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KW 47 2002
10.11. - 16.11.2002
Es ist Sonntag, 07.00 Uhr, und Silver Blue verlässt endgültig die
Isla Margarita. Wird auch langsam Zeit, sie ist ja schon bald angewachsen.
| Es geht gemütlich dahin, aber da ich die Nacht vorher kurz und
schlecht geschlafen habe, ändere ich kurzfristig das Tagesziel und
laufe statt Tortuga die Insel Cubagua an. Nachdem die Nordost-Spitze vorsichtig
umrundet ist, fällt bereits um 12.00 Uhr der Anker in der Ensenada
de Charagato. Ohne besondere Vorsicht wollte hier offensichtlich 1968 eine Autofähre den Weg abkürzen, das Ergebnis kann man hier sehen. Cubagua war dank Christopher Columbus die erste europäische Niederlassung in Südamerika, der Grund waren die reichen Austernbänke vor der Insel und die damit verbundene Perlenfischerei. Viele Ureinwohner wurden von den Spaniern dafür versklavt, das ganze endete 1542 mit einem Erdbeben und einer gewaltigen Flutwelle. Seitdem ist die Insel unbewohnt. |
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Am Montag um 07.30 Uhr geht weiter Richtung Tortuga, eine halbe Stunde zu
spät, die wird mir am Abend fehlen. Bei achterlichen Winden geht es unter
Gemaker bei 4 Beaufort schön mit 8 Knoten dahin, nur die Windrichtung
ändert mehrfach radikal, so das ich das nicht grade kleine Segel ( 120
qm ) auf den anderen Bug holen muss, das ist doch einiges an Arbeit. Die wird
aber damit belohnt, das ich seit langer Zeit wieder Delphine sehe, die mit
Silver Blue spielen. Immer wieder ein herrlicher Anblick.
Bei Sonnenuntergang kommt die Ansteuerung von Playa Caldera auf Tortuga in
Sicht. Hier fehlt mir jetzt die halbe Stunde, bei schwindenem Licht und mittlerweile
6 Beaufort durch die Riffe ist kein Honigschlecken. Zudem sind die elektronischen
Karten hier nicht besonders genau, und somit auch keine wirkliche Hilfe. Das
gute alte Radar hilft da schon weiter und um 18.50 Uhr fällt der Anker
auf 4 Meter Wassertiefe.
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Am folgenden Morgen erstrahlt die Bucht in ihrer ganzen Schönheit,
doch bevor der Strand erobert wird, fällt einiges an Arbeit an. Silver
Blue mag eine kleine Wäsche und Generator und Entsalzungsanlage freuen
sich über neue Filter und frisches Öl. Jetzt aber -vamos a la
playa- geht es an den Strand. Hier treffe ich auf ein paar Fischer, die
hier ein Camp haben und frage nach einer Languste. Sie haben auch eine,
aber die ist voller Eier, es ist Laichzeit. Darauf verzichte ich dann
doch dankend, um diese Zeit sollten eigentlich keine Langusten gefischt
werden. Beim Rückweg geht langsam die Sonne unter und lässt Silver Blue in einem herrlichen Licht erscheinen (links). Ein schöner Anblick ! Der Mittwoch beginnt mit frisch gebackenem Vollkornbrot und Allgäuer Emmenthaler, den ich in Margarita erstanden hatte. Was für ein Schmaus. So wird es 11.30 Uhr bis ich Anker auf gehe. Ziel sind die nahgelegenen Isla Los Palonquinos. Hier ankere ich mitten im Riff, bin ganz allein hier, ausser ein paar Pelikanen und dem beständigen Rauschen des Meeres ist sonst nicht viel geboten, aber es ist absolut friedlich hier. |
| Der darauf folgende Tag führt mich an das nur 5 Seemeilen entfernte
westliche Ende von Tortuga, in die Caya Herrandura. Um 13.00 Uhr fällt
der Anker in 3 Meter tiefes glasklares Wasser, das ist wie ankern im Swimming-Pool.
Herrlich ! Auch hier leben einige Fischer in Camps, einige davon fragen am Freitag früh nach Zigaretten, ich frage sie nach frischen Fisch.Ich bin zwar schon seit einigen Jahren Nichtraucher, habe aber Zigaretten dabei, die neben Rum das begehrteste Tauschobjekt sind. So wechselt ein Schachtel Zigaretten ( Die umgerechnet ca. 1 Euro gekostet hat ) den Besitzer und siehe da, nach 2 Stunden bekomme ich dafür einen wunderbaren, frischen Thunfisch. |
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Den lasse ich mir am Nachmittag schmecken und um 18.00 Uhr hole ich den Anker
wieder hoch, mit Ziel Los Roques. Es ist fast Vollmond und der Wetterbericht
sagt eine ruhige Nacht voraus.
Das war wohl nichts, es bläst beständig mit über 6 Beaufort
und es steht eine gewaltige seitliche Welle, so das der sonst so zuverlässige
Autopilot nicht damit klar kommt.
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Bin wohl auch ein wenig übertackelt, habe keine besondere Lust in der Nacht ein zweites Reff einzubinden. Aber es muss sein, und danach liegt Silver Blue auch etwas ruhiger, läuft aber noch immer 8-9 Knoten. Der Seegang von der Seite wird immer höher und zwingt mich Ruder zu gehen. Das ist ganz schön anstrengend ..... Bereits 07.00 Uhr kommt die Riffdurchfahrt in Sicht und um 08.30 Uhr fällt der Anker vor Gran Roque. Jetzt erst einmal ausruhen, von wegen. Nachdem das Schiff aufgeklart ist, kommt die offizielle Seite. Ingesamt 4 verschiedene Stellen wollen besucht werden und auch einiges an Gebühren wird in diesem Nationalpark fällig. Nachdem alles erledigt ist, verhole ich noch Silver Blue in die wohl berühmteste Bucht hier, bei der Insel Francisquis und danach ist wirklich ein wenig relaxen angesagt. |
Das war es von Los Roques, mehr davon in der kommden Woche, wenn ihr mögt
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............. bis dahin alles Gute !
TOM







