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KW 40 2002
22.09.2002 - 28.09.2002
Es ist Sonntag der 22. September und wir befinden uns nach wie vor in Porlamar,
Isla Margarita, Venezuela.
Ein schöner Sonntag, feinstes Wetter, 34 Grad im Schatten, und ich hab
eine richtig dicke Erkältung, mit allem drum und dran am Leib.
Keine Ahnung wie ich das geschafft habe. Wie auch immer, unsere Bordapotheke
ist ja glücklicherweise gut sortiert und so findet sich schnell ein Antibiotikum
das hoffentlich schnell wirken wird. Nichts desto trotz bin ich vorerst mal
out of order und verbringe die meiste Zeit im Bett.
So kann ich auch nicht mit zum Mexican Domino, was immer Sonntags in Jacks
Restaurant gespielt wird.
Thomas und Julia´s fahren am Nachmittag dahin, denn auch wenn man nicht
mitspielt ist es doch eine nette Gelegenheit sich mit anderen Seglern zu treffen
und auszutauschen.
Dieser Tage sind wir hier eh alle ganz versessen auf neue Nachrichten, um
genau zu sein neue Wetterberichte.
Der Grund dafür: Isedor und Lilly, zwei sogenannte Tropical Waves, aus
denen sich u.U. auch mehr entwickeln kann, bis hin zu einem Hurrikan.
Den ersten Wetterbericht vom Tag gibt es immer morgens um 8 Uhr über
Funk (VHF), wenn Don das sogenannte Cruisers Net abhält und über
Kanal 72 die neuesten Nachrichten und Informationen verbreitet werden.
Auch der Gewinner des Mexican Dominos wird hier bekannt gegeben, besser gesagt
die Gewinnerin. Ute hat sie alle geschlagen und souverän gewonnen.
Glückwunsch!
Während Thomas sich mal wieder mit dem Generator rumschlagen muss, mache
ich mich auf den Weg in die Stadt. Eigentlich wollte ich nur Geld tauschen,
etwas bezahlen und einen kleinen Einkauf machen, doch das gestaltete sich
dann alles recht kompliziert und langwierig.
Wieder zurück am Dingi-Anleger treffe ich auf Franc, der mich mit dem
Dingi mit zurück zum Schiff nimmt. Zurück an Bord heisst es für
mich, hinlegen, und etwas regenerieren, denn heute Abend haben wir Gäste,
und diese Erkältung plättet mich doch ziemlich.
Wir haben unsere Freunde Ute, Erich und Julia ( von S.Y. Julia ) sowie Gerda
und Franc (von S.Y. Silver ) zu einem Pasta Essen eingeldaden.
Thomas bekocht uns mal wieder vom Feinsten! Mit Bruscetta und köstlicher
Spaghetti Bolognese werden unsere Gaumen verwöhnt. Dazu gehört natürlich
auch ein guter Wein und schon ist das gesellige Beisammensein perfekt.
Eigentlich war es ein Basta - Essen, was manchmal die Stimmung dann doch hat
etwas gedämpft wirken lassen.
Die Nacht war kurz, denn der Dienstag beginnt früh und sehr ungemütlich.
Isedor und Lilly scheinen nun doch ihre Vorboten zu schicken, und wir werden
hier vor Anker ziemlich durchgeschüttelt.
Mit Sonnenaufgang ist auf jedem Schiff Leben und im Ankerfeld selbst auch
da bereits mehrere Schiffe umgeankert haben.
Überall sind Crew Mitglieder an Deck und beobachten die Lage.
Viele drehen sich, bei einigen hält der Anker nicht, doch was bei allen
gleich ist: wir werden kräftig durchgeschaukelt.
Mit 25 - 30 Ktn steht der Wind in die Bucht hinein und entsprechend rollen
auch Wellen an die einen schon staunen lassen da hier sicherlich an die 100
Schiffe liegen, und das teilweise auch ziemlich nah, kann schnell was passieren.
Jeder macht sich klar und fest so gut es geht, und so gibt auch Thomas noch
mehr Kette um für das Wetter, welches uns da bevor steht gerüstet
zu sein.
Der Wind bringt auch ziemlich Regen mit sich.
Es bleibt den ganzen Tag ziemlich unruhig und bewegt doch gegen Mittag beruhigt
sich das Ganze dann doch so langsam.
Zwei Mal frischt der Wind an diesem Tag nochmal auf, wird es wieder etwas
unruhiger, doch wir werden von Größerem verschont.
Für ein paar Wochen gab es im Logbuch immer einen dieser "schlauen
Sprüche".
Am heutigen Tag, dem 300. Tag an Bord seit Beginn unserer Reise im vergangen
Jahr, steht in diesem kleinen Buch folgendes:
"Der Mensch ist nicht allein ein Werk der Umstände, sondern die
Umstände sind ein Werk der Menschen".
Nun, unsere Umstände, unser Werk, führen dazu, das es für uns
nur noch wenige gemeinsame Tage an Bord von Silver Blue geben wird, was bedeutet,
dass für mich die Reise hier zu Ende ist.
Deswegen war unser Pasta Essen auch ein Basta Essen, also eine Art Abschiedsessen.
Es heisst also Koffer packen, es heisst Abschied nehmen.
Bereits am Samstag werde ich in einem Flieger in Richtung Deutschland sitzen.
In der vergangenen Woche stand hier, das es die Unterschiedlichkeit der Dinge
ist, die das Leben interessant machen; das ist wohl wahr, doch leider nicht
nur im positiven Sinne!
Doch die Reise geht weiter, keine Frage.
Eigentlich geht es jetzt erst richtig los!
Nach den ABC - Inseln, Bonair soll ja ein Tauchparadies sein, warten die San
Blas Inseln.
Was wir von anderen Seglern und von Berichten über dieses vor Panama
gelegene Archipel gehört und gelesen haben, soll diese 365 Inseln ein
echtes Highlight einer solchen Reise sein. Dort leben noch ursprünglich
und traditionell die Kunaindianer.
Doch wie das dort genau ist, und wie die Kunas dort leben, das wird sicher
in einigen Wochen schon hier zu lesen und zu sehen sein.
Mir bleibt dann also nur mehr Auf Wiedersehen zu sagen, ich wünsche euch
weiterhin hier viel Spass und Interessantes auf der weiteren Reise.
Nun werde auch ich jede Woche gespannt verfolgen was Thomas so zu berichten
hat.
In diesem Sinne, Bon Vouyage, immer ne handbreit Wasser unterm Kiel und alles
alles Gute!
Diana
Tja ,dem gibt es eigentlich nicht mehr viel zuzufügen, ausser das ich
an dieser Stelle Diana für viele schöne und auch glückliche
Tage danken möchte.
Aber wenn die Chemie nichtig mehr richtig stimmt, wird auch das grösste
Schiff zu klein..
Ich wünsche Diana für die Zukunft alles Gute, möge sie das
Glück finden, das sie verdient hat
und wie es bei mir weitergeht................
..........das könnt ihr auch in Zukunft an dieser Stelle lesen..
In der kommende Woche auch wieder mit Bilder und einem ausführliche Bericht
über einen Ausflug zum Orinocodelta und den Angel-Falls, dem höchstens
Wasserfall der Welt.
Hasta luego ( bis dann )
Thomas



