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Logbuch

Archiv

KW 42/43 2002

06.10 - 20.10.2002

So, nach zwei Wochen endlich wieder ein Logbuch. Bin mit Silver Blue noch immer bei der Isla Margarita. Da die Insel viel zu bieten hat, werd ich euch ein wenig davon erzählen.
Der Windgenerator, der noch doch schon stehen sollte, schlummert noch immer im Karton, denn das Beschaffen von rostfreiem Stahl in entsprechender Qualität für die Halterung gestalten sich doch etwas schwieriger. Aber nur keine Hast, "manana" wird es schon werden. Na ich hab keine Eile, will ja noch ein wenig hierbleiben und wahrscheinlich hab ich schon die Mentalität angenommen. Da lebt es sich einfach besser.

Für diejenigen, die nicht mehr wissen, wie ich aussehe, hier ein Bild .
Das Bild mit der kuscheligen Python entstand bei einem Besuch eines recht urigens Parks. Betrieben wird er ausschliesslich von einem älteren Ehepaar und besteht aus einem Sammelsurium von heimischen Tierarten, dem Anbau und der Verarbeitung von heimischen Früchten mit traditionellen Werkzeugen und einer unwahrscheinlichen Anzahl von Sammelgeständen aller Art. War wirklich interessant und hat inclusive einer Handvoll frischer Früchte und einer Schale frischgepressten Zuckerrohrsaftes grad mal umgerechnet 1 Euro gekostet.
  

Auch sonst ist die Insel nach den üblichen Karibikpreisen ein Schlaraffenland. Abgesehen das hier alles an Spezialitäten und Markenartikel aus der ganzen Welt zollfrei gibt, ist es nicht möglich grössere Summen für ausgezeichnete Menüs und Weine auszugeben. Und ein Liter Benzin kostet 7 Cent. Allerdings ist dieser Preis auch wohl extra niedrig gehalten, damit die Bevölkerung still hält. Den politisch ist hier durchaus nicht alles O.K.. Die Arbeitslosigkeit berägt über 20 %, da sind die, die sich irgendwie durchschlagen noch gar nicht mitgezählt. Trotz alledem strahlen die Menschen Lebensfreude aus und so kommt es oft zu schönen und freundlichen Begegnungen.
Leider gibt es wie auch in anderen Ländern einige wenige Personen die nichts gutes im Sinn haben und so kommt es auch in der unmittelbaren Nähe von Margarita zu unschönen Vorkommnissen. Da ist das was mir passiert ist eher belustigend. Am Samstagabend, dem 12., komme ich nach einem tollen Abend in Polarmar zurück zum Schiff und siehe da, aus dem Cockpit fehlen 2 Paar wirklich alte, abgetragene Schuhe. Nichts sonst fehlt, ausser ein wenig Süsswasser und einer Seife, denn die Schuhdiebe haben sich noch eine ausgiebige Dusche mit der Heckdusche genehmigt. Vermutlich waren es Kinder, die hier manchmal Nachts in der Bucht von Polarmar rumschwimmen. Das einzig ungute ist, dass jemand unerlaubt an Bord von Silver Blue geht, aber das werd ich Zukunft zu verhindern wissen. Dazu ein anderes Mal mehr. Zur selben Zeit kommt es bei der 10 Meilen entfernten Insel Coche zu einem bewaffneten Überfall auf eine Yacht. Das Eignerehepaar sieht sich 5 bewaffneten Männer gegenüber, die erst sämtliche Elektronik stehlen und dann zum Abschied dem Skipper ins Knie schiessen. Es geht dem Skipper bereits wieder besser, aber das ist wirklich ein Alptraum. Venezuela ist an sich ein sehr sicheres Land, aber es gibt leider Ecken, die man meiden muss.
Am Sonntag wird natürlich ausgiebig darüber diskutiert und Hilfe für das Ehepaar organisiert. Tja, und am Sonntagabend gibt bereits wieder einen gemütlichen Abend in einem holländischen Restaurant am Strand. So liegt das Gute und das Böse doch oft sehr nah beieinander.

Margarita bietet noch viele schöne (und auch sichere) Ecken, wie man auf dem Bild unschwer erkennen kann.   Besonders schön und auch geschichtsträchtig ist das Fischerdorf Juan Griego, wo sich Silver Blue jetzt befindet.
  

Die Geschichte des Dorfes wird jeden Abend lautstark und natürlich gegen ein paar Bolivar von Kinder in einem alten Fort vorgetragen. Dieses Fort , Fortin de La Galera, diente zur Verteidigung gegen die Spanier, die hier einiges Gemetzel angerichtet haben. Heute ist das Fort berühmt für die Aussicht auf einen atemberaubenden Sonnenuntergang.

Das Dorf selber hat ein wechselhaftes Bild zwischen historischen Bauten   und dem üblichen Bild des heutigen Transportwesens, das aus alten amerikanischen Autos und Vans besteht.
  

Eine Fahrt damit ist nicht nur günstig sondern auch wirklich sehr spassig. Es gibt immer viel gute Musik und immer ein freundliches Gespräch.


So vergehen wunderschöne Tage und in der kommende Woche gibt es dann einen Bericht über die wunderschöne Isla Blanquilla ........

........ bis dahin alles Gute

TOM