE in nicht all zu ferner Zukunft auch nehmen! Da Segeln bekanntlich hungrig macht, brutzeln wir uns am Nachmittag eine Kleinigkeit zusammen. Kaum gegessen, gibt es zur Abkühlung einen kleinen Regenschauer. Naja, gehört auch dazu! Wer weiss wir man herausfinden kann ob einem Segeln Spass macht? Man stellt sich unter die Dusche, dreht das kalte Wasser an und zerreisst hunder Euro Scheine. Wozu das gut sein soll? Nun, es regnet oft, ist kalt und schweineteuer! |
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Doch diese Route hier nennt sich ja Barfußroute, und da ist Regen und
schlechtes Wetter eigentlich eine echte Ausnahme, insofern wollen wir mal
nicht klagen.
Isla Margarita liegt schon vor uns und was mit dem Fernglas zu erkennen ist,
scheint die Bucht in die wir wollen ziemlich voll zu sein.
Doch wir werden schon noch ein schönes Plätzchen finden.
Wir haben schon nicht mehr daran geglaubt, doch es gibt hier tatsächlich
Fische!
Petri heil!
Ein Venezolanischer Thunfisch! Super!
Keine halbe Stunde ist es her, als wir in einem kleinen Reiseführer gelesen
haben, dass Venezuela für seinen Fischreichtum in Küstennähe
bekannt ist.
Das konnte uns nur ein schwaches Grinsen abverlangen, denn an unserem Köder
war schliesslich (noch) nichts.
Nun ist der Beweis jedoch erbracht und unser Abendessen gesichert.
Jetzt ist es langsam auch schon an der Zeit die Segel einzuholen. Um das kleine
Kap herum hoplert es ein wenig, denn hier ist es schon wieder ziemlich flach,
gerade mal noch 20 Meter ist das Wasser tief.
So fällt um 17:15 Uhr ein vorerst letztes Mal der Anker und wir liegen
in der Bahia Concorde, direkt vor Porlamar.
Einklarieren hat Zeit bis Morgen, also können wir den Tag langsam auslaufen
lassen und dies geschieht mit einem köstlichen Abendessen, Thunfisch,
ist ja wohl klar, und zwar aus dem Ofen mit Kartoffeln und Karotten und Kräutern
der Provence.
Die erste Tat am Montag ist dann schon das Einklarieren, doch das läuft
hier ganz anders ab als sonst.
Thomas muss die Papiere nur abgeben und bis am Abend ist dann alles erledigt.
Natürlich müssen bei den Papieren auch ein paar Dollars liegen,
denn Bolivar, was hier die Landeswährung ist, haben wir noch nicht.
Abends gehen wir an Land und haben ein wohlschmeckendes Abendessen in Jack´s
Restaurant.
Auf den ersten Blick würde man den Namen Restaurant eher mit Vorsicht
gebrauchen, doch der erste Eindruck ist nicht immer richtig.
In dem einfachen Häuschen und hinter der einfachen Bar verbirgt sich
eine geniale Küche mit thailändischem Einschlag.
Hier eine Speisekarte zu lesen und diese mit den Gegebenheiten in Trinidad
verglichen: ein Unterschied wie Tag und Nacht!
Keine 5 € kostet ein Steak mit Beilagensalat und Reis oder Pommes.
In Trinidad war ein Steak nicht unter 15 € zu bekommen, und in etwas
gehobeneren Restaurants waren dafür auch 30 € fällig.
Am Montag kommen dann auch unsere Freunde der S.Y. Julia an, sie waren noch
einen Tag länger in Playa Real und kommen gegen Abend hier in Porlamar
an.
Das hier alles viel viel billiger ist, das stellen wir am Mittwoch dann endgütlig
fest, denn wir fahren mit einem organisierten Transport in ein Einkaufszentrum.
Juan, der hier die Marina Juan betreibt, organisiert diese Fahrt.
Ein kostenloser Transfer in ein grosses Einkaufszentrum, incl. Rücktransport
der eingekauften Waren und Rückfahrt.
Auf jeden Fall gibt es hier nichts mehr was es nicht gibt!
Es gibt wieder Käse und Joghurt, man kann wieder Schinken oder Salami
kaufen ohne ein kleines Vermögen zu bezahlen. Ebenso Fruchtsäfte.
Wir kaufen auch ein wenig frische Sachen ein und entschliessen uns dann jedoch
mit dem Taxi zurückzufahren, das scheint uns etwas komfortabler.
Selbst das Taxifahren ist mehr als günstig. Für eine Fahrt in die
Stadt zahlen wir 2000 Bolivar, das sind keine 1,50 €.
Nur 50 sm liegen Trinidad und Venezuela auseinander und doch liegen in jeder
Hinsicht Welten dazwischen.
Doch das ist es ja was das Leben interessant macht, die Unterschiedlichkeit
der Dinge.
Weniger interessant ist allerdings der restliche Verlauf der Woche, da mehr
oder weniger jeder Tag damit verging Besorgungen zu machen, mehrfach in die
Stadt zu fahren und so weiter.
Also nichts, was besonders interessant wäre und insofern eine gute Nachricht
für all diejenigen, denen das Logbuch hier eh immer zu lang war.
In der kommenden Woche gibt es garantiert wieder etwas Neues.
Bis dahin, habt eine gute Zeit, und wer will ...
... in einer Woche wieder hier:
gleiche Welle, gleiche Stelle!
so long
Diana + Thomas




